Der ETF hält über 3.500 Anleihen mit guter Bonität. Risiken und Kosten sind gering. Alle vier Wochen werden die Zinserträge ausgeschüttet

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 30. September in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 41/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Bis zum Jahresende wird die Europäische Zentralbank wegen anhaltend hoher Inflationsraten ihre Geldpolitik vermutlich weiter straffen. Experten rechnen mit einer beziehungsweise zwei Zinsanhebungen. Steigende Leitzinsen haben unmittelbare Folgen für den Bondmarkt: Die Renditen neu ausgegebener Anleihen ziehen an, während bereits bestehende Papiere mit niedrigeren festen Kupons an Wert verlieren. Die Entwicklung vollzieht sich auch in Bond-ETFs. Steigende Zinsen drücken zunächst auf die Kurse der Anleihen, der Nettoinventarwert des ETF sinkt. Auf längere Sicht wirkt sich das höhere Zinsniveau jedoch zum Vorteil aus. Die Erlöse aus fällig gewordenen Anleihen und neu zufließende Mittel lassen sich in höher rentierliche Papiere investieren. Dadurch kann der Ertrag des ETFs mit der Zeit steigen. Für Anleger, die ihr Depot breiter aufstellen und nicht ausschließlich auf Aktien setzen möchten, stellen Renten-ETFs, insbesondere in einem Umfeld wieder höherer Zinsen, somit eine attraktive Ergänzung dar.

Kein Währungsrisiko
Der sechs Milliarden Euro schwere Vanguard EUR Corporate Bond ETF eignet sich für Investoren mit geringer Risikoneigung. Das Portfolio umfasst aktuell 3.592 Anleihen, die überwiegend mit Investment-Grade-Noten beurteilt sind. Das Zahlungsausfallrisiko ist daher gering. Noch dazu würde bei der Vielzahl der Positionen der Konkurs eines Emittenten nicht ins Gewicht fallen beziehungsweise die Wertentwicklung des ETFs nur minimal belasten. 

Neben Unternehmen wie Enel oder Allianz enthält der ETF auch Anleihen von US-Unternehmen wie Apple, Amazon oder JP Morgan Chase. Ihr Anteil liegt aktuell bei 22,5 Prozent. Alle Anleihen sind in Euro denominiert. Ein Währungsrisiko gibt es daher nicht. Im Schnitt weisen die Papiere eine Laufzeit von 5,1 Jahren auf, der durchschnittliche Kupon beträgt 3,1 Prozent. Eine Besonderheit: Der Vanguard EUR Corporate Bond ETF schüttet die erzielten Zinserträge monatlich aus. Die ausgewiesene Ausschüttungsrendite lag zum 31. August 2026 bei 3,41 Prozent. Bei einer Anlage von 5.000 Euro entspricht das einer jährlichen Ausschüttung von rund 170,50 Euro beziehungsweise durchschnittlich 14,21 Euro pro Monat. Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro beläuft sich die jährliche Ausschüttung auf rund 341 Euro, was einem monatlichen Durchschnitt von etwa 28,42 Euro entspricht. Ein weiteres Kaufargument: Mit einer Gesamtkostenquote von 0,07 Prozent ist der Vanguard-ETF der kostengünstigste, der den Bloomberg Euro Corporate Bond Index abbildet.

Fazit

Zur Diversifikation gut geeignet. Für vorsichtige Investoren, die regelmäßige Ausschüttungen schätzen.

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