Eine Studie zeigt, wo deutsche Banken Fortschritte machen — und wo sie Europa weiter hinterherhinken.

Mehr Stabilität, bessere Effizienz, aber weiter schwache Renditen: Deutschlands Banken können im europäischen Vergleich oft nicht mithalten. Eine aktuelle Studie der Beratung Bearingpoint, von der das “Handelsblatt” berichtet, zeigt, wo die Branche aufgeholt hat — und wo strukturelle Probleme bestehen bleiben. Für die Analyse wurde die Entwicklung europäischer Institute seit 2013 untersucht.

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Studie zu deutschen Banken: Effizienz verbessert sich spürbar

Zuerst die guten Nachrichten: Seit der Finanz- und Staatsschuldenkrise haben sich Kapitalausstattung, Liquidität und Risikoqualität der deutschen Banken spürbar verbessert. Vor allem bei der Effizienz haben die Institute hierzulande aufgeholt. Die Cost-Income-Ratio, also das Verhältnis von Kosten zu Erträgen, ist demnach zwischen 2019 und 2025 deutlich gesunken. 

Mit 54,8 Prozent liegen die heimischen Institute inzwischen vor Österreich und nahezu auf dem Niveau der Benelux-Staaten. Der europäische Durchschnitt fällt mit 52,7 Prozent zwar etwas besser aus, der Abstand hat sich aber verkleinert.

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Rendite bleibt die Schwachstelle

Bei der Rentabilität bleibt Deutschland allerdings zurück, so das “Handelsblatt”. Die Eigenkapitalrendite der deutschen Banken lag 2025 bei 8,6 Prozent und damit unter dem europäischen Mittel von 10,4 Prozent. In Südeuropa und den nordischen Ländern erreichen die Institute dagegen Werte zwischen 14 und 15,4 Prozent.

Bearingpoint verweist als Erklärung nicht nur auf das Marktumfeld, sondern auch auf die Struktur des deutschen Bankensektors. Das Drei-Säulen-System aus Sparkassen, Genossenschaftsbanken und Privatbanken sei zwar historisch gewachsen und gesellschaftlich fest verankert, “binde aber Fixkosten die sich nicht ohne Weiteres über Skaleneffekte verteilen lassen“, zitiert das “Handelsblatt”. 

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KI als Hebel für die nächste Entwicklungsstufe

Für Bearingpoint werden die kommenden Jahre zu einem Realitätstest für die Branche. Dann werde sich zeigen, welche Ertrags- und Effizienzgewinne auch dann Bestand haben, wenn der Rückenwind durch höhere Zinsen nachlässt. Bis 2030, so die Studie, würden nicht nur Kapitalpuffer und Liquidität über den Erfolg entscheiden, sondern auch Effizienz, Datenkompetenz und die Fähigkeit, Erträge breiter zu diversifizieren.

Als wichtigster Hebel gilt dabei Künstliche Intelligenz. Ihr Nutzen entstehe laut Bearingpoint vor allem dort, wo sie in zentrale Prozesse eingebettet werde — unter anderem bei der Kreditprüfung, im Risikomanagement, bei der Betrugserkennung und im Kundenservice.

Studie: KI wird von deutschen Banken bisher einseitig eingesetzt

Doch bisher wird KI von deutsche Banken eher einseitig eingesetzt, legt eine weitere Studie nahe. Demnach verfolgen die Institute hierzulande beim KI-Einsatz bislang vor allem Effizienzziele. Das ergab eine von Visa durchgeführte Befragung von 325 Entscheiderinnen und Entscheidern aus Banken in 17 europäischen Ländern für die Studie „From AI Promise to AI Performance“.

Demnach gaben 77 Prozent der deutschen Bankmanagerinnen und Bankmanager Kostensenkungen als wichtigstes Ziel an, während der europäische Durchschnitt bei 63 Prozent liegt. Darauf folgen Anwendungen zur Verbesserung des Kundenerlebnisses mit 60 Prozent und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle mit 57 Prozent. Nur 29 Prozent sehen dagegen Betrugsprävention als vorrangiges Ziel. Zum Vergleich: In Großbritannien liegt dieser Wert bei 63 Prozent. 

Aber: “Wettbewerbsvorteile entstehen erst, wenn KI messbaren Einfluss auf Kundenerlebnis, Autorisierungsraten oder Betrugsquoten hat”, so Fazlu Dawood, Leiter Consulting & Analytics Zentraleuropa bei Visa, laut it-finanzmagazin.de. Viele Banken hätten KI-Projekte gestartet, aber der wirtschaftliche Nutzen bleibe oft noch begrenzt.

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Häufige Fragen

Warum schneiden deutsche Banken im europäischen Vergleich schwächer bei der Rendite ab?

Weil der deutsche Bankensektor stark fragmentiert ist. Das Drei-Säulen-System mit vielen Instituten führt zu hohen Fixkosten und begrenzten Skaleneffekten.

Woran arbeiten deutsche Banken im KI-Bereich aktuell besonders?

Vor allem an Effizienz und Kostensenkung - laut einer Visa-Studie. Viele setzen demnach Künstliche Intelligenz bislang vor allem ein, um Prozesse zu automatisieren und Kosten zu senken.

Wo sehen Experten den größten Hebel für die Zukunft?

Bei KI im Kerngeschäft: etwa in der Kreditprüfung, im Risikomanagement, bei der Betrugserkennung und im Kundenservice.