Das Fondsmanagement weicht meist deutlich von der Benchmark ab, vermeidet Übertreibungen und hält Titel lange Zeit im Portfolio

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 26. August in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 36/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Im MSCI AC Asia Pacific sind Aktien von Unternehmen aus China mit über 14 Prozent gewichtet. Der Acatis Asia Pacific Plus verzichtet dagegen ganz auf Investments in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Zu groß stuft das Management die Risiken ein, die aus dem Handelskonflikt mit den USA, den geopolitischen Spannungen um Taiwan und staatlichen Regulierungen resultieren können.

Im Vergleich zu seiner Benchmark hält der Fonds auch deutlich weniger Aktien aus Japan und Südkorea. Nach Einschätzung des Managements und der beiden lokalen Researchpartner Siddharth Thomas in Bangalore und Kimi Venkataraman in Singapur waren diese Märkte zuletzt von „irrationaler Euphorie“ geprägt. „Wir mögen Wachstum, aber nur zu einem vernünftigen Preis“, erklärt Thomas.

Die deutliche Abweichung des Acatis Asia Pacific Plus von der Benchmark schadet der Wertentwicklung nicht. In zehn Jahren schaffte der mit Note 1 eingestufte Fonds ein Plus von 97 Prozent. Auf Sicht von drei Jahren erzielte er 60 Prozent. 

Die aktuell größte Länderposition mit knapp 26 Prozent ist Singapur. Der Stadtstaat wird von Investoren als Stabilitätsanker in Asien geschätzt. An der Börse notieren international ausgerichtete Finanzinstitute wie United Overseas Bank und DBS Group Holding. Beide Werte wurden bereits Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023 ins Portfolio aufgenommen und zählen auch aktuell zu den Top-Holdings des Fonds. 

„Wir sind keine Trader, sondern langfristige Value-Investoren“, erläutert Thomas. Die Umschlagshäufigkeit des Fonds liegt bei unter zehn Prozent. Viele Werte bleiben daher jahrelang im Portfolio. Wie sehr sich frühzeitiges Erkennen von Chancen und Geduld beim Investieren lohnen können, zeigen die Beispiele Taiwan Semiconductor und Samsung. Der Fonds erwarb die beiden Titel vor zehn Jahren — „zu ­einem Zeitpunkt, als niemand die Aktien haben wollte“, sagt Thomas. Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Seitdem haben die Kurse der beiden Tech-Unternehmen kräftig zugelegt. 

Der Fonds investiert auch in weniger bekannte Nebenwerte, wie zum Beispiel in Redington India. Der Logistikdienstleister kam zum Zeitpunkt des Kaufs im Jahr 2019 auf eine Marktkapitalisierung von umgerechnet 320 Millionen Euro. „Heute ­beträgt der Börsenwert zwei Milliarden Euro“, sagt Thomas. Gründe, sich von dem Wert zu trennen, gibt es bislang nicht. 

Fazit

Konsequent umgesetzter Value-Investmentansatz. Gute Mischung aus Large-Cap-Unternehmen und Midcaps. Überzeugende Wertentwicklung. 

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