Ein Crash kurz vor der Rente trifft Sparer hart: Der ETF-Sparplan allein schützt kaum. Wie Sie Ihr Depot mit Cash-Puffer und Umschichtung absichern. 

Jahrzehntelang lief alles nach Plan: Der ETF-Sparplan wuchs, die Kurse stiegen. Dann kracht die Börse wenige Jahre vor dem Renteneintritt. Warum ein Crash in dieser Phase weit gefährlicher ist als früher – und mit welchen Maßnahmen Anleger ihr Depot schützen können.

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Das Problem: Der Crash kommt zur falschen Zeit

Ein Kursrutsch von 30 oder 40 Prozent ist für einen jungen Sparer ärgerlich, aber verkraftbar. Er kauft zu günstigen Kursen nach und hat Jahrzehnte Zeit, auf eine Erholung zu warten. Wer dagegen kurz vor dem Ruhestand steht, hat diesen Puffer nicht mehr. Das Fachwort dafür lautet Sequenzrisiko: Entscheidend ist nicht nur die durchschnittliche Rendite, sondern die Reihenfolge, in der Gewinne und Verluste eintreten.

Ein Rechenbeispiel zeigt das Problem: Aus 300.000 Euro werden nach einem Minus von 40 Prozent nur noch 180.000 Euro. Um wieder auf 300.000 Euro zu kommen, braucht es rund 67 Prozent Plus. Bei 2.000 Euro monatlicher Entnahme bräuchte das Depot bei einer Erholung in fünf Jahren eine jährliche Rendite von rund 22 Prozent – ohne Entnahme wären es rund 11 Prozent. 

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Was der Sparplan in dieser Phase leisten kann – und was nicht

Ein laufender Sparplan kauft in Krisenzeiten günstiger ein, das ist sein Vorteil. Kurz vor der Rente wirkt dieser Effekt aber nur begrenzt: Die neuen Anteile haben kaum Zeit, sich zu erholen. Hinzu kommt, dass große Indexverluste mehrere Jahre dauern können, bis alte Höchststände wieder erreicht sind. Eine Garantie gibt es dafür aber auch nicht.

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Tipps: So schützen Sie Ihr Depot

1. Risiko schrittweise reduzieren Beginnen Sie etwa fünf bis zehn Jahre vor dem Renteneintritt, den Aktienanteil langsam zu senken. Umschichtungen in Renten-ETFs, Geldmarktfonds oder Tagesgeld lassen sich über mehrere Jahre verteilen, damit Sie nicht zum falschen Zeitpunkt verkaufen.

2. Cash-Polster anlegen Halten Sie zwei bis drei Jahresausgaben in liquiden, wenig schwankenden Anlagen. Fällt die Börse, entnehmen Sie aus diesem Polster und lassen den Aktienteil in Ruhe, bis er sich erholt hat.

3. Sparraten überprüfen Kurz vor dem Ruhestand ist es sinnvoll, die Sparrate zu reduzieren oder neue Beiträge auf defensivere Bausteine zu lenken. Blindes Weitersparen in einen hohen Aktienanteil ist nicht mehr zwingend die beste Strategie.

4. Entnahmen flexibel gestalten Wer in schwachen Börsenjahren seine Entnahme um zehn bis 20 Prozent senkt, schont das Depot erheblich. Größere Anschaffungen lassen sich oft auf bessere Marktphasen verschieben.

5. Steuern einplanen Aktien-ETFs im Privatdepot profitieren in Deutschland von der Teilfreistellung von 30 Prozent. Dieser Vorteil sollte bei der Berechnung der Entnahmen berücksichtigt werden.

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Fazit: Rechtzeitig Planen ist das Wichtigste

An der Börse gibt es neben Hohenflügen auch Abstürze - das gehört dazu. Wer kurz vor der Rente steht, sollte aber nicht erst reagieren, wenn die Kurse fallen. Am besten ist es, das Depot an den Lebensplan anzupassen und rechtzeitig die Aktienquote zu justieren, ein Cash-Polster anzulegen und eine flexible Entnahmestrategie zu entwickeln. 

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Häufige Fragen

Was passiert mit meinem ETF-Sparplan, wenn kurz vor der Rente ein Crash kommt? 

Der Sparplan kauft während des Kursrückgangs weiter günstig ein. Da die neuen Anteile aber kurz vor der Rente kaum Zeit zur Erholung haben, reicht das allein oft nicht aus, um Verluste aufzufangen. Deshalb sollten Sie zusätzlich den Aktienanteil überprüfen und einen Cash-Puffer aufbauen.

Sollte ich meinen ETF-Sparplan vor der Rente verkaufen? 

Nicht zwingend. Statt eines abrupten Komplettverkaufs ist eine schrittweise Umschichtung über mehrere Jahre meist die bessere Lösung. So vermeiden Sie, zum ungünstigsten Zeitpunkt aussteigen zu müssen.

Wie viel Cash sollte ich vor dem Renteneintritt halten? 

Als Orientierung gelten zwei bis drei Jahresausgaben in liquiden, wenig schwankenden Anlagen wie Tagesgeld oder Geldmarktfonds. Die passende Höhe hängt von Ihren Ausgaben, weiteren Einkünften und Ihrer Risikotoleranz ab.