Der erste US-Spot-Bitcoin-ETF wird vom Markt genommen. Hashdex schließt DEFI – aber nicht wegen schlechter Performance.

Es hat Jahre gedauert, bis die US-Börsenaufsicht SEC überhaupt einen Spot-Bitcoin-ETF zuließ. Als die Zulassung im Januar 2024 endlich kam, war es ein Wendepunkt für die gesamte Kryptobranche. Umso bemerkenswerter ist es, dass nun ausgerechnet einer der ersten zugelassenen Fonds wieder vom Markt verschwindet: Hashdex hat die Schließung seines Bitcoin-ETFs mit dem Kürzel DEFI angekündigt. Es ist das erste Delisting eines US-Spot-Bitcoin-ETFs überhaupt.

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Zu klein, um zu überleben: Erster Bitcoin-ETF schließt

Die Ursache für das Delisting: Der Fonds war zu klein, um sich selbst zu tragen. Hashdex erhebt eine jährliche Gebühr von 0,25 Prozent – ein branchenüblicher Satz. Doch bei einem Fondsvermögen von zuletzt rund 14,56 Millionen US-Dollar ergibt das gerade einmal etwa 26.000 US-Dollar pro Jahr. Zum Vergleich: Im letzten vollständigen Quartal verbuchte DEFI lediglich 6.453 US-Dollar an Gebühreneinnahmen. Im gesamten Jahr 2025 waren es insgesamt 47.521 US-Dollar – und das reicht nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken.

Denn ein ETF verursacht Ausgaben, die weit über die reine Fondsverwaltung hinausgehen. In den offiziellen Unterlagen listet Hashdex als sogenannte Sponsor-Kosten unter anderem Verwahrgebühren, Wirtschaftsprüfungen, Rechtsberatung, Buchhaltung, SEC-Gebühren sowie die Erstellung von Steuerunterlagen auf. Hashdex musste das zuletzt aus eigener Tasche bezahlen.

Die DEFI-Anteile können noch bis zum 17. August 2026 an der NYSE Arca gehandelt werden. Wer seine Anteile bis zum Handelsschluss hält, erhält voraussichtlich um den 28. August eine Auszahlung in US-Dollar. Hashdex wird dafür die 225,58 Bitcoin des Fonds liquidieren und den Erlös – abzüglich der Abwicklungskosten – anteilig an die Anleger ausschütten. 

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Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Der Fonds funktionierte – aber das reichte nicht

Dabei hat DEFI technisch gesehen seine Aufgabe erfüllt. Der Fonds bildete den Bitcoin-Kurs mit einer Abweichung von gerade einmal 0,02 Prozent ab – eine beeindruckende Präzision. Auch die verwalteten Vermögen wuchsen: Zwischen dem 31. März und dem 4. August stieg das Fondsvermögen von 9,22 Millionen auf 14,56 Millionen US-Dollar, ein Plus von rund 58 Prozent. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile kletterte im gleichen Zeitraum von 120.000 auf 200.000.

Doch im ETF-Markt entscheidet nicht allein die Performance über das Überleben – sondern vor allem die Größe. Wer nicht genug Kapital anzieht, kann die Fixkosten nicht stemmen. DEFI ist daran gescheitert, obwohl der Fonds inhaltlich funktioniert hat.

Das zeigt der Blick auf die Wettbewerber: BlackRock erhebt mit seinem Bitcoin-ETF IBIT ebenfalls eine Gebühr von 0,25 Prozent – doch der Fonds verwaltete am 4. August satte 47,5 Milliarden US-Dollar. Das ist etwa 3.260-mal so viel wie DEFI. Bei dieser Größenordnung sprudeln die Gebühreneinnahmen, lassen sich Fixkosten problemlos amortisieren und institutionelle Investoren fühlen sich durch die hohe Liquidität angezogen.

Weiterführende Links

Erster Bitcoin-ETF schließt: Ein Signal für den Markt?

Das Scheitern von DEFI trifft in eine ohnehin schwierige Phase für Bitcoin. Der Kurs steht unter Druck, das Sentiment am Markt ist gedämpft – und genau in solchen Zeiten zeigt sich, wie fragil das Konstrukt rund um die Kryptowährung noch ist. Dabei sagt das Delisting wenig über Bitcoin selbst aus, aber viel über den Markt drumherum: Wenn selbst ein technisch einwandfreier Fonds in einem schwachen Marktumfeld keine ausreichenden Zuflüsse generieren kann, wird das Problem für kleine Anbieter existenziell. 

Hashdex selbst zieht sich nicht aus dem US-Markt zurück. Das Unternehmen verwaltet weiterhin über 200 Millionen US-Dollar in amerikanischen Produkten – DEFI ist lediglich ein einzelner, nicht überlebensfähiger Fonds. Doch es zeigt, wie sehr sich der Markt konzentriert und wie schwer es kleinere Anbieter haben.

Die fünf größten Vermögensverwalter halten den Löwenanteil des verwalteten Kapitals, und neue Mittelzuflüsse gehen überproportional an die etablierten Anbieter. Für kleinere Fondsinitiatoren wird es immer schwieriger, eine kritische Masse zu erreichen. Das Ende von DEFI könnte daher erst der Anfang einer Konsolidierungswelle im noch jungen Markt der US-Spot-Bitcoin-ETFs sein.

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Häufige Fragen

Welcher Bitcoin-ETF wird als erster in den USA vom Markt genommen?

Der Hashdex Bitcoin ETF (DEFI) ist der erste US-Spot-Bitcoin-ETF, der ein Delisting ankündigt. Die Anteile werden noch bis zum 17. August 2026 an der NYSE Arca gehandelt. Anleger, die bis dahin investiert bleiben, erhalten ihre Auszahlung voraussichtlich um den 28. August in US-Dollar.

Warum schließt Hashdex seinen Bitcoin-ETF?

Der Fonds war zu klein, um wirtschaftlich tragfähig zu sein. Mit einem Vermögen von rund 14,56 Millionen US-Dollar und einer Gebühr von 0,25 Prozent nahm DEFI zuletzt nur 6.453 US-Dollar pro Quartal ein – zu wenig, um laufende Kosten wie Verwahrung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung zu decken. Hashdex übernahm diese Kosten zuletzt selbst.

Was passiert mit dem Geld der Anleger, wenn ein Bitcoin-ETF schließt?

Das investierte Kapital geht nicht verloren. Hashdex liquidiert die 225,58 Bitcoin des Fonds und schüttet den Erlös anteilig an alle verbliebenen Anleger aus – abzüglich der Abwicklungskosten. Anleger sollten beachten, dass der Bitcoin-Kurs während der Verkaufsphase schwanken kann, was die Auszahlungshöhe beeinflusst.