Monatlich Geld aus dem Depot? Dividenden- und Anleihen-ETFs versprechen beide Erträge, doch die Unterschiede sind groß. Ein Überblick. 

Wer passives Einkommen aufbauen möchte, stößt schnell auf zwei Fondsarten: Dividenden-ETFs und Anleihen-ETFs. Beide können regelmäßige Erträge liefern, unterscheiden sich aber deutlich in Risiko, Schwankungsverhalten und Inflationsschutz. Sie eignen sich deshalb nicht für alle Anleger.

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Das Grundprinzip: Dividenden-ETF und Anleihen-ETF

Ein ETF (Exchange Traded Fund) bündelt viele Wertpapiere in einem börsengehandelten Fonds. Beim Dividenden-ETF stammen die Erträge aus Ausschüttungen von Unternehmen, beim Anleihen-ETF aus Zinszahlungen von Staaten oder Unternehmen. In beiden Fällen gilt: Die Erträge sind nicht garantiert, und der Kurs des Fonds kann schwanken.

Rechenbeispiel: Bei einer Rendite von etwa drei Prozent pro Jahr bringen 100.000 Euro rund 3.000 Euro im Jahr, also etwa 250 Euro im Monat, vor Steuern und Kosten. Die Rendite ist allerdings keine Garantie.

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Dividenden-ETFs: Vorteile und Nachteile

Vorteile:

- Wachstumspotenzial: Unternehmen können ihre Dividenden über die Jahre erhöhen, und auch der Aktienkurs kann steigen.

- Inflationsschutz: Langfristig haben Aktien die Inflation tendenziell besser ausgeglichen als Anleihen mit festem Zins.

- Breite Streuung: Ein Index-ETF verteilt das Risiko auf Hunderte Unternehmen.

Nachteile:

- Hohe Kursschwankungen: In Krisen wie 2008 oder 2020 verloren Aktienmärkte zeitweise deutlich mehr als 30 Prozent.

- Keine garantierte Ausschüttung: Dividenden können gekürzt oder gestrichen werden, besonders in Rezessionen.

- Klumpenrisiko: Viele Dividenden-ETFs konzentrieren sich auf wenige Branchen wie Finanzen, Energie oder Versorger.

- Steuern: Dividenden unterliegen der Abgeltungsteuer. Bei thesaurierenden Fonds fällt zusätzlich die Vorabpauschale an.

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Anleihen-ETFs: Vorteile und Nachteile

Vorteile:

- Planbare Zinserträge: Anleihen zahlen in der Regel feste oder klar definierte Zinsen.

- Oft geringere Schwankungen: Im Vergleich zu Aktien sind die Kursbewegungen meist moderater, besonders bei kurzen Laufzeiten.

- Breite Streuung: Auch Anleihen-ETFs bündeln viele Emittenten.

Nachteile:

- Zinsrisiko: Steigen die Zinsen, sinken die Kurse bestehender Anleihen. 2022 verloren viele Anleihen-ETFs deutlich, teils mehr als zehn Prozent.

- Inflationsrisiko: Liegt die Inflation über der Rendite, sinkt die Kaufkraft des Einkommens.

- Kreditrisiko: Unternehmens- und Schwellenländeranleihen bieten höhere Renditen, aber auch ein höheres Ausfallrisiko.

- Begrenztes Wachstum: Die Erträge sind meist niedriger als das langfristige Wachstumspotenzial von Aktien.

- Steuern: Auch hier gilt die Abgeltungsteuer, bei thesaurierenden Fonds zusätzlich die Vorabpauschale.

Direkter Vergleich der Arten:

Kriterium Dividenden-ETF Anleihen-ETF
Typische Rendite ca. 2–4 % (nicht garantiert) ca. 2–4 % (je nach Laufzeit und Bonität)
Kursschwankungen hoch moderat bis mittel
Wachstumspotenzial hoch gering
Inflationsschutz tendenziell besser eher schwach
Hauptrisiko Marktrückgänge, Dividendenkürzungen Zinsanstieg, Ausfall von Schuldnern
Eignung für Cashflow gut (ausschüttend) gut (ausschüttend)

Für welchen Anleger passt welcher ETF?

Für Sie passt eher ein Dividenden-ETF, wenn Sie einen langen Anlagehorizont von zehn Jahren oder mehr haben, Kursschwankungen aushalten können und das Einkommen mit der Inflation mitwachsen soll.

Ein Anleihen-ETF eignet sich dagegen eher für Anleger, die stabilere Schwankungen bevorzugen, kurzfristiger planen oder ein möglichst berechenbares Einkommen brauchen.

Eine weitere Option wäre auch eine Kombination aus beiden Formen: Viele Anleger mischen beide Varianten. Der Anleihenanteil dämpft Schwankungen, der Aktienanteil sorgt für Wachstum und Inflationsschutz. 

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Häufige Fragen

Kann ich mit einem ETF allein ein passives Einkommen aufbauen? 

Ja, das ist grundsätzlich möglich. Ein einzelner ETF reicht aber nicht immer aus, weil Erträge schwanken oder gekürzt werden können. Eine Mischung aus verschiedenen Anlageklassen verteilt das Risiko besser.

Welcher ETF-Typ hat die höhere Rendite - Anleihen oder Dividende? 

Beide liegen typischerweise im Bereich von etwa 2 bis 4 % pro Jahr. Die Rendite hängt stark von Marktlage, Laufzeit und Bonität ab. Eine Garantie gibt es bei keinem der beiden.

Soll ich ausschüttende oder thesaurierende ETFs wählen? 

Ausschüttende ETFs eignen sich, wenn Sie regelmäßig Geld entnehmen möchten. Thesaurierende ETFs passen besser, wenn Sie Vermögen aufbauen und Erträge reinvestieren wollen. Beachten Sie dabei die Vorabpauschale.