Das Altersvorsorgedepot startet 2027 – doch lohnt sich die Investition in die neue staatlich geförderte private Altersvorsorge auch für Gutverdiener ohne Kinder? Ein Rechenbeispiel.

Zahlreiche Anbieter werben bereits für das neue Altersvorsorgedepot, das kommendes Jahr an den Start geht. Das neue Modell soll die Riester-Rente ablösen und bietet mehr Anlagemöglichkeiten. Die Zulagen sind jedoch anders gestaltet - und das ist vor allem für Gutverdienende interessant.

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Gutverdiener: Weshalb sich das neue Altersvorsorgedepot lohnen kann

Die neue Grundzulage richtet sich nach den Einzahlungen und nicht wie bei Riester nach dem Einkommen. Wer mehr einzahlt, erhält bis zu einer Grenze von 1.800 Euro im Jahr immer höhere Zulagen. Für eine gutverdienende, förderberechtigte Person ohne Kinder kann sich das Altersvorsorgedepot deshalb besonders bis zu einem geförderten Eigenbeitrag von 1.800 Euro pro Jahr lohnen. Der Staat zahlt darauf bis zu 540 Euro Grundzulage.

Für Gutverdienende kann zusätzlich der Sonderausgabenabzug relevant sein. Das ist aber kein steuerfreier Bonus: Die Förderung wird bei der Steuerprüfung berücksichtigt, und Auszahlungen im Alter werden nachgelagert besteuert.

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Rechenbeispiel: 1.800 Euro Eigenbeitrag pro Jahr

Annahmen: alleinstehende, gutverdienende Person ohne Kinder; volle Förderberechtigung; 30 Jahre Sparzeit; angenommene Rendite von 5 Prozent pro Jahr nach Produktkosten. Die spätere Steuer ist in der Depotstand-Rechnung noch nicht abgezogen.

1. Eigenbeitrag pro Monat:

1.800 Euro durch 12 = 150 Euro monatlich

2. Grundzulage auf die ersten 360 Euro:

360 Euro mal 50 % = 180 Euro Zulage

3. Grundzulage auf den restlichen Beitrag:

Von 1.800 Euro bleiben nach den ersten 360 Euro noch 1.440 Euro.

1.440 Euro mal 25 % = 360 Euro Zulage

4. Jährliche Zulage insgesamt:

180 Euro + 360 Euro = 540 Euro. Ohne Kinder gibt es in diesem Beispiel keine Kinderzulage.

5. Jährlicher Betrag im Depot:

1.800 Euro eigener Beitrag + 540 Euro Zulage = 2.340 Euro pro Jahr fließen in die Vorsorge.

6. Einzahlungen über 30 Jahre, noch ohne Rendite:

Eigene Beiträge: 1.800 Euro mal 30 = 54.000 Euro

Zulagen: 540 Euro mal 30 = 16.200 Euro

Zusammen werden 70.200 Euro eingezahlt.

7. Möglicher Depotstand mit Rendite:

Bei einer Einzahlung von 2.340 Euro am Ende jedes Jahres und 5 Prozent Rendite ergibt sich ein Depotstand von rund 155.500 Euro.

Davon sind rund 70.200 Euro Einzahlungen und etwa 85.300 Euro Wertzuwachs. Das ist ein Bruttowert vor der späteren Besteuerung der Auszahlungen.

Was bedeutet das für Gutverdienende?

Die Zulage entspricht bei 1.800 Euro Eigenbeitrag rechnerisch 30 Prozent zusätzlich. Für Kinderlose ist die Grundzulage deshalb bereits ein klar bezifferbarer Vorteil – auch ohne Kinderzulage.

Steuerliche Vorteile kommen on Top

Wer einen hohen Grenzsteuersatz hat, sollte außerdem die Günstigerprüfung in der Steuererklärung beachten: Ist der Sonderausgabenabzug vorteilhafter als die Zulage, kann sich ein zusätzlicher Steuereffekt ergeben. Die Zulage wird dabei angerechnet – man darf sie also nicht einfach zur vollen Steuerersparnis addieren.

Ein weiterer Vorteil: Das angesparte Vermögen wird zudem in der Auszahlungsphase grundsätzlich nachgelagert besteuert. Da das Einkommen im Rentenalter häufig niedriger ist, kann auch der persönliche Einkommensteuersatz geringer ausfallen.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist die Zulage beim Altersvorsorgedepot ohne Kinder?

Bei einem Eigenbeitrag von 1.800 Euro pro Jahr beträgt die Grundzulage im Beispiel bis zu 540 Euro.

Lohnt sich das Altersvorsorgedepot für Gutverdiener ohne Kinder?

Es kann sich besonders bis zum geförderten Eigenbeitrag von 1.800 Euro lohnen. Entscheidend sind unter anderem Kosten, Anlagehorizont und persönliche Steuersituation.

Wie wird das Altersvorsorgedepot im Alter besteuert?

Die Auszahlungen werden grundsätzlich nachgelagert besteuert. Wie hoch die Steuerlast ausfällt, hängt von der persönlichen Situation im Rentenalter ab.