Citadel Securities sieht erstmals 2026 strukturellen Aufwärtsdruck bei Gold und Silber – fünf Katalysatoren könnten den nächsten großen Preisausbruch auslösen.

Citadel Securities, der größte Retail-Market-Maker der USA, spricht erstmals in diesem Jahr eine strukturelle Empfehlung für Gold aus – und sieht beim Silber sogar noch größeres Potenzial. Für Anleger, die den Sprung in die Edelmetall-Rally vermeintlich verpasst haben, könnte das eine zweite Chance sein.

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Seltene Konstellation bei Gold und Silber: Fünf Faktoren treffen gleichzeitig ein

Das aktuelle Marktumfeld biete Edelmetallinvestoren „eines der überzeugendsten Aufwärtsszenarien, die wir seit Monaten gesehen haben", schreibt Scott Rubner, Head of Equity and Equity Derivatives Strategy bei Citadel Securities, in einer aktuellen Analyse. Fünf mächtige Katalysatoren würden sich gerade gleichzeitig entladen und ein asymmetrisches Aufwärtspotenzial für Gold und Silber schaffen:

- Eine zunehmend taubenhafte Neuausrichtung der US-Notenbankpolitik

- Beschleunigte Goldkäufe von Zentralbanken weltweit

- Netto-Short-Positionierung von CTA-Fonds als Zündstoff für einen Short-Squeeze

- Bullische Optionsdynamiken in den größten Gold- und Silber-ETFs

- Eine mögliche Rückkehr der Privatanleger in den Edelmetallmarkt

Rubner konzentriert seine Analyse auf den SPDR Gold Shares ETF (GLD) und den iShares Silver Trust (SLV) – die beiden liquidesten Vehikel für institutionelle und private Anleger.

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Optionsmarkt sendet klares Signal

Beim GLD-ETF beobachtet Citadel Securities eine anziehende implizite Volatilität von einem niedrigen Ausgangsniveau sowie eine invertierte Put/Call-Skew auf dem tiefsten Stand seit Februar – eine Kombination, die historisch auf eine sich aufbauende bullishe Überzeugung im Markt hindeutet.

„Wir sehen dieselbe Dynamik beim SLV", schreibt Rubner: Auch hier beginne die implizite Volatilität zu steigen, und die Skew invertiere deutlich – ein Zeichen, dass der Silbermarkt dem Gold bei der Neubewertung des Aufwärtsrisikos folge.

SPDR Gold Shares (WKN: A0Q27V)
iShares Silver Trust (WKN: A0JMD6)

Short-Squeeze-Gefahr: CTAs auf dem falschen Fuß

Besonders brisant ist die aktuelle Positionierung der trendfolgende Hedgefonds (Commodity Trading Advisors, CTAs): Rubners Analyse zufolge waren diese per 6. August 2026 sowohl bei Gold als auch bei Silber netto short positioniert. Für Citadel ist das kein Warnsignal – sondern Treibstoff.

„Da die Positionierung im Vergleich zum sich verbessernden makroökonomischen Umfeld noch immer falsch ausgerichtet ist, könnte neuer Aufwärtsmomentum systematische Käufe auslösen und eine weitere Nachfragequelle eröffnen", erklärt Rubner. Ein Preisausbruch könnte eine sich selbst verstärkende Eindeckungsrally unter den zahlreichen Trendfolgefonds auslösen, die sich derzeit auf der falschen Seite des Handels befinden.

Fed-Wende und schwacher Dollar als Rückenwind

Als direkte Unterstützung für zinsloses Gold wertet Rubner die zunehmend taubenhafte Neuausrichtung der US-Notenbank Federal Reserve. Die anhaltende Schwäche des US-Dollars verstärke diesen Effekt zusätzlich.

Zudem verweist Citadel auf wachsende Bedenken hinsichtlich möglicher Interventionen an den US-Anleihe- und Devisenmärkten – ein weiterer Faktor, der Golds Status als globale Reservewährung festigt.

Weiterführende Links

China kauft ein

Einen besonders wichtigen Baustein liefert China: Citadel-Securities-Daten zeigen, dass die chinesischen Goldkäufe seit mindestens Dezember 2024 Monat für Monat gestiegen sind. Das trägt zu einer breit angelegten Stärkung der globalen Zentralbanknachfrage bei – einem strukturellen Fundament, das den Goldpreis langfristig stützt.

Weiteres Potenzial: Privatanleger und Silber

Das größte bislang Aufwärtspotenzial liegt laut Rubner jedoch beim Privatanleger – und speziell beim Silber. „Edelmetalle wurden von Privatanlegern angesichts der Dominanz des KI-Trades weitgehend übersehen, was erheblichen Spielraum lässt, falls das Momentum wieder anzieht", schreibt er.

Als Beleg für die Sprengkraft dieser Gruppe verweist Rubner auf die Rallye zu Jahresbeginn: „Die Januar-Februar-Rallye hat gezeigt, wie schnell Privatanleger zu einer bedeutsamen zusätzlichen Nachfragequelle werden können." Die fünf Katalysatoren zusammen bildeten eine seltene gleichzeitige Konstellation – und Citadel Securities scheint überzeugt: Wer jetzt nicht hinschaut, könnte die nächste große Edelmetall-Bewegung verpassen.

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Häufige Fragen

Warum empfiehlt Citadel Securities jetzt Gold und Silber?

Citadel Securities sieht fünf gleichzeitig wirkende Katalysatoren: eine taubenhaftere US-Notenbankpolitik, steigende Zentralbanknachfrage, Short-Positionen von CTA-Fonds, bullische Optionsdynamiken in großen ETFs sowie eine potenzielle Rückkehr der Privatanleger.

Welche Rolle spielen Zentralbanken beim Goldpreis 2026?

Laut Citadel Securities haben insbesondere Chinas Goldkäufe seit Dezember 2024 monatlich zugelegt. Die beschleunigte Nachfrage aus dem offiziellen Sektor weltweit stärkt die Reservestellung von Gold und wirkt als struktureller Preistreiber.

Was ist ein Short-Squeeze bei Gold und warum ist er relevant?

Viele trendfolgende Hedgefonds (CTAs) hatten Gold und Silber per Anfang August netto leerverkauft. Steigen die Preise, müssen diese Fonds ihre Short-Positionen eindecken – das erzeugt zusätzliche Kaufwellen und kann einen selbstverstärkenden Kursanstieg auslösen.