ETFs boomen in Deutschland wie nie zuvor. Doch eine neue YouGov-Umfrage zeigt: Wer investiert, versteht das Produkt oft nur teilweise.
ETFs sind in Deutschland längst mehr als ein Nischenthema. So zählt Deutschland inzwischen 14,5 Millionen ETF-Anleger, wie die Studie „People & Money“ von Blackrock, durchgeführt von Yougov zwischen August und September 2025, nahelegt. Doch zwischen Popularität und Verständnis liegt offenbar eine Lücke.
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Viele Menschen können einen ETF nicht erklären
Das zeigt die aktuelle YouGov-Umfrage „ETF-Boom in Deutschland: Wie gut kennen sich Verbraucher mit dem Anlageprodukt aus?“: Nur 23 Prozent der Befragten geben dabei an, einen ETF eher gut erklären zu können. 22 Prozent sagen hingegen, ihnen gelinge das eher nicht gut. Besonders deutlich wird die Unsicherheit bei älteren Befragten: In der Gruppe der Boomer+ weiß ein Viertel nach eigener Aussage nicht, was ein ETF ist; weitere 24 Prozent können das Produkt „gar nicht gut“ beschreiben.
Auffällig sind auch die Unterschiede nach Geschlecht und Einkommen. Männer bewerten ihre ETF-Kenntnisse häufiger positiv als Frauen. Und in einkommensschwächeren Haushalten ist die Selbstsicherheit beim Thema Geldanlage insgesamt geringer. Das deutet darauf hin, dass Finanzwissen in Deutschland weiter ungleich verteilt ist – selbst dort, wo das Interesse am Kapitalmarkt steigt.
Die YouGov-Daten basieren auf einer Frage des Tages vom 29. Juni 2026 mit 10.196 Befragten in Deutschland. Sie zeichnen damit ein repräsentatives Stimmungsbild, das vor allem eines zeigt: Viele Menschen investieren oder interessieren sich für ETFs, fühlen sich aber beim Erklären des Produkts noch unsicher.
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ETFs sind beliebt - aber wohl trotz Transparenz schwer verständlich
Dabei sind ETFs für viele Privatanleger zur bevorzugten Spar- und Anlageform geworden. So zeigt etwa die ETF-Marktstatistik von extraETF, dass Ende März 2026 das von Kundinnen und Kunden teilnehmender Banken in ETFs investierte Volumen bei 199,1 Milliarden Euro lag. Auch die Zahl der ETF-Sparpläne wächst weiter rasant: Branchenanalysen sprechen von Millionen monatlich ausgeführten Sparplänen in Deutschland und Europa.
Die aktuelle Umfrage zeigt nun: Der deutsche ETF-Boom wächst offenbar schneller als das dazugehörige Anlagewissen. ETFs sind zwar ein vergleichsweise transparenter und oft kostengünstiger Baustein für den Vermögensaufbau. Aber genau deshalb sollte man wissen, was man kauft: Welcher Index wird abgebildet? Welche Regionen oder Branchen sind enthalten? Wie hoch sind die Kosten? Und wie passt der ETF zur eigenen Risikoneigung und zur Anlagestrategie? Wer diese Fragen nicht beantworten kann, investiert zwar vielleicht schon – versteht die eigene Geldanlage aber womöglich noch nicht gut genug.
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Häufige Fragen
Warum werden ETFs in Deutschland beliebter?
ETFs gelten als einfacher und meist günstiger Weg, breit gestreut am Kapitalmarkt zu investieren. Sie passen gut zu Sparplänen und sprechen besonders Menschen an, die langfristig Vermögen aufbauen wollen. Mehrere Marktstudien zeigen, dass sowohl die Zahl der Anleger als auch das Volumen investierter Gelder weiter steigt.
Was zeigt die YouGov-Studie zum ETF-Wissen in Deutschland?
Die Umfrage zeigt ein gemischtes Bild: 23 Prozent der Befragten sagen, sie könnten einen ETF eher gut erklären, 22 Prozent verneinen das. Bei älteren Menschen ist die Unsicherheit besonders hoch. Die Studie macht damit deutlich, dass die Beliebtheit von ETFs nicht automatisch zu mehr Verständnis führt.
Was sollten Anleger aus der Studie lernen?
Wer in ETFs investiert, sollte nicht nur auf Beliebtheit und Performance schauen, sondern auch auf Index, Kosten, Risiko und Anlagehorizont. Die Studie ist ein Hinweis darauf, dass möglicherweise zwar viele einsteigen, aber nicht alle die Funktionsweise des Produkts sicher erklären können. Genau deshalb lohnt sich Basiswissen vor dem Kauf.