Die Kursgewinne zum Wochenbeginn könnten der Beginn eines erneuten Versuchs von Bitcoin sein, aus seiner dreimonatigen Seitwärtsbewegung nach oben auszubrechen. Der größte Stablecoin Tether bekam erstmals ein uneingeschränktes Testat von KPMG.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 19. August in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 35/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Die Umsätze beim Bitcoin bewegen sich weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau und bestätigen das derzeitige Sommerloch. So konnte der Kursanstieg zu Wochenbeginn bei dünnem Volumen über 64.000 US-Dollar durch einen Short-Squeeze an den Derivatemärkten ausgelöst werden. Positiv war am Montag aber, dass es bei den Bitcoin-ETFs erstmals seit einer Woche wieder gute Nettozuflüsse gab. Der mit einer Marktkapitalisierung von rund 183 Milliarden Dollar größte Stable­coin Tether wurde in den vergangenen Jahren immer wieder als latentes Risiko am Kryptomarkt gesehen. Grund war die Intransparenz und eine berechtigte Skepsis, ob die ausgegebenen Coins wirklich eins zu eins durch eine entsprechende Deckung mit US-Dollar gesichert sind. Dazu fehlte immer ein vollständiger testierter Jahresabschluss einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Mit dem uneingeschränkten Testat des Prüfers KPMG scheint das Damoklesschwert eines möglichen Zusammenbruchs wegen nicht ausreichender Deckung weitgehend vom Tisch. Regulatorische Probleme bei Tether bleiben aber, wie der faktische Ausschluss vom regulierten Handel in der EU unter MiCA und ein zunehmendes Zulassungs- und Compliance-Risiko in den USA unter dem Genius Act, einem US-Bundesgesetz zur Regulierung von Stablecoins. Trotzdem ist mit der erstmaligen Testierung von Tether durch KPMG die Situation deutlich entspannt. Dagegen könnte den Bitcoin-Treasury-Unternehmen auf Sicht weiterer Gegenwind drohen.

Diese Unternehmen haben keine oder kaum operative Tätigkeit und konzentrieren sich auf ihre Investments in Bitcoin in der Hoffnung, von dessen möglichen Kurssteigerungen zu profitieren. Wurden sie in der Vergangenheit mit Aufschlägen im Vergleich zu ihren Bitcoin-­Beständen bewertet, so ist seit einiger Zeit das Gegenteil der Fall. Der Finanzdienstleister MSCI, einer der global wichtigsten Indexanbieter, will neue Kriterien für nicht operativ tätige Unternehmen einführen. Diese könnten dazu führen, dass führende Bitcoin Treasuries wie Strategy und Metaplanet aus wichtigen investierbaren Indizes gestrichen würden. Zu kurzfristigen Änderungen von bereits in den MSCI-Indizes enthaltenen Bitcoin Treasuries wie vor allem Strategy wird es allerdings nicht kommen. Die Chancen auf eine Rally nach Ende des Sommerlochs bleiben intakt. Die niedrigen Umsätze könnten ab September zunächst wieder anziehen und die Kurse nach oben treiben. Danach dürfte es vor den Midterm-Wahlen in den USA im November turbulenter werden. Ein schwacher Aktienmarkt könnte dann auch zu einem finalen Ausverkauf beim Bitcoin führen mit Kursen bis 50.000 Dollar. Ein strategischer Aufbau neuer langfristiger Bitcoin-Positionen sollte deshalb weiter zurückgestellt werden. Dagegen erscheinen kurzfristig ausgerichtete Trading-­Positionen beim Bitcoin auf dem aktuellen Niveau als durchaus attraktiv.

Aussichtsreiches Niveau bei Dash

Trotz positiver Nachrichten kam es zu einem kräftigen Rückgang bei Uniswap. Nach dem Umsatzschub durch die neue Robinhood-Chain und der Verknappung zog der Kurs bis Ende Juli auf über 4,50 Dollar an. Die Reaktion ist als Sell the News zu verstehen, die langfristig positiven Aussichten bleiben bestehen. An diesem Beispiel zeigt sich wieder die Sinnhaftigkeit unserer Altcoin-Strategie, bei einem Kursanstieg um 50 Prozent die Hälfte der Position zu verkaufen. Anleger, die dies nach Empfehlung Ende Juni und dem folgenden Kursanstieg um bis zu 58 Prozent befolgt haben, könnten die verkaufte Position deshalb zurückkaufen. Ein Rückkauflimit auf dem Niveau des ursprünglichen Einstiegs um 2,90 US-Dollar wäre hier sinnvoll. Chainlink, hier in der Vorwoche vorgestellt, gehörte vergangene Woche zu den Top-Performern mit einem Plus von elf Prozent und durchbrach die 200-Tage-Linie deutlich. Der Coin hat weiter Potenzial bis in den Widerstandsbereich um zwölf Dollar. Auf derzeitigem Niveau wieder interessant ist der Privacy Coin Dash. Diesen hatten wir bereits Herbst 2025 hier vorgestellt, danach hatte sich der Kurs gut verdreifacht. Nach der erneuten Empfehlung Mitte Januar ging es schnell um 150 Prozent hoch. ­Aktuell notiert der Kurs wieder im langfristigen Unterstützungsbereich um 30 Dollar und könnte erneut für einen kräftigen Ausbruch gut sein. Gerade gab es ein Privacy-Upgrade, das auf der Orchard-Technologie von Zcash basiert. Damit soll die Privatsphäre bei Transaktionen geschützt und Sender, Empfänger und Betrag anonymisiert werden. Auffallend war, dass zuletzt die größten Privacy Coins Zcash und Monero zu den Outperformern gehörten (Monero mit zweitbester Monats-Performance). Dash kann daher als Nachzügler gespielt werden.

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Hinweis auf Interessenkonflikte:
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin, Chainlink.