Das beliebteste ausländische Reiseziel der Deutschen liegt im Süden Europas. Wer auch in puncto Aktien italienische Unternehmen favorisiert, muss sich auf diese steuerlichen Besonderheiten bei den Ausschüttungen einstellen. Von Michael Schreiber und Stefan Rullkötter

Quellensteuer in Italien

Auf Ausschüttungen italienischer Unternehmen sind vor Ort 26 Prozent Quellensteuer für in Deutschland steuerpflichtige Aktionäre fällig . 

Davon werden von der Depotbank 15 Prozent auf die deutsche Steuerschuld (25 Prozent Abgeltungsteuer zuzüglich 5,5 Prozent Soli und gegebenenfalls acht oder neun Prozent Kirchensteuer) automatisch angerechnet.

Da Italien mit 26% mehr einbehält, als das Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland vorsieht (15%), entsteht eine sogenannte „übersteigende Quellensteuer".


Rückforderung zuviel gezahlter Abgaben

Die restlichen elf Prozent können Anleger innerhalb eines Zeitraums von vier Jahren nach Abzug der Abgabe vom italienischen Fiskus zurückfordern. 

Dies erfordert in der Regel das Ausfüllen spezifischer Formulare (oft Modell 770 oder Anträge über einen steuerlichen Vertreter in Italien) und das Vorlegen einer Ansässigkeitsbescheinigung.


Notorische Verzögerungen bei Quellensteuer-Erstattungen

Ist der Antrag (Form A – Dividends) bei der Finanzbehörde in Pescara einmal eingereicht, müssen sich Anleger in Geduld üben: Bis die Erstattungen überwiesen werden, kann es erfahrungsgemäß vier Jahre dauern.

Einige deutsche Direktbanken bieten einen Service zur Vorabreduzierung der italienischerQuellensteuer an, was jedoch vorab mit Formularen und Abstimmungen mit der Depotbank geklärt werden muss. 


Aktuelle Entwicklungen 2026

Es gab kürzlich spezifische Änderungen in der italienischen Steuergesetzgebung, die aber nur spezielle Zielgruppen tangieren:

•    Erhöhung für Pensionsfonds
: Durch ein neues Omnibus-Gesetz (Legislative Decree No. 148/2026) wurde die Quellensteuer auf Dividenden für EU/EWR-Pensionsfonds und bestimmte Pensionsprodukte von 11% auf 20% erhöht.

•    EU-Muttergesellschaften: Qualifizierte Unternehmen innerhalb der EU/EWR profitieren weiterhin von einem reduzierten Satz von 1,20% bzw. unter bestimmten Bedingungen von einer Befreiung (0%).

•    Stabilität für Privatanleger: Für private Anleger und die meisten ausländischen Investoren bleibt der reguläre Satz unverändert bei 26 Prozent


Italienensiche Dividenden-Blue-Chips

Intesa Sanpaolo  Finanzwesen ca. 5,5 % – 5,6 % Dividendenrendite
Enel Versorger ca. 5,4 % – 5,5 %  Dividendenrendite
Snam Infrastruktur / Gas ca. 5,3 % – 5,4 %  Dividendenrendite
Banca Mediolanum Finanzwesen ca. 5,3 % Dividendenrendite
ENI Öl & Gas /Energie ca 4,4 %  Dividendenrendite


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