Wer 2026 bei ETFs auf Öl oder Chips gesetzt hat, konnte den Weltindex bei Weitem schlagen. Die ETFs mit der besten Performance im Überblick.
Das Börsenjahr neigt sich langsam dem Ende zu - und einige ETFs konnten in diesem Jahr ziemlich durchstarten. Wer die Performance seit Jahresbeginn sortiert, landet bei drei Fonds, die teilweise sehr unterschiedliche Themenfelder bespielen: Stand Handelsschluss am 26. Oktober liegt der United States Oil Fund (USO) bei Chartrow mit einem Plus von 140,4 Prozent seit Jahresbeginn vorn. Dahinter folgen der iShares MSCI Taiwan (EWT) mit 66,2 Prozent und der iShares Semiconductor ETF (SOXX) mit 63,6 Prozent. Die Angaben beziehen Dividenden ein. Gehebelte und inverse Produkte sind ausgeschlossen.
Immer auf dem Laufenden bleiben: Jetzt BÖRSE ONLINE bei Google bevorzugen.
Öl: eine Wette auf den Rohstoff
Der USO bildet keine Aktien ab, sondern den Ölpreis. Er hält Terminkontrakte auf die Ölsorte WTI und tauscht sie regelmäßig gegen Kontrakte mit späterer Lieferung. Profitiert hat er vor allem von den Folgen des Iran-Krieges. Durch die Sperrung der Straße von Hormus, einer wichtigen Ölhandelsroute, kam es zu Versorgungsengpässen, die den Preis nach oben trieben. Der Energiesektor insgesamt lag bis Ende September bei plus 38,5 Prozent. Doch der Fonds zahlt keine Dividende, und seine Kursentwicklung hängt allein am Rohstoffpreis.
Tipp: Wenn Sie auf der Suche nach sicheren Aktien sind, dann sollten Sie unbedingt einen Blick auf den BÖRSE ONLINE Stabile Werte Index werfen.
Taiwan: der Chip-Standort im Länderformat
Der EWT bildet Aktien aus Taiwan ab. Das Land ist ein Zentrum der Halbleiterindustrie, und ein sehr großer Teil des Index entfällt auf den Auftragsfertiger TSMC. Wer den EWT kauft, setzt daher ebenfalls stark auf den Chip-Zyklus, allerdings über einen Länderfonds. Hinzu kommen Währungsschwankungen und geopolitische Risiken rund um Taiwan. Die Kosten liegen bei 0,59 Prozent. Die Kursentwicklung ist alles andere als glatt: Im Oktober verlor der Fonds bis zum Stichtag rund 8 Prozent.
Halbleiter: die KI als Investmentthema
Der SOXX bündelt US-Unternehmen der Chipbranche und ist damit eine gezielte Wette auf den KI-Boom. Die Wertschöpfungskette reicht vom Chipdesign über Auftragsfertiger bis zu den Ausrüstern der Fabriken. Ihr gemeinsamer Treiber sind die Investitionen der Rechenzentren großer Technologiekonzerne. Wenn diese Ausgaben nachlassen, geraten alle Glieder gleichzeitig unter Druck. Genau das zeigt sich bereits: Im Oktober verlor der SOXX bis zum Stichtag rund 14 Prozent. Der Fonds ist mit 0,33 Prozent der günstigste der drei Spitzenreiter, bleibt aber ein Fonds mit wenigen Schwergewichten und hohem Schwankungsrisiko.
Das Problem mit dem Siegerprinzip
Die Jahresgewinner sind vor allem eines: Momentaufnahmen. Im ersten Quartal dominierten Energiefonds, zur Jahresmitte führte ein Tanker-Frachtfonds die Liste, danach rückten Chips nach vorn. Sektorführung rotiert regelmäßig. Und wer dem Spitzenreiter nur hinterherläuft, kauft häufig dann, wenn das Thema längst eingepreist ist.
Themen-ETFs wie USO, EWY oder SOXX können deshalb als kleine Beimischung Sinn ergeben, aber ein breit gestreuter Welt-ETF sollte immer das Fundament bleiben. Ein Ölpreisschock oder eine Chipkrise trifft den MSCI World oder FTSE All World deutlich weniger hart als jeden der drei Spitzenreiter.
Wenn Sie sich für weitere Wirtschafts- und Börsennachrichten interessieren, könnte ein Probeabo von BÖRSE ONLINE das Richtige für Sie sein.
Häufige Fragen
Welcher ETF war 2026 bisher am besten?
Stand Handelsschluss am 26. Oktober 2026 führt der United States Oil Fund (USO) mit einem Plus von 140,4 Prozent seit Jahresbeginn. Dahinter liegen der iShares MSCI Taiwan (EWT) mit 66,2 Prozent und der iShares Semiconductor ETF (SOXX) mit 63,6 Prozent.
Lohnt sich ein Themen-ETF statt eines Welt-ETFs?
Themen-ETFs können als kleine Beimischung sinnvoll sein, eignen sich aber selten als Fundament eines Depots. Der USO setzt auf den Ölpreis, der EWT auf Taiwan und der SOXX auf Halbleiter. Alle drei schwanken deutlich stärker als ein breit gestreuter Welt-ETF, der das Risiko auf Tausende Unternehmen aus vielen Branchen und Ländern verteilt.
Warum folgt der USO nicht einfach dem Ölpreis?
Der USO hält keine physischen Ölvorräte, sondern Terminkontrakte auf WTI-Rohöl. Da diese Kontrakte regelmäßig auslaufen, tauscht der Fonds sie gegen Kontrakte mit späterer Lieferung. Liegt der Terminpreis über dem aktuellen Preis, spricht man von Contango. Beim Tausch entstehen dann Verluste, sodass sich der Fonds schlechter entwickeln kann als der Kassapreis des Öls.
Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Preis der Finanzinstrumente wird von einem Index als Basiswert abgeleitet. Die Börsenmedien AG hat diesen Index entwickelt und hält die Rechte hieran. Mit dem Emittenten der dargestellten Wertpapiere hat die Börsenmedien AG eine Kooperationsvereinba-rung geschlossen, wonach sie dem Emittenten eine Lizenz zur Verwendung des Index erteilt. Die Börsenmedien AG erhält insoweit von dem Emittenten Vergütungen.