Das Golden Butterfly Portfolio verspricht stabile Renditen – in Boom-Phasen wie in Krisen. Wie die Strategie funktioniert, wie sie historisch abgeschnitten hat und wie Anleger sie umsetzen können.

Die meisten Anleger kennen das Dilemma: Wer auf Aktien setzt, muss während Börsenkrisen starke Verluste aushalten. Wer sein Geld in Anleihen oder auf dem Tagesgeldkonto parkt, verliert gegen die Inflation. 

Das Golden Butterfly Portfolio will diesen Zielkonflikt auflösen – mit einer Mischung aus fünf Asset-Klassen. Diese Strategie ist dabei das Ergebnis jahrzehntelanger Kapitalmarktforschung. Und sie hat – zumindest historisch – beeindruckende Ergebnisse geliefert.

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Was ist das Golden Butterfly Portfolio?

Das Golden Butterfly Portfolio wurde von Tyler, dem Betreiber des US-amerikanischen Finanzblogs „Portfolio Charts“, als Weiterentwicklung des legendären Permanent Portfolios von Harry Browne konzipiert. Browne, ein US-Investor und Politiker, hatte in den 1980er-Jahren eine Strategie entwickelt, die zu je 25 Prozent auf Aktien, Anleihen, Gold und Cash setzte – und damit alle vier wirtschaftlichen Phasen abdecken sollte. 

Tyler verfeinerte das Konzept, indem er den Aktienanteil aufspaltete und eine fünfte Komponente hinzufügte: Small-Cap-Value-Aktien. Heraus kam ein Portfolio aus fünf gleich gewichteten Bausteinen à 20 Prozent:

- 20 % US-Standardaktien (Large Cap)

- 20 % US-Nebenwerte mit Substanz (Small CapValue)

- 20 % Langfristige US-Staatsanleihen

- 20 % Kurzfristige US-Staatsanleihen / Cash

- 20 % Gold

Diese Zusammenstellung soll Rendite schaffen und gleichzeitig krisensicher sein. Denn jede der vier klassischen Wirtschaftsphasen – Boom, Rezession, Inflation und Deflation – begünstigt mindestens eine der enthaltenen Asset-Klassen. In Hochkonjunkturphasen legen Aktien zu. In Rezessionen stabilisieren kurzfristige Anleihen und Cash das Depot. Bei hoher Inflation schützt Gold. Bei Deflation steigen langfristige Anleihen im Kurs. Das Ergebnis: Das Portfolio soll nie vollständig absaufen – und immer irgendwo profitieren.

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Historische Performance: Stabil durch alle Krisen

Historisch gesehen kann das Golden Butterfly Portfolio durchaus mit seiner Strategie überzeugen – zumindest für den US-Markt, für den historische Daten weit zurückreichen.

Gemessen an US-Marktdaten seit den 1970er-Jahren erzielte das Portfolio eine jährliche Rendite (CAGR) von etwa 7 bis 8 Prozent nominal. Real, also nach Abzug der Inflation, lagen die Erträge im Schnitt bei rund 4 bis 5 Prozent pro Jahr – ein solider Wert, der deutlich über dem Inflationsausgleich liegt.

Besonders beeindruckend ist jedoch die Verlustseite: Der maximale Drawdown – also der größte Einbruch vom Höchststand bis zum Tiefpunkt – lag historisch deutlich unter 20 Prozent. Zum Vergleich: Ein reines S&P-500-Portfolio verlor während der Finanzkrise 2008/2009 rund 55 Prozent seines Wertes, im Dotcom-Crash 2000 bis 2002 mehr als 49 Prozent. Das Golden Butterfly Portfolio durchstand beide Krisen mit wesentlich geringeren Blessuren.

Der Haken: In reinen Bullenmärkten – wie den 2010er-Jahren – hinkt das Golden Butterfly Portfolio einem reinen Aktienportfolio hinterher. Wer auf die maximale Rendite aus ist, fährt mit einem 100-Prozent-Aktienportfolio langfristig besser. 

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Wie Anleger ein Golden Butterfly Portfolio gestalten können

Die gute Nachricht: Das Golden Butterfly Portfolio ist mit fünf günstigen ETFs einfach nachzubauen. Ein jährliches Rebalancing genügt, um die Gewichtung wiederherzustellen. Der Zeitaufwand ist minimal.

Wer dem ursprünglichen Konzept treu bleiben möchte, setzt auf US-amerikanische ETFs:

- 20 % S&P 500 ETF 

- 20 % S&P SmallCap 600 ETF 

- 20 % Langl. Anleihen - USD Treasury Bond 20+yr ETF

- 20 % Kurzl.Anleihen - USD Treasury Bond 1-3yr ETF

- 20 % Gold-ETF

Das klassische Golden Butterfly Portfolio ist demnach stark auf den US-Markt ausgerichtet. Das birgt für deutsche Anleger ein zusätzliches Währungsrisiko (USD/EUR) und konzentriert das Portfolio auf einen einzigen nationalen Markt. Eine europäisch angepasste Variante könnte die US-Aktienanteile zumindest teilweise durch europäische Pendants ersetzen - beispielsweise indem man statt auf den S&P 500 auf STOXX Europe 600 oder den MSCI Europe ETF setzt. 

Hier ist der Nachteil: Historische Daten für den europäischen Markt fehlen weitgehend, und die Renditen des europäischen Aktienmarktes waren langfristig geringer als die des US-Marktes. Alternativ könnte auch ein globaler Ansatz gewählt werden – etwa durch Einsatz eines MSCI-World-ETF für den Aktienanteil –, der sowohl US-Werte als auch europäische Titel beinhaltet. 

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Häufige Fragen

Was ist das Golden Butterfly Portfolio und wie ist es aufgebaut?

Das Golden Butterfly Portfolio ist eine passive Anlagestrategie aus fünf gleich gewichteten Asset-Klassen à 20 Prozent: US-Standardaktien, US-Nebenwerte (Small Cap Value), langfristige US-Staatsanleihen, kurzfristige US-Staatsanleihen bzw. Cash sowie Gold. Die Idee: Jede klassische Wirtschaftsphase – Boom, Rezession, Inflation und Deflation – begünstigt mindestens eine dieser Klassen, sodass das Portfolio stets irgendwo profitiert.

Wie hat das Golden Butterfly Portfolio historisch abgeschnitten – insbesondere in Krisen?

Seit den 1970er-Jahren erzielte das Portfolio eine jährliche Rendite von rund 7 bis 8 Prozent nominal, real etwa 4 bis 5 Prozent. Besonders stark ist die Verlustbegrenzung: Der maximale Drawdown lag unter 20 Prozent – während ein reines S&P-500-Portfolio in der Finanzkrise 2008/2009 rund 55 Prozent verlor. In Bullenmärkten bleibt die Strategie renditemäßig jedoch hinter reinen Aktienportfolios zurück.

Wie können deutsche Anleger das Golden Butterfly Portfolio umsetzen?

Das Portfolio lässt sich mit fünf ETFs einfach nachbauen und benötigt nur ein jährliches Rebalancing. Das US-Original bringt für deutsche Anleger jedoch ein Währungsrisiko (USD/EUR) mit sich. Alternativen sind eine europäische Variante mit STOXX Europe 600 oder MSCI Europe – oder ein globaler Ansatz mit einem MSCI-World-ETF, der US- und europäische Titel kombiniert.