Mögliche US-Zölle und steigende Nachfrage sorgen für ein knappes Angebot. Der Preis notiert auf Rekordniveaus. Ein Ende der Spirale ist nicht in Sicht.

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 2. September in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 37/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Am globalen Kupfermarkt klettern die Preise auf immer neue Höchststände — eine Dynamik, die sich aus verschiedenen Quellen speist. Weil in Washington die Drohung im Raum steht, ab 2027 drastisch hohe Zölle auf Raffinadekupfer zu erheben, sichern sich Händler derzeit, was der Markt hergibt. Allein im ersten Halbjahr importierten die USA 885.000 Tonnen des Metalls — ein Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit steuert das Land auf den historischen Rekordwert von 1,64 Millionen Tonnen aus dem Jahr 2025 zu. Durch diesen massiven Abfluss aus den Londoner Börsenlagern entsteht außerhalb Amerikas eine künstliche Verknappung. Doch das ist nicht der einzige Preistreiber. Nach Daten der International Copper Study Group war der Markt im Juni deutlich unterversorgt. Grund ist die schwache Primärproduktion: China und der Kongo legten im ersten Halbjahr zusammen zwar um 5,7 Prozent zu, doch die restliche Welt verbuchte ein Minus von fast zwei Prozent. Haupttreiber der Flaute ist Chile mit einem Fördereinbruch von zwölf Prozent. Erschwerend kommt hinzu, dass im Juli auch Chinas Produktion schwächelte, Überflutungen im Kongo dürften ein dort aktives chinesisches Minenunternehmen zu einer Senkung seiner Prognosen zwingen. Kupfer ist längst als strategisches Metall einzustufen, unabdingbar für den Ausbau von Datenzentren, neuen Technologien und die Dekarbonisierung. Doch dem Nachfrageboom steht ein tendenziell sinkendes Angebot gegenüber. Viele Minen in Chile und Peru, die beiden Staaten stehen für knapp 40 Prozent der weltweiten Primärförderung, sind über 50 Jahre alt. Die Erzgehalte sinken kontinuierlich. Dazu kommen temporäre Störungen wie Streiks, politische Krisen, Naturkatastrophen oder neue Exportbeschränkungen wie zuletzt im Kongo. Die Demokratische Republik hat Anfang August ein striktes Exportverbot für rohe Kupferkonzentrate erlassen, um die heimische Wertschöpfung zu stärken. All das verknappt das weltweite Angebot an Primärkupfer. Die Analysten von JP Morgan prognostizierten für das laufende Jahr ein globales Defizit bei raffiniertem Kupfer von rund 330.000 Tonnen.

Fazit

Der steigenden Nachfrage steht ein bestenfalls stagnierendes Angebot gegenüber. Anleger können über Derivate an einem steigenden Preis mitverdienen. Basispreis für die ausgewählten Knock-out-Calls ist die Kupfernotiz an der New Yorker Rohstoffbörse. Je höher der Hebel, desto höher sind die Gewinnchancen, wenn die Kupfer-Futures weiter zulegen, aber auch das Verlustrisiko, wenn die Preise zurückgehen. Unbedingt mit Stoppkursen investieren. Anleger tragen das Wechselkursrisiko von Euro zu US-$.

Sie wollen weitere starke Analysen lesen? Dann werfen Sie jetzt einen Blick auf das exklusive BÖRSE ONLINE Probe-Abo.

Weiterführende Links