Die beiden Aktien haben zuletzt wichtige technische ­Widerstände überwunden. Mit (Discount-)Calls können Anleger überdurchschnittlich von einer Fortsetzung des Trends profitieren

Hinweis: Dieser Artikel erschien zuerst am 28. Oktober in der BÖRSE ONLINE-Ausgabe 45/26. Wenn Sie in Zukunft als Erstes die Einschätzung unserer Experten lesen wollen, dann werfen Sie einen Blick auf dieses Angebot.

Aktienindizes wie DAX und S & P 500 pendeln seit einigen Wochen in ­einem breiten Band seitwärts. Eine Reihe von Indizes wie der MDAX befinden sich gar in einer Konsolidierungsphase. Derweil zeigen Aktien wie Beiersdorf und Hornbach eine Relative Stärke gegenüber ihren jeweiligen Benchmark-Indizes. ­Zuletzt konnten die beiden Anteilscheine zudem wichtige charttechnische Widerstände nach oben durchbrechen. Dies wird gemeinhin als Kaufsignal gedeutet und eröffnet ihnen aus technischer Sicht weiteres Potenzial nach oben. Hebelprodukte wie der klassische Call-Optionsschein auf Hornbach und der Discount-Call-Optionsschein auf Beiersdorf bieten risikofreudigen Anlegern attraktive Möglichkeiten, gehebelt von einer möglichen Fortsetzung des eingeschlagenen Aufwärtstrends zu profitieren.

Defensive gefragt

Die Aktie von Beiersdorf bildet seit ­Anfang Juni dieses Jahres einen Aufwärtstrend. Nach einem kurzfristigen Rücksetzer in der ersten September-Hälfte übernahmen die Bullen wieder das Zepter und schoben das Papier zunächst Mitte Oktober über die viel beachtete 200-Tage-Durchschnittslinie. Ende vergangener Woche schielte die Aktie zeitweise über das Sommerhoch von 82 Euro. Die nächste hartnäckige Widerstandsmarke zeigt sich bei 92,80 Euro. In diesem Bereich befinden sich die 161,8-%-Projection-Linie aus dem von Anfang Juni bis Ende Juli gebildeten Aufwärtstrend und die Unterkante des ­Anfang März gerissenen Gaps. Gelingt der Anstieg auf 85 Euro bis Mitte März kommenden Jahres, winken Inhabern des Discount-Calls über 70 Prozent Gewinn. Die Chancen für eine weitere Kurssteigerung der Aktie um knapp zehn Prozent bis Mitte März stehen gut. Angesichts der ­hohen Unsicherheit an den Finanzmärkten sind defensive Titel besonders gefragt. Mit einem KGV von 19 ist die Aktie zudem ­moderat bewertet. 

Im Sommer mussten die Hamburger aufgrund der Schwäche bei der Kernmarke Nivea die Prognosen anpassen und lösten damit einen Kurssturz aus. Die Zahlen für das dritte Quartal bestätigten die Schwächen bei Niveau und dem Klebstoffsektor rund um Tesa und drückten erneut auf den Kurs. 2027 will der Kosmetik- und Klebstoffkonzern jedoch auf den Wachstumspfad zurückkehren. Die Sparten Derma mit medizinischer Hautpflege wie ­Eucerin, La Prairie mit Premiumpflege wie hochpreisigen Anti-Aging-Produkten und Health Care mit Pflaster- und Wundversorgung verbuchten im dritten Quartal ­bereits ein solides Umsatzplus. Damit die Trendwende bei Nivea gelingt, hat Konzernchef Vincent Warnery im Sommer einen 18-monatigen Turnaround-Plan gestartet. 

Der Fokus richtet sich nun wieder auf Produkte wie Deos, Duschgels und Cremes im Einstiegspreissegment. Um verloren gegangene Marktanteile wieder zurückzugewinnen, will Warnery im zweiten Halbjahr zusätzliche 100 Millionen Euro in Marketing investieren. Ladenhüter und unrentable Produkte werden aus den Regalen genommen und die Flächen mit höhermargigen, absatzstarken Produkten bestückt. Derweil setzt der Konzern auf ein anhaltendes Wachstum der Derma-Produkte in den USA und der La-Prairie-Produkte in China. Eine Nettoliquidität von knapp 1,3 Milliarden Euro Ende Juni gibt dem Konzern Spielraum für Zukäufe. Mit rund 81 Euro notiert die Aktie oberhalb des ­Basispreises. Steigt die Aktie bis Mitte März auf mindestens 85 Euro, erhalten Anleger zehn Euro. Andernfalls fällt die Rückzahlung geringer aus. Schließt die Aktie bei 75 Euro oder darunter, verfällt der Discount-Call wertlos. Um Verluste zu begrenzen, sollte daher ein Stoppkurs gesetzt werden.

Starke Zahlen beflügeln

Mit einem Omega von acht reagiert der Call-Optionsschein sehr sensibel auf Kursbewegungen der Hornbach-Aktie. Ein Anstieg auf 100 Euro bis Jahresende könnte Inhabern des Hebelpapiers einen Kurs­gewinn von rund 78 Prozent bescheren. Rückenwind bekam die Aktie der Baumarktkette zuletzt von guten Halbjahreszahlen zum Geschäftsjahr 2026/27. Dabei stieg der Konzernumsatz um rund sechs Prozent und das Ebit um rund fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Mit verantwortlich war aufgrund des heißen Sommers eine starke Nachfrage nach Klimageräten und Artikeln zur Bewässerung sowie Schattenspender. Zudem profitierte Hornbach von der Insolvenz der Baumarktkette Hellweg und den Problemen bei ­Baywa. Jüngsten Meldungen zufolge will Hornbach sechs Hellweg-Filialen übernehmen. Um nachhaltig zu wachsen, plant der Konzern zum einen die Eröffnung von Fachhandelsfilialen wie etwa für Fliesen- und Bodenbeläge sowie den Ausbau des Filialnetzes im europäischen Ausland. So wurde im September ein weiterer Bau- und Gartenmarkt in Österreich eröffnet. Im Jahresverlauf soll noch ein neuer Fachmarkt für Bodenbeläge in den Niederlanden folgen. Die Halbjahreszahlen zeigten derweil, dass sich die E-Commerce-Offensive der Baumarktkette auszahlt. So legte der Online­umsatz zuletzt um 8,6 Prozent und damit überproportional zu. 

In den zurückliegenden zwei Monaten pendelte die Aktie meist zwischen der 200-Tage-Durchschnittslinie und der gebildeten Widerstandsmarke bei 86,50 Euro. In der vergangenen Woche wurde die obere Begrenzung nach oben durchbrochen. Die nächste technische Hürde liegt bei rund 105 Euro. 

Fazit

Beiersdorf und Hornbach zeigen Relative Stärke und haben wichtige Widerstände überwunden. Hält das Aufwärtsmomentum, winken mit den ausgewählten Hebelpapieren hohe Gewinne.

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