Die Aussichten beim Angebot verschlechtern sich. Das könnte den Preis dieses Rohstoffs weiter nach oben schieben.
Erst hot, dann ein Flop und nun wieder nach oben: Der Preis für Kakao steigt seit einigen Wochen und hat die Marke von 5.000 US-Dollar pro Tonne überschritten. Das ist der höchste Stand seit Januar. Der Auslöser des Aufwärtstrends kommt aus der Elfenbeinküste. Der weltweit führende Kakaoproduzent hat bereits 1,15 Millionen Tonnen Kakaobohnen für die am 1. September beginnende Haupternte 2026/27 auf Termin verkauft.
Ein normales Vorgehen auf den Agrarmärkten. So sichern sich Erzeuger und Käufer Mengen und Preise. Ungewöhnlich ist, dass die staatliche Kakaobehörde weitere Verkäufe der Haupternte ausgesetzt hat. In der Folge haben Leerverkäufer versucht, offene Positionen zu schließen. Zusätzlich belastet der Rückgang der von der Rohstoffbörse kontrollierten Kakaobestände an den US-Häfen, was auf ein enges Angebot hindeutet. Das hat den Preis nach oben getrieben.
Die staatliche Kakaobehörde will erst einmal genauere Schätzungen über die Erntemengen abwarten, bevor sie wieder neue Lieferverträge abschließt. Dabei sind die Kakaoproduzenten mit der laufenden Zwischenernte, die noch bis August geht, zufrieden. In vielen Anbauregionen gab es ausreichend Regen, der eigentlich für gute Erträge sorgen sollte. Doch die Wetterprognosen für die kommenden Wochen gehen von weiteren Regenfällen über dem Durchschnitt aus.
Kakaobäume sind sehr empfindlich und reagieren sensibel auf Schwankungen. Zu starke Regenfälle setzen den Pflanzen zu. Übermäßige Feuchtigkeit fördert Pilzkrankheiten und Schädlinge, insbesondere während der kritischen Phase der Bildung und Reifung der Schoten. Die Zwischenernte könnte also doch noch ins Wasser fallen.
Derweil haben die Händler ihr Augenmerk bereits auf die Haupternte, die im September beginnt, gerichtet. Dort dominiert El Niño die Wetterprognosen. Das globale Klimaphänomen stört typische Wetterbedingungen auf der ganzen Welt. Speziell für die bedeutenden Kakaoproduzentenländer Elfenbeinküste und Ghana, die für rund zwei Drittel der weltweiten Produktion stehen, erwarten die Meteorologen extreme Hitze, Trockenstress und unregelmäßige Niederschläge während der wichtigen Entwicklungsphase der Kakaoschoten. Das Dürrerisiko speziell für die zweite Jahreshälfte wird auf bis zu 90 Prozent taxiert. Das könnte die Erntemenge stark reduzieren. In der Folge könnte der Kakaopreis Richtung alte Höchststände laufen.
Fazit
Spekulative Anleger können über Hebelprodukte überproportional am steigenden Kakaopreis verdienen. Wegen des hohen Verlustrisikos sollten individuelle Stoppkurse gesetzt werden.