Warren Buffett hat mit seiner ruhigen, langfristigen Art ein Milliardenvermögen aufgebaut. Doch selbst das „Orakel von Omaha“ musste bei Alphabet einräumen: Eine große Chance wurde zu spät erkannt. Seine wichtigsten Investmentprinzipien und Beteiligungen liefern Anlegern dennoch wertvolle Orientierung.

Warren Buffett muss niemandem mehr beweisen, dass er investieren kann. Über Jahrzehnte formte er Berkshire Hathaway zu einem der erfolgreichsten Beteiligungskonzerne der Welt – mit Geduld, Disziplin und einem guten Gespür für Unternehmen mit starken Geschäftsmodellen.

Statt jedem Börsentrend hinterherzulaufen, setzt er bevorzugt auf Firmen, deren Produkte und Geschäftsmodelle er versteht. Lange Zeit mied er deshalb viele Technologiewerte und konzentrierte sich stärker auf etablierte Unternehmen aus der Industrie, dem Finanzsektor und dem Konsumgüterbereich. Sein Ansatz lässt sich mit einem seiner bekanntesten Sätze zusammenfassen:

„Price is what you pay; value is what you get.“

Warren Buffet - Letter to Shareholders (2008)

Der Satz stammt aus Buffetts Aktionärsbrief von 2008 und bringt den Kern des Value-Investings auf den Punkt: Nicht der Börsenkurs allein zählt, sondern die Qualität und der langfristige Wert eines Unternehmens.

Auch beim Anlagehorizont denkt Buffett in großen Zeiträumen. In seinem Aktionärsbrief von 1988 schrieb er: „When we own portions of outstanding businesses with outstanding managements, our favorite holding period is forever.“ Übersetzt: Wenn Berkshire an hervorragenden Unternehmen mit hervorragendem Management beteiligt ist, beträgt die bevorzugte Haltedauer „für immer“. 

Auch eine Legende macht Fehler

Doch Buffett wäre nicht Buffett, wenn er nicht auch eigene Fehlentscheidungen offen ansprechen würde. Bei Alphabet, der Muttergesellschaft von Google und YouTube, räumte er rückblickend ein: „I made a mistake.“ Berkshire Hathaway sei zu spät eingestiegen. In einem CNBC-Interview erklärte Buffett zudem, Alphabet habe aufgrund seiner Erfolgsbilanz bessere Chancen, den KI-Wettlauf zu gewinnen als „90 oder 95 Prozent“ der an der Wall Street gehandelten Unternehmen.

Die Alphabet-Beteiligung zeigt: Buffetts Strategie ist keineswegs starr. Entscheidend bleibt für ihn, ob ein Unternehmen über ein starkes Geschäftsmodell, dauerhafte Wettbewerbsvorteile, solide Cashflows und ein fähiges Management verfügt.

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Foto: Börsenmedien AG

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