Ein südeuropäischer Staat ist derzeit die Wachstumslokomotive der Eurozone. Auf Dividenden spanischer Unternehmen wird Quellensteuer erhoben. So gib es für Aktionäre zuviel gezahlte Abgaben zurück.

Spanische Quellensteuer auf Ausschüttungen

Dividendenzahlungen werden mit 19 Prozent Quellensteuer belegt. Davon können in Deutschland bis zu 15 Prozent direkt auf die Abgeltungsteuer (25 Prozent), zuzüglich Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer (zusammen maximal 27,99 Prozent) angerechnet werden. 


Kein Quellensteuer-Freibetrag mehr

Der spanische Fiskus gewährte in früherer Zeit  einen jährlichen Freibetrag von 1.500 Euro auf Dividendenerträge, bei dem ausländische EU-Anleger die einbehaltene Quellensteuer komplett zurückfordern konnten. Diese Regelung wurde jedoch im Zuge einer spanischen Steuerreform bereits ab  2015 abgeschafft.

Rückerstattung über Forumular „Modelo 210“

Um die zu viel einbehaltenen vier  Prozent Quellensteuer zurückzuforden, müssen Anleger selbst aktiv werden:
 
Der Antrag erfolgt digital bei der spanischen Steuerbehörde (Agencia Tributaria) über das sogenannte Formular Modelo 210. direkt über das Online-Portal der spanischen Steuerbehörde.

Das Erstattungserfahren erfordert erfahrungsgemäß Geduld.  Die Auszahlung durch die Behörden kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Aufgrund des hohen Aufwands lohnt sich die Rückforderung erst bei größeren Dividendenerträgen. 

Wichtige Erstattungs-Fristen

In Deutschland steuerpflichtige Anleger müssen selbst die Rückerstattung der Quellensteuer beantragen. Dafür haben sie bis zu vier Jahre Zeit. Für die spanische Finanzverwaltung gilt nach Antragseingang eine Bearbeitungsfrist von sechs Monaten. Wird diese überschritten, sind Verzugszinsen fällig, die Anlegern zusätzlich zur Erstattung ausbezahlt werden.

Ebenfalls zu  beachten: Die spanische Finanzverwaltung  akzeptiert die Einreichung von Erstattungsanträgen erst ab dem 1. Februar des auf die Ausschüttung folgenden Jahres.

Unterstützung durch Service-Portale

Spezialisierte Steuerdienstleister wie die Plattform IberianTax und Pandotax (DivTax)  bieten gegen Bearbeitungsgebühren Unterstützung bei der Abwicklung an. 

Das Portal Divizend unterstützt Spanien aktuell noch nicht vollständig für die automatisierte Rückerstattung. Grund: Die spanische Steuerbehörde (Agencia Tributaria) verlangt für das digitale Modelo 210 spezifische Validierungen, die sich schwerer über paneuropäische Standard-Schnittstellen (APIs) automatisieren lassen. 

Divdendenstarke spanische Blue Chips

Banco de Sabadell 15,3 % Dividendenrendite
Telefónica 8,2 % Dividendenrendite
Enagás 6,0 % Dividendenrendite
Naturgy 5,9 % Dividendenrendite
Repsol 4,5 % Dividendenrendite


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