Der MSCI World wird zum 31. August umgebaut. Zwei deutsche Aktien fliegen raus, dafür nimmt der Inde gleich drei neue US-Unternehmen. Warum das für ETF-Spare ein Problem sein könnte.
Der Indexanbieter MSCI hat seine turnusmäßige Überprüfung für August abgeschlossen. Die Änderungen werden zum Handelsschluss am 31. August 2026 wirksam. Für ETFs auf den MSCI World bedeutet das: Die Fonds müssen ihre Bestände an die neue Zusammensetzung anpassen.
Gleich zwei Klumpenrisiken
Zu den wichtigsten Neuzugängen im MSCI World zählen mit SanDisk, Carpenter Technology und ATI ausgerechnet gleich drei Unternehmen aus den USA. Zwar erfolgt die Auswahl nicht subjektiv, sondern streng regelbasiert anhand der Marktkapitalisierung und Liquidität der Titel. Doch aus Anlegersicht erhöht der Indexanbieter Morgan Stanley Capital International (kurz: MSCI) damit gleich zwei Klumpenrisiken: Der ohnehin schon hohe Anteil von US-Aktien im MSCI World steigt weiter. Gleichzeitig kommen alle drei Kandidaten auch noch aus dem Technologiesektor, der ebenfalls relativ hoch gewichtet ist. Der Idee, seine Anlagen mit einem ETF auf den MSCI World Index möglichst breit zu streuen, läuft das klar zuwider.
Dagegen sinkt das Gewicht deutscher Aktien im Index weiter: Scout 24 und CTS Eventim müssen den Index verlassen, weil sie aufgrund ihrer Börsenkapitalisierung auf Basis des Free Floats zu den Small Caps herabgestuft werden.
Grafik; Der Kursverlauf des Index am Beispiel des MSCI World ETFs von iShares
55 neue Titel im ACWI
Im globaler gefassten MSCI ACWI, der neben den 23 Insutriestaaten auch 23 Schwellenländer umfasst, fallen die Änderungen umfangreicher aus. Hier kommen insgesamt kommen dort 55 Aktien hinzu, 92 Titel müssen den Index verlassen. Besonders viel Bewegung gibt es in den Schwellenländern. Unter anderem wird der chinesische Anbieter für künstliche Intelligenz Zhipu neu aufgenommen.
Für Anleger ist wichtig: Die Aufnahme in einen Index ist kein Gütesiegel und der Ausschluss kein automatisches Verkaufssignal. MSCI überprüft regelmäßig unter anderem die Marktkapitalisierung und die Handelbarkeit der Aktien. Unternehmen, die bestimmte Schwellen überschreiten, können aufgenommen werden, während andere aus dem Index fallen.
10 Titel machen 26 Prozent des Index aus
Der weit verbreitete iShares MSCI World ETF wird nach nach den vorliegenden Angaben ab dem 31. August rund 1.312 Aktien halten. Dabei ist Technologie ist mit einem Portfolioanteil von knapp 31 Prozent weiterhin der mit Abstand größte Sektor. Der US-Anteil beträgt rund 73 Prozent. Die größten Einzelpositionen im Index sind Nvidia, Apple und Microsoft. Zusammen machen die zehn wichtigsten Titel auf mehr als 26 Prozent des Fondsvermögens aus.
Die neuen Aktien dürften diese Konzentration leicht verringern, an der Dominanz der großen Technologiewerte ändert sich jedoch grundsätzlich nichts. Wer einen MSCI-World-ETF kauft, setzt deshalb weiterhin stark auf US-Aktien und den Technologiesektor. Das kann die Renditechancen erhöhen, verstärkt aber auch die Abhängigkeit von wenigen großen Unternehmen.
Was Anleger beachten sollten
Durch die Umschichtung kann rund um den 31. August das Handelsvolumen steigen. Passive Fonds müssen ihre Positionen an die neue Indexstruktur anpassen. Für langfristig orientierte ETF-Sparer ist die Änderung normalerweise kein Grund, den Sparplan zu stoppen oder das Depot hektisch umzubauen.
SanDisk, Carpenter Technology und ATI verbreitern den MSCI World leicht. Der Kern des Index bleibt aber unverändert: US-Aktien und Mega-Caps dominieren. Anleger sollten die Anpassung zur Überprüfung nutzen, ob ein einzelner MSCI-World-ETF noch zur eigenen weltweiten Diversifikationsstrategie passt. Wer breiter anlegen möchte, könnte zum Beispiel auf einen der in diesem Artikel genannten ETFs umsatteln.
Häufige Fragen zum Thema
Wer entscheidet über die Zusammensetzung des MSCI World Index?
Über die Zusammensetzung des MSCI World Index entscheidet der US-amerikanische Indexanbieter MSCI. Die Abkürzung steht für Morgan Stanley Capital International. Die Auswahl erfolgt nicht subjektiv, sondern anhand fester Kriterien. Berücksichtigt werden große und mittelgroße Unternehmen aus definierten Industrieländern, die im Streubesitz (Free Float) sind. Die Aktien müssen außerdem für internationale Investoren frei zugänglich, kaufbar und liquide sein. Und der Index strebt an, in jedem zugelassenen Land etwa 85 Prozent der Marktkapitalisierung abzudecken.
Was ändert sich per 31. August im MSCI World Index?
Zwei bekannte deutsche Unternehmen werden zu den "Small Caps" zurückgestuft und fallen deshalb aus dem großen MSCI World Index heraus. Es handelt sich um Scout24, den Betreiber des Immobilienportals ImmoScout24, und CTS Eventim, den Veranstalter und Ticketvermarkter.
Welche Aktien rücken zum 31,. August 2026 in den MSCI World Index auf?
Die drei größten Neuzugänge im MSCI World Index nach Marktkapitalisierung heißen SanDisk, Carpenter Technology und ATI. Alle drei kommen aus den USA. Damit erhöht sich die US-Lastigkeit des MSCI World weiter.