Nach dem IPO von SpaceX erfolgt nun die Aufnahme des Weltraumunternehmens in verschiedene Indizes. Das müssen Anleger in ETFs auf den FTSE All World, den MSCI World und den NASDAQ 100 wissen.
Am 12. Juni hat SpaceX ein furioses IPO hingelegt, doch inzwischen an der Börse wieder einen großen Teil seines Momentums eingebüßt (mehr dazu hier). Unabhängig davon kaufen aktuell immer mehr ETFs Anteile an dem Weltraumkonzern, was auch viele Sparer betrifft.
Ist die SpaceX-Aktie auch in Ihrem ETF?
So wurde SpaceX in den FTSE All-World Index dank einer Fast-Track-Regelung inkludiert. Bei Welt-Indizes wie MSCI dürfte dies auch schon bald (nach dem 10. Handelstag) erfolgen. Allerdings hat das Unternehmen trotz einer Billionen-Marktkapitalisierung hier nur ein Gewicht von weniger als 0,1 Prozent. Hintergrund: Die Gewichtung innerhalb des Index hängt am Free Float, der aktuell noch sehr niedrig ist.
ETF-Anleger bekommen SpaceX-Aktien also nicht im enormem Umfang in das eigene Portfolio gekauft.
Anders sieht es beim NASDAQ 100 aus. Hier führen vor dem IPO aktualisierte Regeln dazu, dass das Weltraumunternehmen direkt mit einer Gewichtung von über einem Prozent startet. Im S&P 500 dagegen dürfte der Konzern dagegen noch mindestens ein Jahr nicht vertreten sein, da sich das dortige Indexkomitee gegen eine Regeländerung zugunsten von SpaceX aussprach.
Das Problem mit Insidern und Indizes bei SpaceX
Bis auf NASDAQ-ETFs kaufen passive Indexfonds also nicht in großem Umfang und Anleger haben nicht plötzlich ein potenzielles Klumpenrisiko mit dem Weltraumkonzern. Zudem erfolgt der Einstieg, nachdem sich die IPO-Euphorie deutlich abgekühlt hat - also auch nicht zu einem völlig überhöhten Preis (auf Basis des ersten Handelskurses von 150 US-Dollar - klassische Bewertungsmetriken bewusst beiseite gelassen).
Doch was auf den ersten Blick nicht als Problem erscheint, wird ein solches, sobald die Aktie von SpaceX einen höheren Free Float hat. Denn zu diesem Zeitpunkt gewichten viele ETFs die Aktie entsprechend höher und kaufen.
Ein höherer Freefloat kommt vor allem dann zustande, wenn die bisherigen SpaceX-Aktionäre (vor dem IPO) verkaufen. Deren Lock-up-Fristen laufen sukzessive nach der Verkündung der ersten SpaceX-Quartalszahlen aus. Besonders kritisch wird es im Dezember, wenn Insider Aktien kurz vor dem Rebalancing großer Indizes handeln dürfen.
Mehrheitsaktionär Elon Musk (ca. 42 Prozent der Aktien und mehr als 80 Prozent der Stimmrechte) dürfte zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht seine Anteile verkaufen. Erst ein Jahr nach dem IPO kann der reichste Mann der Welt Anteilsscheine frei handeln.
Häufig gestellte Fragen
Wann endet die Lock-up-Frist für Elon Musk bei SpaceX?
Mehrheitsaktionär Elon Musk (ca. 42 Prozent der Aktien und mehr als 80 Prozent der Stimmrechte) dürfte erst ein Jahr nach dem IPO die Anteilsscheine frei handeln.
Welches Gewicht hat SpaceX im FTSE All-World?
Das Gewicht von SpaceX im FTSE All-World liegt unter 0,1 Prozent.
Warum ist das Gewicht von SpaceX im FTSE All-World so niedrig?
Die Gewichtung innerhalb des Index hängt am Free Float, der aktuell noch sehr niedrig ist.