Amundi teilt drei seiner ETFs. Warum der Anbieter den Schritt geht und worauf Anleger jetzt achten sollten.
Ende Oktober 2026 wird Amundi drei seiner ETFs splitten. Der Anteilspreis sinkt um den Faktor 80, 100 bzw. 250, die Zahl der Anteile im Depot steigt entsprechend. Am Wert der Position ändert sich nichts. Wir erklären, warum der Anbieter das tut, welche Rolle hohe Kurse spielen und worauf Anleger achten sollten.
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Amundi splittet ETFs: Was genau passiert
Die Entscheidung zum Split trifft der Verwaltungsrat von Multi Units Luxembourg. Diese luxemburgische Investmentgesellschaft (SICAV) ist das Dach, unter dem Amundi die betroffenen Fonds auflegt. Die Mitteilungen an die Anleger sind entsprechend von Multi Units Luxembourg unterzeichnet.
Betroffen sind drei Fonds:
| Fonds | ISIN | Split-Verhältnis | Anteilspreis vorher (ca.) | Anteilspreis nachher (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Amundi Core S&P 500 Swap UCITS ETF Acc | LU1135865084 | 1:100 | 500 € | 5 € |
| Amundi Smart Overnight Return UCITS ETF GBP Hedged Acc | LU1230136894 | 1:250 | 1.500 € | 6 € |
| Amundi Euro Stoxx Banks UCITS ETF Acc | LU1829219390 | 1:80 | 360 € | 4,50 € |
Die Kursangaben stammen von SMARTBROKER+. Die offiziellen Inventarwerte (NAV) sind dort nicht angegeben. Beim S&P-500-Fonds lag der NAV laut Mitteilung am 1. Oktober bei 558,06 US-Dollar je Anteil.
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Die wichtigsten Termine:
26. Oktober 2026: Stichtag (Record Date). Wer dann Anteile hält, bekommt die zusätzlichen Stücke.
27. Oktober 2026: Ex-Tag und Wirksamkeit des Splits.
Ausgabe und Rücknahme: Über den Primärmarkt werden in diesem Zeitraum keine neuen Anteile ausgegeben oder zurückgenommen. Die Mitteilungen nennen dafür unterschiedliche Zeiträume.
Warum werden die ETFs gesplittet?
Der Grund: ETF-Anteile werden mit der Zeit teurer. Bei thesaurierenden Fonds wie diesen bleiben Erträge im Fonds und werden wieder angelegt, der Anteilspreis steigt also über die Jahre. Ein Anteil für mehrere Hundert Euro oder mehr ist für Kleinanleger unhandlich, vor allem wenn sie direkt einzelne Anteile kaufen wollen.
Amundi hat diese Begründung in früheren Fällen selbst genannt. Bei einem Split des Leveraged-MSCI-USA-ETFs 2023 hieß es in der Mitteilung, die Transaktion ziele darauf ab, den ETF für mehr Investoren verfügbar zu machen. Im Juli 2024 hat der Konzern auch einen Nasdaq-100-ETF im Verhältnis 1:200 gesplittet. Auch dort war das erklärte Ziel, den Handel für Kleinanleger attraktiver zu machen.
Was ein Split ist
Ein Split verändert nur die Stückelung. Bei einem Split werden keine Anteile gekauft oder verkauft, und es fallen keine Transaktionskosten an. Der Inventarwert wird durch die Splitzahl geteilt, und jeder Anleger erhält im selben Verhältnis neue Anteile.
Ein Rechenbeispiel: Wer drei Anteile zu je 500 Euro hält, besitzt ein Investment von 1.500 Euro. Nach dem Split im Verhältnis 1:100 hat er 300 Anteile zu je 5 Euro. Der Wert bleibt bei 1.500 Euro.
Ein Split ist das Gegenteil einer Zusammenlegung (Reverse Split), bei der die Zahl der Anteile sinkt und der Preis steigt. Mit einem Split verbessern Anbieter in der Regel die Handelbarkeit. Ein Kursgewinn entsteht dadurch nicht.
Was Anleger jetzt wissen sollten
- Der Wert bleibt gleich: Anleger müssen nichts tun. Die Umstellung läuft automatisch. Entscheidend ist, dass sich weder das Investment noch seine Entwicklung ändern.
- Depotansicht und Kursgrafiken können unter Umständen irritieren: Stückzahl und Einstandskurs ändern sich sofort. Charts in Apps und Portalen zeigen die neuen Werte teilweise erst mit Verzögerung korrekt an.
- Offene Orders prüfen: Limit-Orders und Stop-Loss-Orders auf die Fonds sollten vor dem 27. Oktober kontrolliert werden. Ob und wie der eigene Broker sie anpasst, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter.
- Sparpläne und kleine Käufe: Niedrigere Stückpreise erleichtern regelmäßige Käufe in kleinen Beträgen. Ob Bruchteile von Anteilen gekauft werden können, hängt vom Broker ab.
- Steuern: Der Split hat keine steuerlichen Auswirkungen. Die Anschaffungskosten je Anteil ändern sich rechnerisch. Für konkrete Fragen sollte man einen Steuerberater hinzuziehen.
- Kosten: In den Mitteilungen zu den drei aktuellen Fonds wird keine Gebührenänderung genannt.
Fazit: Was das für Anleger bedeutet
Amundi teilt drei ETFs am 27. Oktober 2026. Für Anleger verändern sich Stückzahl und Stückpreis, der Wert ihrer Position bleibt gleich. Der Vorteil liegt in der Handhabung. Wer einen ETF in kleinen Schritten aufbauen will, kann mit einem Anteilspreis von 5 oder 6 Euro flexibler planen als mit einem Preis von 500 oder 1.500 Euro. Für den Anbieter ist der Split ein Mittel, den Zugang zu seinen Produkten zu erleichtern, gerade in einem Markt, in dem ETFs stark nachgefragt werden.
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Häufige Fragen
Warum splittet Amundi die ETFs?
Anteile werden bei thesaurierenden Fonds mit der Zeit teurer, weil Erträge im Fonds bleiben und wieder angelegt werden. Ein Stückpreis von mehreren hundert Euro schreckt Kleinanleger ab. Bei früheren Splits hat Amundi als Ziel genannt, den ETF für mehr Investoren verfügbar zu machen. Für die drei aktuellen Splits nennen die Mitteilungen keine ausdrückliche Begründung.
Muss ich etwas tun, und ändert sich der Wert?
Nein, die Umstellung läuft automatisch, und es werden keine Anteile gekauft oder verkauft. Der Wert der Position bleibt gleich: Aus drei Anteilen zu je 500 Euro werden 300 zu je 5 Euro. Offene Limit- oder Stop-Loss-Orders sollten Sie vor dem 27. Oktober bei Ihrem Broker prüfen.
Ändert sich durch den Split etwas bei Kosten oder Steuern?
Der Split hat keine steuerlichen Auswirkungen, die Anschaffungskosten je Anteil ändern sich rechnerisch. In den Mitteilungen zu den drei Fonds ist keine Gebührenänderung genannt. Für konkrete Steuerfragen sollten Anleger einen Steuerberater fragen.