Vor der wichtigen Rede von Fed-Chef Kevin Warsh zittern die Märkte. Wird der Notenbanker jetzt mit einer radikalen Maßnahme zu einem Befreiungsschlag ausholen und die Märkte treffen oder sich seinem Schicksal ergeben?

Kurz vor dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole befindet sich Fed-Chef Kevin Warsh in einer strategischen Zwickmühle. Eigentlich hatte er die Fed unabhängiger von der US-Politik machen und wollte unberechenbarer für die Märkte werden. 

Doch mit der massiven Erhöhung der Anleihekäufe durch das US-Finanzministerium befindet sich Warsh in der Zwickmühle und muss vielleicht radikal handeln.

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Kevin Warsh in der Zwickmühle

„Warsh betonte immer wieder, er wolle die Meinung der Märkte hören, doch die Märkte sprachen, und Bessent unterband sie“, schrieb der Ökonom Steven Blitz am Mittwoch in einer Analyse.

Da Finanzminister Bessent die Renditen am langen Ende durch seine Maßnahmen taktisch senkt, steckt Warsh in der Zwickmühle. Eigentlich hatte er die Bilanz der Fed durch den Verkauf solcher Papiere senken wollen. Das würde aber gegen den Kurs des Finanzministeriums sprechen.

Erhöht Warsh dagegen die Zinsen am kurzen Ende, was angesichts der erhöhten Inflation nötig wäre, dann schadet das direkt der US-Regierung, die ihre aktuellen Anleihekäufe durch die Ausgabe kurzfristiger Schulden finanziert.

Wird Kevin Warsh jetzt radikal handeln?

Warsh hat also nur zwei Möglichkeiten: Entweder den Kurs der aktuellen Regierung stützen und damit seine eigenen Ziele sabotieren oder radikal handeln. Sollte er Letzteres tun, dann dürfte das die Märkte belasten. Zinsanhebungen wirken sich ohnehin negativ auf die Kurse aus, der Abbau der Bilanz kommt derweil einer Reduzierung der Liquidität im Markt gleich.

Es wird daher extrem spannend, was Kevin Warsh am Freitagnachmittag um 16 Uhr in Jackson Hole in seiner Rede sagen wird. Eventuell könnten seine Aussagen dabei explosiv für den Aktienmarkt wirken.

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Häufig gestellte Fragen

Warum befindet sich Fed-Chef Kevin Warsh vor dem Notenbanker-Treffen in Jackson Hole in einer Zwickmühle?

Die massiven Anleihekäufe des US-Finanzministeriums senken taktisch die Renditen am langen Ende, während Warsh eigentlich die Bilanz der Fed durch den Verkauf solcher Papiere reduzieren wollte.

Welche Möglichkeiten hat Kevin Warsh bei seiner Rede in Jackson Hole?

Er kann entweder den Kurs der aktuellen US-Regierung stützen und damit seine eigenen Ziele sabotieren oder radikal handeln.

Welche Folgen könnte ein radikales Vorgehen von Kevin Warsh für die Märkte haben?

Zinsanhebungen könnten die Kurse belasten, während der Abbau der Fed-Bilanz die Liquidität am Markt verringern würde.