Dividendenpapiere aus Dänemark sind bei deutschen Anlegern beliebt. Auf diese steuerlichen Details sollten sie bei den Ausschüttungen achten. Von Michael Schreiber und Stefan Rullkötter
Quellensteuer in Dänemark
Der Nachbar im Norden erhebt 27 Prozent Quellensteuer auf Dividendenzahlungen. Über das Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) können Anleger aus Deutschland standardmäßig 15 Prozent auf die deutsche Abgeltungsteuer (25 Prozent ), zuzüglich 5,5 Prozent Soli-Zuschlag und gegebenenfalls 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer, anrechnen lassen. Die verbleibenden 12 Prozent müssen bei der dänischen Finanzverwaltung zurückgefordert werden.
Änderung beim Erstattungs-Verfahren
Dänemark nimmt nur noch digital eingereichte Erstattungsanträge entgegen. Unter der Website skat.dk füllt man online das Formular 06.030 EN (Claim refund of Danish dividend tax) aus und lädt die Dividendenbelege und die Wohnsitzbestätigung des heimischen Finanzamtes als PDF-Datei hoch. Die Erstattung läuft problemlos, kann aber im Moment bis zu zwei Jahre dauern. Der Grund: Der dänische Fiskus ist Opfer von Cum-Ex-Geschäften in großem Stil geworden und prüft seitdem sämtliche Anträge auf Rückerstattung von Quellensteuern mit übertriebener Akribie – auch die von Kleinanlegern.
Wichtige Details
Bei der Erstattung der dänischen Quellensteuer müssen Anleger in Dänischen Kronen (DKK) rechnen und beantragen, obwohl Ihr deutsches Bankkonto in Euro geführt wird. Das dänische Steuerportal akzeptiert keine Euro-Beträge. Der Antrag muss innerhalb von drei Jahren nach dem Ausschüttungsdatum bei der dänischen Steuerbehörde eingehen.
Dividenden-Blue-Chips aus Dänemark
Titel WKN Branche Dividendenrendite (vor Steuern)
Danske Bank DK0010274414 Finanzwesen ca. 7,63 % – 7,79 %
Torm PLC GB00BM9GV526 Transport ca. 7,58 %
TCM Group DK0060915478 Konsumgüter ca. 6,64 % – 6,80 %
Scan. Tobac DK0060696300 Genussmittel ca. 6,39 % – 6,46 %
Tryg DK0060636678 Versicherung ca. 5,32 % – 5,57 %