Ein ETF erfreut sich bei Europas Anlegern besonderer Beliebtheit. Doch was steckt dahinter? Wir schauen genauer auf Kosten und Rendite, Vor- und Nachteile und klären, für wen sich der Vanguard FTSE All-World eignet.
Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF ist seit Monaten der meistgekaufte ETF Europas. Im ersten Halbjahr 2026 flossen rund 14 Milliarden Euro in den Fonds, womit er laut LSEG Lipper das bestverkaufte Produkt des Kontinents war. Allein im September sollen dem Gesamtfonds geschätzt 2,7 Milliarden Euro zugeflossen sein, mehr als jedem anderen europäischen ETF. Woran könnte das liegen?
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FTSE All-World UCITS ETF: Ein Fonds für die gesamte Welt
Der FTSE All-World ist breit aufgestellt und bildet tausende Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern ab. Mit dem ETF können Anleger also mit einem einzigen Kauf weltweit in Aktien investieren, von den USA über Europa und Japan bis zu China oder Indien. Der Fonds umfasst über 3.900 große und mittelgroße Unternehmen aus 25 Industrie- und 24 Schwellenländern - die genau Zahl kann jedoch durch die laufende Index-Neugewichtung schwanken.
Diese breite Streuung macht ihn zu einem beliebten Baustein für Sparpläne. Wer sein Depot nicht mit regionalen oder branchenspezifischen Fonds zusammensetzen möchte, bekommt hier eine komplette Weltaktienquote in einem Produkt.
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Niedrige Kosten, hohes Fondsvolumen und thesaurierend
Dazu kommen die niedrigen Kosten: Die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei 0,14 Prozent pro Jahr. Der Vanguard-Fonds war zudem durch eine Gebührensenkung im Wettbewerb noch günstiger geworden. Die Anteilsklasse mit der ISIN IE00BK5BQT80 ist thesaurierend: Erträge werden automatisch wieder angelegt. Anleger müssen also keine Ausschüttungen versteuern oder selbst wieder investieren, was den Zinseszinseffekt begünstigt.
Mit einem Fondsvolumen von rund 87 Milliarden US-Dollar (Stand 30. September 2026) zählt der ETF außerdem zu den größten seiner Art. Das sorgt für hohe Handelsliquidität und ist bei vielen Brokern sparplanfähig. Auch der Vanguard-Konzern selbst zieht Kapital an: Die Gesellschaft verzeichnete im zweiten Quartal 2026 Nettozuflüsse von 132,5 Milliarden Euro in ihre europäischen UCITS-Fonds.
Hohe Rendite: Was die Zahlen zeigen
Der Fonds hat seit seiner Auflegung im Juli 2019 eine deutliche Wertsteigerung erzielt. Die folgenden Zahlen stammen von justETF (Stand 31. August 2026, in Euro, inklusive Erträge). Die Angaben p.a. (pro Jahr) sind eigene Umrechnungen aus den Gesamtrenditen.
Über ein Jahr betrachtet legte der Fonds um 23,6 Prozent zu. Über drei Jahre ergab sich eine Gesamtrendite von 71,0 Prozent, was einer jährlichen Rendite von rund 19,6 Prozent entspricht. Über fünf Jahre lag die Gesamtrendite bei 79,7 Prozent, also etwa 12,4 Prozent pro Jahr. Seit Auflegung im Juli 2019 summiert sich die Rendite auf 142,1 Prozent, im Schnitt rund 13,2 Prozent pro Jahr.
Die Kalenderjahre zeigen aber auch Schwankungen: 2022 verlor der Fonds rund 13 Prozent, 2023 legte er 17,8 Prozent zu, 2024 24,7 Prozent und 2025 8,4 Prozent. Der größte Rückgang vom Hoch bis zum Tief lag seit Auflegung bei rund -33,5 Prozent. Wer hier investiert, sollte solche Phasen aushalten können.
Für welche Anleger sich der ETF eignet
Der ETF passt vor allem zu Anlegern, die:
- langfristig investieren (typischerweise zehn Jahre oder mehr), etwa für Altersvorsorge oder Vermögensaufbau,
- eine breite Streuung wünschen, ohne einzelne Länder oder Branchen gezielt zu gewichten,
- Kosten niedrig halten möchten,
- regelmäßig sparen wollen, zum Beispiel über einen Sparplan,
- keine Zeit oder Lust haben, einzelne Aktien auszuwählen und zu überwachen.
Weniger geeignet ist der Fonds für Anleger mit sehr kurzem Anlagehorizont oder solche, die kein Kursrisiko tragen können. Wer die Aktienquote gezielt begrenzen möchte, braucht zusätzlich Anleihen oder andere Anlageklassen.
Beliebter Welt-ETF: Es gibt auch eine Kehrseite
Anleger sollten bei dem beliebten Welt-ETF auch die Risiken kennen: Der Index ist nämlich stark von großen US-Technologiewerten geprägt. Die zehn größten Positionen, darunter Nvidia, Apple und Microsoft, machen rund 24 Prozent des Fonds aus. Wer den Fonds kauft, setzt also auch auf die Entwicklung dieser Konzerne. Zudem schwankt der Kurs: Der Fonds wird mit Risikoklasse 4 von 7 eingestuft, und die Volatilität lag über ein Jahr bei rund 11,5 Prozent. Die Währung ist ebenfalls ein Faktor, denn der Fonds notiert in US-Dollar.
Insgesamt überzeugt der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Acc) mit breiter Streuung, niedrigen Kosten und einer thesaurierenden Struktur. Die Rekordzuflüsse zeigen, dass viele Anleger auf eine passive Weltaktienlösung setzen. Ob er zum eigenen Depot passt, hängt von Anlagehorizont, Risikobereitschaft und Zielen ab.
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Häufige Fragen
Was ist der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF?
Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF ist ein passiver Indexfonds. Er bildet den FTSE All-World ab und investiert damit in große und mittelgroße Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Die Anteilsklasse IE00BK5BQT80 ist thesaurierend, die Erträge werden also automatisch wieder angelegt.
Welche Kosten fallen beim Vanguard FTSE All-World an?
Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 0,14 Prozent pro Jahr. Die Kosten werden direkt aus dem Fondsvermögen entnommen und sind bereits in der Wertentwicklung enthalten.
Für wen eignet sich der Vanguard FTSE All-World?
Der ETF eignet sich vor allem für langfristig orientierte Anleger mit einem Anlagehorizont von zehn Jahren oder mehr, die breit streuen und Kosten niedrig halten möchten. Er ist besonders für Sparpläne geeignet. Anleger mit kurzem Zeithorizont oder geringer Risikotoleranz sollten die Schwankungen berücksichtigen.