Stehen Gold, Silber und Co. vor dem großen Aufbruch? Evy Hambro von BlackRock geht davon aus, dass es vor allem für ein Metall langfristig aufwärts geht.

BlackRock-Experte Evy Hambro glaubt, dass die Rohstoffmärkte vor dem Beginn eines neuen Superzyklus stehen. Das sagte er in einem aktuellen "Bloomberg"-Interview. Demnach könnte es zu einer länger anhaltenden Verschiebung von Angebot und Nachfrage bei Edelmetallen und Co. kommen.

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BlackRock: Hohe Nachfrage trifft wenig elastisches Angebot bei Edelmetallen

Das liegt laut Hambro vor allem an drei Kräften: dem zusätzlichen Strom- und Infrastrukturbedarf durch künstliche Intelligenz, der fortschreitenden Elektrifizierung und der jahrelangen Zurückhaltung bei Investitionen in neue Förderkapazitäten.

Denn neue Kapazitäten lassen sich nicht so schnell bereitstellen. Exploration, Genehmigungen, Finanzierung und Bau brauchen Zeit. Zudem können sinkende Erzgehalte sowie politische oder technische Probleme die Produktion bremsen. Treffen zusätzliche Nachfrage und ein wenig elastisches Angebot zusammen, können die Preise länger hoch bleiben und sich ein Superzyklus bilden.

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Warum Kupfer besonders spannend ist

Hambro stellte dabei vor allem Kupfer in den Fokus. Das Metall wird in Stromnetzen, Kabeln, Transformatoren und elektrischen Anlagen gebraucht. Der Ausbau von Rechenzentren erhöht den Bedarf an Stromversorgung und Netzinfrastruktur. Zusätzlich benötigen die Elektrifizierung und erneuerbare Energien große Mengen des leitfähigen Metalls. Damit spielt Kupfer nicht nur wegen des KI-Booms, sondern auch aufgrund mehrerer langfristiger Investitionstrends eine wichtige Rolle.

Die wachsende Bedeutung von Kupfer zeigt sich auch am Markt: Die CME Group berichtete von stark steigenden Preisen, bei denen der aktive Kupferkontrakt Ende August 2026 zeitweise über 6,70 US-Dollar je Pfund notierte und sich damit nahe seiner historischen Höchststände bewegte. Als stützende Faktoren nannte sie die Unsicherheit über mögliche US-Zölle auf raffiniertes Kupfer, die physisches Material in die USA zog, sowie weitere Angebotsstörungen.

Reuters warnte allerdings, dass der Kupferbedarf von Rechenzentren von ihrem Ausbau, der verfügbaren Strom- und Netzinfrastruktur sowie der technischen Auslegung abhängt. Der erwartete Bedarf sollte deshalb nicht einfach mit einem sicheren Nachfrageboom gleichgesetzt werden.

Kupfer (ISIN: AF0000COPPER)

Was Anleger beim Kupferkauf beachten sollten

Kupfer hat zwar laut BlackRock glänzende Aussichten, kann aber als Industriemetall trotz knappen Angebots deutlich nachgeben, wenn etwa die Industrie- und Baukonjunktur in China schwächelt oder sich die Erwartungen an Zinsen und Handelspolitik ändern. Auch das Anlageprodukt macht einen Unterschied: Manche Kupfer-ETCs bilden den Preis über Terminkontrakte ab. Weil diese regelmäßig ausgetauscht werden, kann sich ihre Wertentwicklung vom Kupferpreis am Kassamarkt entfernen. Bei Minenaktien kommen unternehmensspezifische Risiken hinzu – etwa Förderkosten, Schulden, Genehmigungen oder politische Eingriffe. Anleger müssen sich also nicht nur fragen, ob Kupfer langfristig gefragt bleibt, sondern auch, welches Risiko das gewählte Investment mit sich bringt. 

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Häufige Fragen

Was ist ein Rohstoff-Superzyklus?

Ein Rohstoff-Superzyklus bezeichnet eine länger anhaltende Phase, in der sich Angebot und Nachfrage strukturell verschieben. Wenn die Nachfrage über längere Zeit schneller wächst als die Förderung ausgeweitet werden kann, können Preise länger erhöht bleiben. 

Warum gilt Kupfer als besonders wichtig für den KI-Boom?

Rechenzentren benötigen Stromversorgung, Verkabelung und Netzanbindungen. Kupfer wird in vielen dieser elektrischen Systeme eingesetzt. Der tatsächliche Zusatzbedarf hängt jedoch davon ab, wie schnell neue Rechenzentren gebaut werden, ob genügend Strom und Netzanschlüsse verfügbar sind und wie effizient die Anlagen ausgelegt werden.

Wie können Anleger in Kupfer investieren?

Mögliche Wege sind börsengehandelte Kupferprodukte, häufig ETCs mit einer bestimmten Besicherungs- oder Futures-Struktur, sowie Aktien einzelner Minenbetreiber oder breit gestreute Minenfonds. ETCs bilden den Metallpreis nicht zwingend exakt ab; Minenaktien bringen zusätzlich Unternehmens- und Länderrisiken mit sich. Vor einem Kauf sollten Anleger Kosten, Produktmechanik, Währungsrisiko und mögliche Verluste prüfen.