Künstliche Intelligenz verändert nicht nur, wie wir arbeiten – sondern bald auch, wie viel wir dafür bekommen. Das zeigt eine neue ifo-Umfrage.
Künstliche Intelligenz (KI) wird die Arbeitswelt in den meisten Branchen nachhaltig verändern - darin sind sich viele Experten einig. Dabei drängt sich auch die Frage auf: Was macht KI mit den Löhnen?
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ifo-Umfrage: Unternehmen erwarten sinkende Löhne durch KI
Viele Unternehmen in Deutschland erwarten durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz eher sinkende Löhne in den nächsten fünf Jahren. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des ifo Instituts auf Basis von Daten der ifo Konjunkturumfrage vom Juni 2026 unter mehr als 3.000 KI-nutzenden Unternehmen.
Besonders betroffen sind Arbeitskräfte mit weniger als fünf Jahren Berufserfahrung: Etwa jedes zweite befragte Unternehmen rechnet bei dieser Gruppe mit sinkenden Löhnen. Bei erfahreneren Beschäftigten – also mit mindestens fünf Jahren im Job – sind es immerhin noch rund 40 Prozent.
„Künstliche Intelligenz wird aus Sicht vieler Unternehmen die Löhne nicht für alle Beschäftigten gleichermaßen beeinflussen", sagt ifo-Forscherin Anna Ruffert. „Am ehesten rechnen sie bei weniger erfahrenen Arbeitskräften mit sinkenden Löhnen."
Gleichzeitig erwartet je nach Qualifikationsgruppe ein Drittel bis die Hälfte der Unternehmen stabile Löhne – der Effekt ist also nicht für alle negativ.
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Sinkende Löhne durch KI? Dienstleister führen die Pessimismus-Rangliste an
Am häufigsten rechnen Dienstleistungsunternehmen mit Lohnrückgängen: 53,3 Prozent erwarten dies bei Beschäftigten mit kurzer Berufserfahrung, 44,2 Prozent bei jenen mit längerer. Im Handel sind es 47,9 bzw. 41,3 Prozent, im Verarbeitenden Gewerbe 46,5 und 38,9 Prozent. Am optimistischsten zeigen sich die Bauunternehmen: Hier rechnen nur 39 Prozent mit Lohnrückgängen bei kurzer Berufserfahrung, bei längerer Erfahrung sind es 31,3 Prozent. Diese Zahlen beziehen sich auf Beschäftigte ohne (Fach-)Hochschulabschluss.
Für Hochschulabsolventen zeichnet sich ein anderes Bild. Zwar ist das Risiko sinkender Löhne ähnlich hoch wie bei anderen Gruppen – doch die Chance auf ein Gehaltsplus wächst deutlich. So erwarten 26 Prozent der Unternehmen bei erfahrenen Akademikern positive Lohneffekte durch KI. Bei Akademikern mit kurzer Berufserfahrung sind es immerhin noch 16,3 Prozent. Zum Vergleich: Bei Geringqualifizierten mit wenig Erfahrung liegt dieser Anteil bei lediglich 5,9 Prozent.
„Für Arbeitskräfte mit formalen Abschlüssen – besonders in Kombination mit längerer Berufserfahrung – halten Unternehmen häufiger positive Lohneffekte durch KI für möglich", so Ruffert.
Was bedeutet das für Anleger?
Auch Anleger sollten die Folgen des KI-Booms für den Arbeitsmarkt im Blick behalten. Sinkende Lohnkosten – vor allem bei geringqualifizierten und unerfahrenen Arbeitskräften – können die Margen von Unternehmen kurzfristig verbessern, insbesondere in lohnintensiven Branchen wie dem Dienstleistungssektor oder dem Handel. Aktien von Unternehmen, die KI konsequent zur Automatisierung einsetzen, könnten davon profitieren.
Gleichzeitig gibt es auch für Anleger eine Kehrseite: Wachsende Lohnungleichheit kann die Binnennachfrage schwächen – ein Risiko für konsumnahe Sektoren. Wer langfristig denkt, sollte außerdem Qualifikation als Investitionskriterium verstehen: Firmen, die gezielt in die Weiterbildung ihrer Belegschaft investieren, dürften widerstandsfähiger und produktiver aus dem KI-Wandel hervorgehen.
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Häufige Fragen
Welche Arbeitnehmer müssen am meisten mit Lohneinbußen durch KI rechnen?
Laut der ifo-Umfrage sind vor allem Berufseinsteiger mit weniger als fünf Jahren Erfahrung und ohne Hochschulabschluss am stärksten gefährdet. Etwa jedes zweite KI-nutzende Unternehmen erwartet bei dieser Gruppe sinkende Löhne – besonders in der Dienstleistungsbranche.
Profitieren Hochschulabsolventen von KI?
Ja, zumindest anteilig. Für erfahrene Akademiker erwarten 26 Prozent der befragten Unternehmen positive Lohneffekte durch KI. Der entscheidende Faktor ist dabei die Kombination aus formalem Abschluss und Berufserfahrung – wer beides mitbringt, hat die besten Chancen auf ein Gehaltsplus.
Wird KI in Deutschland flächendeckend Arbeitsplätze vernichten?
Das legt zumindest diese ifo-Studie nicht nahe – im Fokus stehen Lohnveränderungen, nicht Stellenabbau.
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