Nach der jüngsten Korrektur bei Gold wächst die Sorge vor weiteren Rückschlägen. Doch Experten sehen einen mächtigen Treiber, der die Rally langfristig weiter befeuern könnte. Ist der Rücksetzer daher die perfekte Kaufgelegenheit?
Nach der starken Rally in den ersten Augustwochen erlitt der Goldpreis vergangene Woche eine deutliche Korrektur: Vom zwischenzeitlichen Hoch am Montag von fast 4.700 US-Dollar ging der Preis je Feinunze auf 4.434 US-Dollar zurück (Stand: 1. September 2026). Auf Wochensicht verlor Gold damit rund 5,5 Prozent.
Ursache der Korrektur war vor allem die Rede des Präsidenten der amerikanischen Zentralbank, Kevin Warsh, am Freitag. Warsh gab sich dabei überraschend hawkish: „Wir müssen davon überzeugt sein, dass sich die zugrunde liegende Inflation klar und mit ausreichender Geschwindigkeit auf unser Ziel zubewegt. Andernfalls haben wir noch Arbeit vor uns.“
Nach der Rede stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September von 40 auf 55 Prozent. Die höheren Zinserwartungen ließen den Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen steigen, während Gold allein am Freitag um rund drei Prozent korrigierte.
Ist die Korrektur bei Gold eine Kaufchance?
David Morrison von Trade Nation hält den aktuellen Rückgang beim Goldpreis für eine gesunde Korrektur, die jedoch noch nicht abgeschlossen sein könnte. Das wäre aus seiner Sicht allerdings eher eine Chance als ein Warnsignal, denn „dadurch könnten sich die Preise neu ausrichten und das Momentum auf einem niedrigeren Niveau wieder aufbauen“. Nach fünf starken Wochen war Gold ohnehin überkauft, sodass die Konsolidierung nicht überraschend kommt.
Fundamental hat sich an der guten Ausgangslage für Gold laut Morrison allerdings nichts verändert. Denn die enormen US-Staatsschulden von mehr als 40 Billionen Dollar machen Zinserhöhungen zunehmend schwieriger. Steigende Zinsen erhöhen die Zinslast des US-Staatshaushalts, vergrößern damit das Defizit und könnten zusätzliche Schuldenaufnahmen erforderlich machen.
Larry Lepard von Equity Management Associates glaubt daher, dass die USA mit einer anhaltend hohen Inflation rechnen müssen. Das wiederum wäre positiv für Gold, das viele Anleger als Absicherung gegen Kaufkraftverluste betrachten.
Fazit: Kurzfristige Risiken überlagern das langfristig positive Bild nicht
Neben der schwächeren technischen Ausgangslage könnte kurzfristig auch die US-Geldpolitik den Goldpreis weiter belasten. Sollte die Inflation hartnäckig bleiben und sich die Konjunktur gleichzeitig stabil entwickeln, dürften weitere Zinserhöhungen wahrscheinlicher werden und den Goldpreis zusätzlich unter Druck setzen.
Langfristig dürften die weiter ausufernden US-Staatsschulden jedoch dafür sprechen, dass der Goldpreis seinen übergeordneten Aufwärtstrend fortsetzt.
Häufig gestellte Fragen:
Warum ist der Goldpreis zuletzt gefallen?
Der Goldpreis geriet nach Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh unter Druck. Steigende Erwartungen an weitere US-Zinserhöhungen stärkten den Dollar und ließen die Anleiherenditen steigen.
Ist die aktuelle Gold-Korrektur eine Kaufchance?
Einige Analysten sehen den Rücksetzer als mögliche Kaufchance. Trotz kurzfristiger Risiken sprechen hohe Staatsverschuldung und Inflationsgefahren langfristig weiterhin für Gold.
Warum sind die US-Staatsschulden positiv für Gold?
Die US-Staatsschulden von über 40 Billionen Dollar erschweren dauerhaft hohe Zinsen. Gleichzeitig erhöhen hohe Defizite das Risiko von Inflation und Kaufkraftverlusten – ein Umfeld, von dem Gold profitieren könnte.