Bürger und Finanzämter sollen durch den Verzicht auf eine jährliche Steuererklärung entlastet werden. So ist der aktuelle Stand in der Reform-Debatte.
Keine Pflicht mehr zur Abgabe jedes Jahr?
Derzeit sind in Deutschland rund die Hälfte der 46 Millionen Erwerbstätigen und ein Drittel der 22 Millionen Ruheständler verpflichtet, jedes Jahr eine Einkommensteuererklärung abzugeben.
Im Rahmen des steuerlichen Reformpakets prüft die Bundesregierung, eine Abgabe der Steuererklärung nur noch alle zwei Jahre obligatorisch zu machen. Vor allem Arbeitnehmer und Rentner, die keine komplexen Nebeneinkünfte haben, sollen ihre Deklaration nicht mehr jedes Jahr abgeben müssen, sondern gebündelt im Zweijahresrhythmus. Auch die Finanzämter sollen so entlastet werden.
Die möglichen Nachteile
Hinter der schon längere Zeit diskutierten Idee steckt ein wiederkehrender Reformvorschlag zur Bürokratie-Entlastung, dessen Umsetzung praktisch anders sein könnte als theoretisch geplant; Auf eine erhoffte Steuererstattung, die es in 90 Prozent der Fälle gibt – im Schnitt sind es aktuell 1.240 Euro pro jährlichem Bescheid – ,müssten Bürger bei einem verlängerten Abgaberhythmus auch doppelt so lange warten.
Der aktuelle Stand
Eine Verpflichtung, die Steuererklärung generell nur noch alle zwei Jahre abzugeben, gibt es im deutschen Steuerrecht nicht – es gilt weiterhin das Prinzip der jährlichen Einkommensteuererklärung.
Alternative: Digitale vorausgefüllte Erklärung
Neben dem Plan, die Erklärung auf zwei Jahre zu strecken, möchte der Gesetzgeber die Digitalisierung der Deklaration forcieren. Dazu zählt die Initiative für die „Steuererklärung mit einem Klick“ .
Bis zum Herbst 2026 soll das Konzept für eine komplett digitale und automatisierte Steuererklärung bundesweit vorliegen. Die Grundidee: Bereits vorhandene Daten der „vorausgefüllten Steuererklärung“ im amtlichen Finanzportal Elster.de sollen dem zuständigen Wohnsitzfinanzamt über Steuer-Apps per Klick oder Touch als vollwertige Deklaration übermittelt werden können.