Dow rauscht ab, Gold steigt: Die US-Märkte reagieren geschockt auf Trumps neue Zoll-Drohungen.

Nachdem die europäischen Börsen am Montag noch relativ besonnen auf die neuen Zoll-Ankündigungen von Donald Trump reagiert hatten, überwiegen bei den US-Investoren die Sorgen, dass nach dem Urteil des Supreme Courts ein neues Zoll-Chaos ausbricht.

Der Dow Jones Index gab schon in der ersten Handelsstunde fast 700 Punkte ab du notiert nun um 18 Uhr deutscher Zeit rund 740 Punkte oder 1,5 Prozent im Minus. Auch S&P 500 und Nasdaq verloren mehr als ein Prozent. Die wachsende Unsicherheit zeigt sich auch beim Volatilitätsindex VIX, der um elf Prozent nach oben schoss.

Unsicherheit treibt Goldpreis in die Höhe

Das höchste US-Gericht hatte Trump am Freitag die Befugnis abgesprochen , dauerhaft nach eigenem Gutdünken am Kongress vorbei Zölle festzulegen. Daraufhin kündigte der Präsident am Wochenende trotzig neue Zölle an: Zunächst wollte er weltweite Strafzölle von zehn Prozent festetzen, am Sonntag erhöhte er den Wert auf 15 Prozent – mit sofortiger Wirkung.

Die US-Anleger fürchten nun offenbar eine erneute Hängepartie und bringen ihr Geld in Sicherheit. Der Goldpreis zog kräftig an und gewann mehr als ein Prozent, die Gold-Futures sogar mehr als zwei Prozent. Dahinter steht die Überlegung, dass neue Handelsbarrieren die Inflation anheizen und das globale Wachstum bremsen könnten.

Unter Druck gerieten vor allem riskantere Anlageklassen. Der Kurs des Bitcoin war schon am Sonntag stark abgerutscht und fiel zeitweise unter die Marke von 65.000 Dollar. Der Abverkauf bei Kryptowährungen setzte sich am Montag fort.

Infront DowJones (WKN: 969420)

Droht ein neue Runde der Eskalation?

Trump verteidigte seinen Schritt auf seiner Plattform „Truth Social“ als notwendige Antwort auf Länder, die die USA „seit Jahrzehnten ausgenutzt“ hätten. Weitere Zölle könnten in den kommenden Monaten folgen. Staaten, die nach dem Gerichtsurteil „Spielchen spielen“ wollten, müssten mit noch höheren Abgaben rechnen.

Noch am Freitag hatten Investoren gehofft, das Gerichtsurteil könnte die Handelskonflikte entschärfen. Nun droht das Gegenteil: eine neue Eskalationsrunde. Auch die EU reagierte und setzte die für diese Woche geplante Ratifikation des bisherigen Deals mit den USA am Montag aus.

Defensive Anlagen wie Gold werden davon in den kommenden Tagen profitieren, Aktien und riskante Assets bleiben dagegen anfällig – und die Volatilität dürfte ebenfalls hoch bleiben. Zumindest solange die US-Regierung mit ihrer Handelspolitik weiter im Zickzackkurs fährt.

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