Nach drei Jahren teils heftiger Beitragssteigerungen liefern sich die Kfz-Versicherer zum Jahresende 2026 wieder einen Preiskampf um Kunden. Manche Angebote liegen sogar unter Vorjahresniveau. So viel können Sie sparen

Die Wechselsaison bei der Kfz-Versicherung ist angelaufen – und sie beginnt diesmal mit einer guten Nachricht für Autofahrer. Über alle Versicherungsarten hinweg liegen neue Tarife für Verträge ab dem 1. Januar 2027 laut dem Vergleichsportal Verivox im Schnitt nur noch zwei Prozent über dem Vorjahresniveau. In günstigen Tarifen sind die Preise sogar um zwei Prozent gefallen.

Das ist eine deutlich erfreulichere Ausgangslage als in den vergangenen drei Jahren, als die Preise flächendeckend stiegen. Dadurch ist der Kfz-Schutz im Durchschnitt laut Verivox heute 51 Prozent teurer als noch im Oktober 2022. Wer seine Police bisher einfach weiterlaufen ließ, sollte aber gerade jetzt prüfen, ob er nicht unnötig viel zahlt.

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Haftpflicht bleibt teurer

Nicht in jeder Sparte sinkt der Preis. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist laut Verivox im Mittel drei Prozent teurer als vor einem Jahr. Vollkasko-Policen kosten durchschnittlich zwei Prozent mehr, während die Preise in der Teilkasko stagnieren. Der Grund: Versicherer kalkulieren ihre Tarife unterschiedlich und versuchen zugleich, mit attraktiven Preisen neue Kunden zu gewinnen.

„Von einer dauerhaften Preiswende kann noch keine Rede sein“, warnt Aljoscha Ziller, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich GmbH. Ersatzteile und Reparaturen haben sich weiter verteuert und bleiben ein Kostentreiber. Allerdings litten die Versicherer laut Verivox im abgelaufenen Jahr nur unter wenigen Elementarschäden, was insbesondere die Kaskoversicherer entlastet habe.

Bis zu 36 Prozent Preisdifferenz

Das größte Sparpotenzial liegt im Tarifvergleich. Zwischen günstigen Angeboten und Tarifen aus dem mittleren Preissegment beträgt der Unterschied laut Verivox über alle Versicherungsarten hinweg satte 36 Prozent. Bei der Kfz-Haftpflicht liegt die Differenz bei 39 Prozent, bei Teil- und Vollkasko sind es jeweils 35 Prozent.

Diese Werte beruhen auf anonymisierten Nutzerberechnungen für Versicherungswechsler und hängen unter anderem von Fahrzeug, Regionalklasse, Schadenfreiheitsrabatt, Fahrleistung und Fahrerkreis ab. Gerade deshalb lohnt es sich immer, das persönliche Profil mit Hilfe eines Vergleichsrechners durchkalkulieren zu lassen. Bei manchen Versicherern, die nicht in in dne Vergleichsportalen auftauchen, kann auch ein individueller Tarifcheck auf deren Homepage nützlich sein. Das gilt etwa für die Huk24.

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Die Versicherungen der meisten Autofahrer enden mit dem Jahreswechsel am 31.12. Bei den meisten Policen gilt damit eine Kündigungsfrist bis zum 30. November. Wer in den nächsten Wochen eine Beitragsrechnung für 2027 erhält, sollte diese nicht einfach abheften. Steigt nämlich der Beitrag, dürfen Autofahrer auch noch im Dezember den Versicherer wechseln.

Beim Vergleich sollte nicht allein der Preis entscheiden. Werkstattbindung, Selbstbeteiligung, Schutzbrief, Fahrerschutz und Leistungen bei grober Fahrlässigkeit können den tatsächlichen Wert einer Police deutlich verändern. Ein billiger Tarif ist nur dann ein guter Tarif, wenn der Schutz zum eigenen Fahrverhalten passt.

Fazit für Autofahrer

Der Preiskampf ist zurück. Wechselwillige Kunden haben nun nach Jahren steigender Beiträge wieder eine Verhandlungsmacht – und die sollten sie ausnutzen. Wer jetzt mehrere Tarife prüft, kann im günstigen Fall deutlich unter dem Preis eines mittleren Angebots landen. Und manchmal hilft es auch, den eigenen Versicherer mit den Berechnungen der Konkurrenz zu konfrontieren. Sie werden sich wundern, was dann manchmal möglich ist.

Tipp: Das Geld, das Sie 2027 bei der Kfz-Versicherung sparen, sollten Sie nicht direkt wieder ausgeben. Es eignet sich doch gut als Auftakt zu einem ETF-Sparplan. Die besten Anbierter - auch für das neue Altersvorsorgedepot - finden Sie im Depotvergleich von BÖRSE ONLINE.