Allianz Global Investors betritt den ETF-Markt – und will mit Künstlicher Intelligenz den Markt schlagen. Drei neue aktive ETFs sind seit Mitte Juli an der Deutschen Börse handelbar.
Allianz Global Investors (AllianzGI) gehört zu den größten Vermögensverwaltern der Welt – und war in Europa bislang kein ETF-Anbieter. Das hat sich am 17. Juli 2026 geändert: Seitdem sind die ersten drei „Allianz Smart Active ETFs" über Xetra an der Deutschen Börse handelbar.
Sie decken drei Regionen ab: Europa, die USA und den globalen Aktienmarkt. 2025 hatte der Vermögensverwalter bereits erste aktive ETFs in Taiwan eingeführt. Nun kommt der nächste Schritt in der Heimat.
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Allianz mit neuem KI-Produkt: Die drei neuen ETFs im Überblick
Alle drei Fonds sind thesaurierend – Erträge werden also nicht ausgeschüttet, sondern direkt reinvestiert. Die Kosten (TER) liegen zwischen 0,20 und 0,25 Prozent pro Jahr:
- Allianz Smart Europe Equity Active UCITS ETF – EUR Acc (A42DEF, TER 0,25 %, Europa)
- Allianz Smart US Equity Active UCITS ETF – USD Acc (A42DEG, TER 0,20 %, USA)
- Allianz Smart Global Equity Active UCITS ETF – USD Acc (A42DEC, TER 0,25 %, Global)
Zum Vergleich: Klassische passive ETFs auf dieselben Regionen sind teils schon ab 0,07 bis 0,15 Prozent pro Jahr zu haben. Die Mehrkosten der Allianz-ETFs müssen sich also durch echte Mehrleistung rechtfertigen.
Diese Mehrleistung soll durch KI entstehen: Im Gegensatz zu klassischen ETFs bilden die neuen Fonds keinen Index eins zu eins nach. Stattdessen entscheidet ein quantitatives Investmentmodell, welche Aktien ins Portfolio kommen. AllianzGI kombiniert dabei umfangreiche Datenanalysen mit modernen Technologien wie Machine Learning, Natural Language Processing (NLP) und Künstliche Intelligenz.
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Berücksichtigt werden unter anderem Marktpositionierung, Kursdynamik, Analysteneinschätzungen und sogenannte Faktorprämien – also systematisch messbare Renditequellen wie Value, Momentum oder Qualität. Ziel ist es, attraktive Unternehmen frühzeitig zu identifizieren und langfristig besser abzuschneiden als der jeweilige Vergleichsindex.
Dabei soll die Abweichung vom Referenzindex überschaubar bleiben: AllianzGI strebt einen sogenannten Tracking Error von rund ein bis drei Prozent an. Die ETFs sollen sich also erkennbar vom passiven Pendant unterscheiden – aber nicht zu weit vom Markt abdriften.
Neue Allianz-ETFs: Kann KI wirklich mehr Rendite machen?
Einerseits gibt es Hinweise, dass KI-gestützte Strategien Potenzial haben. Laut einer Auswertung von Morningstar von 2025 erzielte der durchschnittliche KI-Themenfonds auf dem europäischen Markt von Anfang 2023 bis Ende 2024 eine Rendite von 36 Prozent – gegenüber 23 Prozent für den MSCI World im selben Zeitraum.
Andererseits gibt es auch Risiken. Die Stiftung Warentest schreibt in einem Artikel vom vergangenen Jahr, dass von 32 identifizierten KI-Produkten elf bereits wieder vom Markt verschwunden seien. Das sei ein Zeichen dafür, dass sich das Segment noch im experimentellen Stadium befinde. Zudem habe die Performance der KI-Fonds stark variiert.
Auch strukturell gibt es eine Grenze: Wenn viele gute KI-Systeme gleichzeitig dieselben Signale auswerten und dieselben Aktien kaufen, heben sich die Vorteile gegenseitig auf. Outperformance für alle ist finanzmathematisch nicht möglich. Hinzu kommt: Laut dem renommierten SPIVA-Report gelang es über einen Zeitraum von 15 Jahren bis Ende 2024 nur 10,5 Prozent der aktiv gemanagten Large-Cap-Fonds, den S&P 500 zu übertreffen.
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Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem aktiven ETF und einem normalen ETF?
Ein klassischer ETF bildet einen Index – etwa den DAX oder den MSCI World – eins zu eins nach. Ein aktiver ETF dagegen trifft gezielte Anlageentscheidungen, um besser als der Markt abzuschneiden. Er wird also aktiv gesteuert, ist aber wie ein normaler ETF börsentäglich handelbar und in der Regel günstiger als ein klassischer aktiver Fonds.
Was bedeutet „thesaurierend" bei einem ETF?
Thesaurierend bedeutet, dass der ETF keine Dividenden oder Zinsen an die Anleger ausschüttet, sondern diese Erträge direkt wieder im Fonds anlegt.
Sind die neuen Allianz-ETFs auch für Kleinanleger geeignet?
Grundsätzlich ja: Die ETFs sind über Xetra an der Deutschen Börse handelbar und damit für jeden zugänglich, der ein Depot besitzt. Allerdings sollten Anleger bedenken, dass die Fonds gerade erst gestartet sind und noch keine Performancehistorie vorweisen können.
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