Der Goldpreis ist im frühen Mittwochshandel auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Wochen gefallen. Einige Marktbeobachter sehen darin eine gute Gelegenheit zum Einstieg.

Der Goldpreis leidet momentan vor allem durch die Spekulation auf steigende Leitzinsen und höhere Renditen bei Staatsanleihen. Am Mittwochmorgen fiel der Preis für das Edelmetall auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Wochen und lag zur Mittagszeit bei 4.302,43 US-Dollar. Am Morgen hatte die Feinunze noch bei 4.356,40 Dollar notiert.

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Warum ist der Goldpreis so stark gefallen?

Staatsanleihen sind zuletzt für Anleger wieder attraktiver geworden. Mit der Aussicht auf steigende Leitzinsen kletterte etwa die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf mehrjährige Höchststände. Gold gerät dadurch unter Druck, weil das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft.

Zusätzlichen Belastungsdruck brachten jüngste Aussagen des US-Notenbankchefs Kevin Warsh, der die Bedeutung von Preisstabilität besonders betont hatte. Am Markt wurden seine Äußerungen als Signal für eine mögliche Zinserhöhung durch die Fed gewertet. Auch der jüngste Inflationsanstieg in der Eurozone hat die Erwartung verstärkt, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins in der kommenden Woche anheben könnte.

Die Inflation in der Eurozone lag im August bei 3,3 Prozent und damit deutlich über dem von der EZB angestrebten Ziel von mittelfristig zwei Prozent. Als wichtigster Preistreiber gelten die hohen Energiepreise. Im Goldhandel richten Anleger daher auch den Blick auf den Ölpreis, dessen jüngste Anstiege die Inflationssorgen und damit die Zinserwartungen weiter befeuert haben.

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Goldpreis unter Druck: Experten bleiben bullisch

Marktanalyst Simon-Peter Massabni, Head of Business Development beim Multi-Asset-Broker XS.com, sagte dazu gegenüber der Edelmetall-Plattform “Kitco News”, Gold und Silber befänden sich möglicherweise in einer wichtigen Korrekturphase. Anleger sollten dabei unbedingt zwischen einer kurzfristigen Neubewertung der geldpolitischen Erwartungen und einer fundamentalen Trendwende unterscheiden.

„Was wir bislang gesehen haben, ist in erster Linie eine Neubewertung der Zinserwartungen und keine vollständige Umkehr der fundamentalen Kräfte, die Gold während der übergeordneten Rally unterstützt haben“, sagte er dem Magazin.

Höhere Zinsen, steigende Renditen von US-Staatsanleihen und ein stärkerer US-Dollar seien kurzfristig zwar negativ für Gold, erklärte Massabni. Gleichzeitig stützten die wachsende US-Verschuldung, Zweifel an der Tragfähigkeit der Staatsfinanzen, geopolitische Unsicherheiten und allgemeine wirtschaftliche Risiken den Goldpreis weiterhin auf längere Sicht. Gold befinde sich damit in einem „echten Tauziehen“ zwischen Geldpolitik und wirtschaftlicher Unsicherheit.

„Meine grundlegende Einschätzung ist, dass Warshs Rede den Anstieg des Goldpreises vorübergehend bremsen könnte. Sie signalisiert jedoch nicht zwangsläufig das Ende des mittelfristig positiven Trends“, sagte Massabni.

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„Wenn Sie die Sommertiefs nicht gekauft haben, haben Sie noch einmal die Chance, einzusteigen“

Ähnlich sieht es auch Goldexperte Markus Bußler. Gegenüber dem “Aktionär” erklärte er zum aktuellen Fall des Goldpreises: „Das ist genau das, was wir erwartet haben. Es ist genau das, was an dieser Stelle nötig war.“ Zwar sei der vergangene Freitag etwas beunruhigend gewesen, doch die Korrektur verlaufe wie erwartet.

„Wenn wir uns die einzelnen Charts ansehen, deutet vieles darauf hin, dass wir keine tieferen Tiefs mehr sehen”, meint Bußler. Er rät: „Wenn Sie die Sommertiefs nicht gekauft haben, haben Sie bei dieser Korrektur noch einmal die Chance, einzusteigen.“

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Enthält Material von dpa-AFX

Häufige Fragen

Warum ist der Goldpreis gefallen?

Der Goldpreis steht unter Druck, weil Anleger wieder stärker auf Staatsanleihen und mögliche Zinserhöhungen setzen. Steigende Renditen und höhere Leitzinsen machen Gold weniger attraktiv, da das Edelmetall keine laufenden Zinsen abwirft.

Ist der Rückgang beim Goldpreis ein Warnsignal?

Nicht unbedingt. Experten wie Simon-Peter Massabni sehen vor allem eine kurzfristige Neubewertung der Zinserwartungen – nicht das Ende des langfristigen Aufwärtstrends. Auch strukturelle Risiken wie hohe Staatsschulden und geopolitische Unsicherheiten stützen Gold demnach weiter.

Ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Kaufen?

Einige Marktbeobachter halten die aktuelle Korrektur für eine Kaufchance. Vor allem Anleger, die frühere Tiefs verpasst haben, könnten jetzt wieder einen attraktiveren Einstiegspunkt finden. Ob sich ein Kauf lohnt, hängt aber von Anlagehorizont und Risikobereitschaft ab.