Geldmarkt-ETFs versprechen eine unkomplizierte Möglichkeit, kurzfristig verfügbares Geld im Wertpapierdepot zu verzinsen. Für wen sich das Modell eignet und worauf Anleger achten sollten.
Wer Geld vorübergehend parken möchte, stößt neben Tages- und Festgeld zunehmend auf Geldmarkt-ETFs. Sie bilden die Entwicklung kurzfristiger Geldmarktzinsen ab und sind für Anleger interessant, die kurzfristig Geld im Depot halten möchten und dafür eine börsengehandelte Lösung suchen.
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Geldmarkt-ETFs: So funktionieren sie
Bei Euro-Produkten dient häufig der €STR als Orientierung – ein Referenzzins für unbesicherte Übernacht-Kredite zwischen Banken im Euroraum. Je nach Produkt geschieht das auf unterschiedliche Weise: Ein Fonds kann etwa in sehr kurzfristige Schuldverschreibungen investieren oder die Indexentwicklung über ein Tauschgeschäft (Swap) abbilden.
Die Verzinsung ist variabel. Steigen die kurzfristigen Zinsen, kann sich das grundsätzlich positiv auf die Rendite auswirken; sinken sie, geht die erwartbare Verzinsung tendenziell zurück. Eine feste Verzinsung wie bei einem entsprechend vereinbarten Festgeld gibt es nicht.
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Tagesgeld oder ETF: Das ist der Unterschied
Ein Geldmarkt-ETF wird wie ein Wertpapier über ein Depot gekauft und verkauft. Das kann praktisch sein, wenn das Geld bereits im Depot liegt oder dort flexibel für einen späteren Wertpapierkauf bereitstehen soll. Zu beachten sind jedoch laufende Fondskosten, mögliche Ordergebühren und die Geld-Brief-Spanne beim Handel.
Tagesgeld ist dagegen eine Einlage bei einer Bank. Für gesetzlich geschützte Einlagen gilt in der EU grundsätzlich die Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und Bank. Ein ETF fällt nicht darunter: Sein Wert kann schwanken, und Anleger tragen die mit Fondsstrategie und Finanzinstrumenten verbundenen Risiken. Auch die Verfügbarkeit ist nicht identisch – ein ETF muss an der Börse verkauft werden; Handelszeiten, Abwicklung und Marktliquidität spielen dabei eine Rolle.
Welche Risiken sollten Anleger kennen?
Geldmarkt-ETFs gelten häufig als schwankungsarm, sind aber nicht risikofrei. Je nach Konstruktion können unter anderem Markt-, Liquiditäts- und Kontrahentenrisiken entstehen. Bei synthetisch replizierenden Fonds sollten Anleger besonders auf die Swap-Konstruktion und die dafür hinterlegten Sicherheiten achten.
Wichtig ist außerdem die Abgrenzung zu kurzlaufenden Anleihe-ETFs. Diese können zwar ebenfalls in kurzfristige Anleihen investieren, ihr Kurs reagiert aber unter Umständen stärker auf Veränderungen des allgemeinen Zinsniveaus und auf die Bonität der Emittenten. Nicht jeder ETF mit kurzen Laufzeiten ist daher automatisch ein Geldmarkt-ETF im engeren Sinn.
Für wen kann sich ein Geldmarkt-ETF lohnen?
Ein Geldmarkt-ETF kann für Anleger interessant sein, die kurzfristig Geld im Depot halten möchten und dafür eine börsengehandelte Lösung suchen. Ob er sich gegenüber Tagesgeld rechnet, hängt unter anderem von der aktuellen Verzinsung, den Fondskosten, den Handelskosten und den persönlichen Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit ab.
Für den Notgroschen oder Geld, das jederzeit ohne Kursschwankung verfügbar sein muss, ist ein gut verzinstes Tagesgeldkonto oft die einfachere Lösung. Für langfristigen Vermögensaufbau ist ein Geldmarkt-ETF in der Regel ebenfalls nicht gedacht: Er bildet vor allem kurzfristige Zinsen ab und ist kein Ersatz für eine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie.
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Häufige Fragen
Ist ein Geldmarkt-ETF sicher?
Er gilt oft als schwankungsarm, ist aber nicht risikofrei und nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Das konkrete Risiko hängt unter anderem von der Fondsstrategie, den eingesetzten Finanzinstrumenten und der Liquidität ab.
Kann ich mit einem Geldmarkt-ETF jederzeit über mein Geld verfügen?
Anleger können Anteile während der Börsenhandelszeiten verkaufen. Der Verkauf erfolgt jedoch zum jeweiligen Marktpreis und wird erst nach der üblichen Abwicklung gutgeschrieben. Das ist nicht dasselbe wie eine sofortige Auszahlung vom Tagesgeldkonto.
Was passiert mit der Rendite, wenn die Zinsen sinken?
Da Geldmarkt-ETFs meist kurzfristige Zinsen abbilden, sinkt ihre erwartbare Rendite bei fallenden Zinsen tendenziell ebenfalls. Die Anpassung hängt vom Index und der konkreten Umsetzung des Fonds ab.