Eine vermögensverwaltende GmbH eignet sich für renditeorientierte Anleger, aber nicht für jede Vermögensgröße. Diese Punkte sind zu beachten.
Die rechtliche Gestaltung
Gründen Aktien- und ETF-Investoren eine GmbH, sind Kursgewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren innerhalb einer Kapitalgesellschaft nach Paragraf 8b Körperschaftsteuergesetz zu 95 Prozent steuerfrei. Im Vergleich zur für klassische Privatanleger fälligen Abgeltungsteuer zuzüglich Soli und gegebenenfalls Kirchensteuer (zusammen bis zu 27,99 Prozent) bleibt bei einer derartigen "Trading-GmbH" deutlich mehr Bruttokapital für den Zinseszins-Effekt durch eine sofortige Wiederanlage verfügbar.
Im Mantel einer vermögensverwaltenden GmbH trägt ein Gesellschafter auf realisierte Kursgewinne mit Aktien und ETF effektiv nur 1,54 Steuerlast. Das Kalkül dahinter: 95 Prozent sind steuerfrei, die restlichen 5 Prozent mit rund 30 Prozent belastet - in einem Privatdepot sind es pauschal bis zu 27,99 Prozent (Abgeltungsteuer, Soli, Kirchensteuer) oder aktuell bis zu 45% Prozent persönlicher Einkommensteuersatz ("Reichensteuer").
Die Kehrseite: Wer Gewinne aus der GmbH sofort privat ausschüttet, zahlt neben der Körperschaftsteuer zusätzlich die Kapitalertragsteuer (25 Prozent) auf die Entnahme. Durch diese Doppelbelastung schrumpft der Steuervorteil, und das Modell rechnet sich dann de facto nicht.
Vermögensnachfolge innerhalb der Familie
Sollen große Vermögenswerte wie Immobilien und Wertpapierportfolios im Paket an die nächste Generation übergeben werden, lässt sich die Vermögensnachfolge mittels GmbH-Anteilen in vielen Fällen unkomplizierter und steuerschonender vollziehen als eine kleinteilige Übertragung von Privateigentum.
Immobillien-Portfolio
Eine weitere Konstellation für diese rechtliche Gestaltung: Wer mehrere Immobilien hat und seine Objekte langfristig vermietet, profitiert in einer rein vermögensverwaltenden Immobilien-GmbH von der erweiterten Gewerbesteuerkürzung nach Paragraf 9 Nr. 1 Gewerbesteuergesetz. Dadurch entfällt die Gewerbesteuer komplett, Gewinne werden effektiv nur mit rund 15 Prozent Körperschaftsteuer zuzüglich Soli-Zuschlag belastet – statt mit dem persönlichen Einkommensteuersatz von bis zu 45 Prozent ("Reichensteuer") im Privatvermögen.
Berufliche Selbstständigkeit
Auch in diesem Fall ist ein Firmenmantel steuerlich vorteilhaft: Wer bereits eine geschäftlich aktive Firma gegründet hat und mit ihr nennenswerte Gewinne erzielt, kann diese ebenso steuergünstig (mit rund 1,5 % Gesamt-Steuerlast) in eine darüber liegende Vermögens- oder Holding-GmbH ausschütten- und auf dieser Basis für neue Investments nutzen.
Mindestanlage für GmbH-Sparmodell
Eine GmbH verursacht feste laufende Kosten für Buchhaltung, Bilanzierung und Steuerberatung, üblicherweise zwischen 1.500 und 4.000 Euro pro Jahr. Wenn die jährliche Ersparnis geringer ist als diese Kosten, rentiert sich das Sparmodell für Anlege nicht.
Eine vermögsverwaltende GmbH (VV-GmbH) rechnet sich für reine Wertpapierdepots in der Regel erst ab einem investierten Kapital im mittleren bis hohen sechsstelligen Bereich. Als untere Grenze gilt hier ein frei investierbares Vermögen von etwa 250.000 Euro.
Fazit
Die tatsächliche Kostenquote eine VV-GmbH ist stark abhängig von der persönlichen Steuerbelastung, der Anlagestrategie (Schwerpunkt auf Thesaurierung oder Ausschüttung) sowie den laufenden Verwaltungskosten.