Bitcoin steckt seit Monaten in einer Schwächephase – doch die Statistik legt nahe: Wer jetzt Geduld beweist, könnte bald den idealen Einstiegszeitpunkt erwischen.

Bitcoin pendelt derzeit um die Marke von rund 64.000 US-Dollar – eine Erholung, die sich seit dem Tief Ende Juni abzeichnet, als die Kryptowährung zeitweise unter 58.000 Dollar fiel und damit den niedrigsten Stand seit fast zwei Jahren markierte. Auf Jahressicht liegt Bitcoin damit noch deutlich im Minus, wenngleich der Juli zuletzt eine spürbare Gegenbewegung eingeleitet hat. Doch wann sollten Anleger am besten zuschlagen?

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270 Tage unter dem 200-Tage-Durchschnitt: Warum dieser Indikator jetzt so wichtig ist

Denn hinter der Schwächephase steckt mehr als kurzfristige Marktnervosität. Bitcoin hat nun 270 aufeinanderfolgende Handelstage unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts geschlossen – und nähert sich damit der Grenze zu einer der längsten Bärenphasen in der Geschichte der Kryptowährung. Der gleitende 200-Tage-Durchschnitt gilt unter Marktteilnehmern als einer der bedeutendsten technischen Indikatoren überhaupt, weil er den langfristigen Trend einer Anlage abbildet und als Trennlinie zwischen bullischen und bärischen Marktphasen fungiert.

Warum der Kurs so lange unter diesem Niveau verharrt, lässt sich auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurückführen: Die US-Notenbank hält die Zinsen auf hohem Niveau, was Bitcoin als zinslose Anlage strukturell benachteiligt. Gleichzeitig haben institutionelle Anleger über Spot-ETFs im Juni netto rund 4,5 Milliarden Dollar abgezogen – ein neuer Negativrekord. Hinzu kommen stockende Fortschritte bei der US-Regulierung und ein allgemein risikoaverses Marktumfeld.

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Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Was die Statistik zeigt: Nach langen Bärenphasen folgte bei Bitcoin stets eine massive Erholung

Historisch betrachtet ist die aktuelle Situation gleichzeitig besorgniserregend und bemerkenswert. Nur drei Phasen dauerten in der gesamten Bitcoin-Geschichte noch länger: zwischen August 2011 und Juni 2015, zwischen März 2018 und April 2019 sowie zwischen Dezember 2021 und Januar 2023. Alle drei Perioden verlangten Anlegern ein außergewöhnliches Maß an Geduld ab – und gingen allesamt in außergewöhnliche Erholungen über.

Genau das ist der Kern einer Analyse, die Seth Golden, Chefmarktstratege beim Analysehaus Finom Group, kürzlich vorgelegt hat. Golden hat ausgewertet, wie sich Bitcoin in den Wochen und Monaten nach dem letzten Tag unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts jeweils entwickelt hat – also ab dem Moment, in dem die Kryptowährung den Widerstand nach oben durchbrochen hatte. Die Ergebnisse: Drei Monate nach dem Durchbruch legte Bitcoin im historischen Schnitt um 70 Prozent zu, nach sechs Monaten waren es 77 Prozent, nach einem Jahr bereits über 115 Prozent. Wer zwei Jahre Geduld aufbrachte, konnte im Schnitt auf einen Gewinn von fast 900 Prozent blicken. Golden schlussfolgert daraus: „Sobald Bitcoin wieder über den 200-Tage-Durchschnitt steigt – dann heißt es: kaufen."

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Analysten sind sich uneinig über Bitcoins nächsten Schritt

Ob und wann dieser Moment kommt, darüber sind sich Analysten derzeit uneins. Die Citigroup hat ihr Zwölf-Monats-Kursziel Anfang Juli von 112.000 auf 82.000 Dollar gesenkt und verwies dabei auf schwächere ETF-Nachfrage, negative Fondsflüsse und Regulierungsunsicherheit. Im negativen Szenario sieht die Bank Bitcoin sogar bei 53.000 Dollar. Standard Chartered, einst einer der lautesten Bullen am Markt, hat sein Jahresziel ebenfalls von 300.000 auf 100.000 Dollar zurückgeschraubt und gleichzeitig auf das Risiko eines Rückfalls in Richtung 50.000 Dollar hingewiesen. Krypto-Analyst Benjamin Cowen sieht mehr als eine 50-prozentige Chance auf weitere Kursverluste, bevor eine echte Bodenbildung einsetzt – und verortet den Tiefpunkt möglicherweise erst gegen Ende des Jahres. Lacie Zhang, Research-Analystin bei Bitget Wallet, sieht in der aktuellen Konsolidierung nahe 60.000 Dollar dagegen bereits eine Annäherung an eine potenzielle Bodenzone.

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Häufige Fragen

Wie lange hat Bitcoin bereits unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts notiert?

Bitcoin hat 270 aufeinanderfolgende Handelstage unterhalb seines 200-Tage-Durchschnitts geschlossen und nähert sich damit einer der längsten Bärenphasen in der Geschichte der Kryptowährung.

Was sagt die Statistik über Bitcoins Entwicklung nach einem Durchbruch über den 200-Tage-Durchschnitt?

Laut einer Analyse von Seth Golden (Finom Group) legte Bitcoin nach dem Durchbruch über den 200-Tage-Durchschnitt im historischen Schnitt nach drei Monaten um 70 Prozent zu, nach einem Jahr um über 115 Prozent und nach zwei Jahren um fast 900 Prozent.

Welche Kursziele haben Analysten aktuell für Bitcoin?

Die Einschätzungen gehen weit auseinander: Die Citigroup senkte ihr Zwölf-Monats-Ziel auf 82.000 Dollar (Negativszenario: 53.000 Dollar), Standard Chartered schraubte sein Ziel von 300.000 auf 100.000 Dollar zurück, während Krypto-Analyst Benjamin Cowen einen weiteren Rückgang für wahrscheinlicher hält als eine baldige Erholung.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.