Der Exchange Traded Fund enthält die günstigsten US-Aktien aus den verschiedensten Sektoren. Unabhängig von der Zinspolitik der Fed dürfte der Indexfonds weiter gut laufen.
Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 27. Mai in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 23/26. Wenn Sie in Zukunft als erste die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.
In den kommenden Monaten werden US-Anleger ihr Augenmerk nicht nur auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung der Unternehmen richten. Im Fokus steht auch der neue US-Notenbank-Chef Kevin Warsh. Wird er, wie von US-Präsident Donald Trump gewünscht, die Geldpolitik lockern?
Spielräume gibt es eigentlich nicht. Im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug die Inflationsrate im April 3,8 Prozent. Abhängig von der weiteren Entwicklung der Energiepreise, lässt sich ein Anstieg der Teuerung auf über vier Prozent nicht ausschließen. Robert Greil, Kapitalmarktexperte von Merck Finck, rechnet dennoch damit, dass die Zinsen gesenkt werden.
Der nächste Zinsentscheid der US-Notenbank steht am 17. Juni an. Sinkende Zinsen bedeuten Rückenwind für US-Aktien. Unternehmen und Verbraucher können dann Kredite zu günstigeren Konditionen aufnehmen. Es wird mehr investiert und mehr konsumiert, die Konjunktur nimmt Fahrt auf.
Karin Kunrath, Chief Investment Officer bei Raiffeisen Capital Management, ist anderer Meinung. Zu Zinssenkungen auf Zuruf aus dem Weißen Haus werde es nicht kommen. „Für den Präsidenten wird es da wohl eine Enttäuschung geben.“
Doch selbst wenn die Leitzinsen zunächst in der aktuellen Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben oder im Laufe des Jahres sogar angehoben werden müssten: Ein Abbau von US-Positionen ist nicht zwingend notwendig. Eine wieder restriktivere Geldpolitik würde vielmehr Zweifel institutioneller Investoren an der politischen Unabhängigkeit der Fed zerstreuen und zugleich den Dollar stabilisieren.
Noch nicht zu teuer
Allerdings erscheinen die Bewertungen im Leitindex S & P 500 mit einem durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 29 inzwischen hoch. Günstiger bewertet sind dagegen Unternehmen, die im iShares Edge MSCI USA Value Factor ETF vertreten sind. Die 141 Titel weisen im Schnitt ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 19 auf.
Der Exchange Traded Fund bildet den MSCI USA Enhanced Value Index nach. In dem Börsenbarometer notieren die günstigsten Aktien aus den jeweiligen Branchen, wie zum Beispiel Micron Technology und Intel aus dem Technologiesektor, General Motors aus der Automobilbranche sowie die Investmentbank Citigroup aus dem Finanzsektor.
Die Value-Strategie entwickelte sich zuletzt deutlich besser als der breite US-Markt. Seit Jahresbeginn legte der 4,5 Milliarden Euro schwere iShares Edge MSCI USA Value Factor um rund 34 Prozent zu, während der S & P 500 auf ein Plus von etwa zehn Prozent kommt.