Anders als der MSCI All Country gewichtet der RAFI ETF nach fundamentalen Kriterien wie Umsatz oder Dividende. Das lohnt sich

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 07. Oktober in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 42/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Als wichtigstes Barometer für den weltweiten Aktienmarkt gilt nach wie vor der MSCI All Country World Index. Er folgt einer einfachen Regel: Ist ein Unternehmen an der Börse besonders viel wert, wird es im Index höher gewichtet. Das führte in den letzten Jahren zu ­einem gewissen Klumpenrisiko, denn die Techgiganten Alphabet, Amazon, Apple, Microsoft, Nvidia und TSMC sind aufgrund ihrer starken Kursentwicklung die stärksten Werte im Index.

Der Invesco RAFI All-World Fundamental Value ETF verfolgt einen ganz anderen Ansatz. Er gewichtet seine Titel aus den Industrie- und Schwellenländern nämlich nicht nach dem Börsenwert, stattdessen sind fundamentale Kriterien entscheidend. Sie basieren auf vier Kennzahlen aus den jeweiligen Jahresabschlüssen: Umsatz, Cashflow, Dividenden plus Aktienrückkäufe — alles für die letzten fünf Jahre — sowie der aktuelle Buchwert plus Forschungskapital. 

Diesen sogenannten Research Affiliates Fundamental Index, kurz RAFI, berechnet die gleichnamige kalifornische Firma. Gründer Rob Arnott meint, auf diese Weise kämen nicht systematisch jene Aktien ins Portfolio, die aus seiner Sicht zu hoch bewertet und somit teuer seien. Nvidia etwa macht im MSCI All Country inzwischen fast fünf Prozent aus, bei RAFI sind es lediglich 0,3 Prozent.

Tech steht oben – hier wie da

Anleger müssen jedoch beim RAFI All-World Fundamental Value nicht die Sorge haben, dass der Boom im Technologiesektor an ihnen vorüberläuft. Denn auch in diesem Index stehen Techriesen an der Spitze der größten Positionen, allen voran natürlich Apple, Alphabet, Microsoft und Amazon. Allerdings spielen sie deutlich weniger dominante Rollen als im Welt­index von MSCI.

Es gibt noch mehr Unterschiede zwischen den Börsenbarometern: Der MSCI umfasst 2.296 Titel, bei RAFI sind es nur 1.219. US-Aktien machen die Hälfte des Portfolios aus, im MSCI sind es aktuell 62 Prozent. Länder wie Japan oder Großbritannien haben im Gegenzug in dem ­Value-Barometer mehr Gewicht.

Auch die Sektoren verteilen sich unterschiedlich. Im MSCI ist Technologie zum Beispiel mit 36,8 Prozent gewichtet, gefolgt von Finanzen mit 18,4 und Industrie mit 9,1 Prozent. Bei RAFI liegt die Finanz­branche vorn. Auf sie entfallen 21,9 Prozent, auf Technologie 20,1 und auf Energie 9,6 Prozent.

Fazit

Was Anleger aber am meisten interessiert, ist die Performance. Wer also bringt mehr Rendite? Beim MSCI All Country ist seit Jahres­beginn ein Plus von 17,3 Prozent aufgelaufen, für drei Jahre kommt er auf 67,8 Prozent. Damit hinkt er hinter dem RAFI-ETF her. Seit Anfang Januar hat dieser um 22,3 Prozent zugelegt, für drei Jahre kommen 71,1 Prozent zusammen.

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