Die genaue Absturzursache von Flug MH-17 über der Ostukraine ist noch unklar. Es wird vermutet, dass die Maschine abgeschossen wurde. In dem Gebiet toben Kämpfe zwischen der ukrainischen Armee und pro-russischen Separatisten. Knapp 300 Menschen kamen bei dem Absturz ums Leben. Die Maschine vom Typ Boeing 777 befand sich am Donnerstagnachmittag auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur.

Nach Angaben des Versicherungsbrokers Aon geht es in dem Fall um einen Kaskoschutz von 97 Millionen Dollar für das Flugzeug. Die Analysten der Großbank Barclays betonten in einer Kurzanalyse allerdings, sollte es sich bewahrheiten, dass die Maschine abgeschossen worden sei, würde der Fall anders bewertet. Dann wäre ein auf Kriegshandlungen spezialisierter Anbieter in der Pflicht. Laut Aon wäre davon vor allem die Atrium Underwriting Group betroffen, ein Spezialversicherer, der am traditionsreichen britischen Versicherungsmarkt Lloyds of London Policen anbietet. Atrium lehnte eine Stellungnahme ab.

Neben dem Versicherungsschutz für das Flugzeug könnten aber weitere Haftungen greifen, vor allem für sogenannte Personenschäden. Hier könnte es Analysten zufolge um 300 Millionen Dollar oder mehr gehen. Auch bei der im März mysteriös verschollenen Malaysia-Airlines-Maschine MH-370 summierte sich der versicherte Schaden letztlich auf rund 400 Millionen Dollar. Rund 100 Millionen Dollar davon entfielen auf den Kaskoschutz für den Jet.

In diesem Fall war die Allianz ebenfalls maßgeblich betroffen. Auch die beiden Rückversicherer Münchener Rück und Hannover Rück mussten einen Teil übernehmen. Die Norddeutschen sind nach eigenen Angaben auch dieses Mal wieder betroffen, ohne jedoch Details zu nennen.

Reuters