Gemessen am Umsatz und an der Marktkapitalisierung wirken die drei deutschen Technologiekonzerne Cenit, Datron und Viscom klein. Ihr Kurspotenzial ist angesichts dicker Auftragsbücher jedoch beträchtlich.
Energie- und Technologietitel bestimmen seit Monaten die Kurse an den deutschen und internationalen Börsen. Sie helfen DAX & Co, geopolitische Unsicherheiten sowie Inflations- und Zinsängste wegzustecken.
Die Technologie-Rally hatte jedoch längst nicht alle Titel erfasst. Drei Aktien stehen abseits des Blickfelds der meisten Anleger. Anders als Big Techs wie Alphabet und Siemens haben diese Konzerne teils tiefgreifende Restrukturierungen hinter sich. Die jüngsten Zahlen deuten nun auf eine Ertragswende hin, und auch technisch mehren sich die Kaufsignale.
Frässpezialist vor Rekord
Einer dieser drei Titel ist Datron, ein Hightech-Maschinenbauer mit CNC-Fräsmaschinen für die Automobil-, Elektronik- und Schmuckindustrie sowie Dosiermaschinen zum Dichten, Kleben und präzisen Auftragen. Beide Bereiche machten im ersten Halbjahr knapp 51 Prozent des Konzernerlöses aus, der Rest entfällt auf Fräswerkzeuge und Service.
Maschinensysteme und Service wuchsen im ersten Halbjahr zweistellig. Einen Schub brachte ein Großauftrag: Anfang Oktober hob Datron Umsatz- und Auftragseingangsprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr an, zudem wurden Ebit-Marge und Gewinn je Aktie erhöht. Neue Rekorde bei Auftragseingang und Umsatz zeichnen sich ab, und die 2025 eingeleitete Ertragswende dürfte sich bestätigen.
Für nachhaltiges Wachstum setzt Datron auf Medizintechnik, E-Mobilität und Luftfahrt. Zusätzliches Potenzial liegt in der stärkeren Vermarktung von Bohr- und Fräsprodukten für CNC-Maschinen anderer Hersteller.
Im ersten Halbjahr wurden 68 Prozent der Erlöse in Europa erzielt, in den USA nur 22 Prozent. Durch die Integration von Datron Dynamics in den USA verspricht sich das Management nun eine Ausweitung des Umsatzanteils in diesem Markt.
Warum Datron noch Luft nach oben hat
Die Familie Brüsch hält 63,6 Prozent der Anteile. Damit hat Datron einen starken Ankeraktionär. Dennoch spiegelt sich die zuletzt starke Entwicklung nur zögerlich im Aktienkurs wider. Jüngst legte das Papier auf rund 10,50 Euro zu und erreichte damit das Hoch von 2024. Angesichts des zu erwartenden Umsatzrekords und der hohen Auftragsbestände ist noch Luft nach oben. Die nächste Widerstandsmarke liegt bei 13,20 Euro (Hoch von 2022). Mittelfristig kann jedoch das Allzeithoch von 14,50 Euro erreicht werden.
Datron gehört damit zu den Technologiewerten, die Anleger derzeit im Blick behalten sollten. Welche zwei weiteren Turnaround-Wetten die Redaktion von BÖRSE ONLINE im Visier hat, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von BÖRSE ONLINE.
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