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Bayer-Aktie, Novartis und Co: Fünf europäische Pharma-Aktien im Härte-Test

Bayer-Aktie, Novartis und Co: Fünf europäische Pharma-Aktien im Härte-Test

WKN: BAY001 ISIN: DE000BAY0017 Bayer

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23.09.2016 - 17:54
09.11.2015 06:33:30

Auch die europäischen Pharma-Aktien sind im dritten Quartal phasenweise etwas außer Tritt geraten. Die allgemeine Marktkorrektur und die Angst vor gestutzten Medikamentenpreisen forderten ihren Tribut von Bayer, Novartis und Co. Doch die Société Générale hält die negative Marktreaktion für übertrieben und stuft den Sektor mit Übergewichten ein. Unter sieben Hauptempfehlungen werden drei Aktien als Kauf eingestuft. Das Kurspotenzial beträgt dabei bis zu 59 Prozent. Von Jürgen Büttner

Wie der Gesamtmarkt standen im dritten Quartal phasenweise auch die Pharmaaktien erheblich unter Druck. Zusätzlich verstärkt wurde der Abwärtssog in diesem Bereich inklusive des Biotechsektors noch durch eine Twitter-Nachricht von Hillary Clinton. Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten hat per Twitter-Nachricht für den Fall ihres Sieges stärkere Preiskontrolle für die aus ihrer Sicht teilweise aus dem Ruder gelaufenen Medikamentenpreise angekündigt. Weil Clinton bei den Wahlen im kommenden Jahr derzeit die besten Aussichten für das US-Präsidentschaftsamt zugebilligt werden, zog diese Warnung negative Kursreaktionen nach sich.

Die Analysten bei der Société Générale halten die damit verbundenen Befürchtungen aber für übertrieben. Sie begründen diese Einschätzung dabei wie folgt: Erstens dürften die damit verbundenen finanziellen Folgen begrenzt sein und sich im schlimmsten Fall beim Umsatz nur im unteren einstelligen Prozentbereich bewegen. Zweitens sind vergleichbare Vorstöße von Politikerseite in der Vergangenheit stets gescheitert, drittens ist selbst "Obamacare" nicht populär, viertens sagt das US Congressional Budget Office für das nächste Jahrzehnt ohnehin nur Pharmaausgaben voraus, die mit zehn Prozent gemessen an dem gesamten Ausgaben für das US-Gesundheitssystem stagnieren sollen und fünftens dürfe der Einfluss, den die Pharmaindustrie in Washington ausübe, nach wie vor nicht unterschätzt werden.

Was die Bewertungen angeht, bewege sich der Sektor auf einem attraktiven Niveau. Das KGV auf Basis der geschätzten Gewinne für die kommenden zwölf Monate liege zwar über 13 Prozent über dem Marktdurchschnitt. Doch das decke sich mit dem Zehnjahresdurchschnitt und sei gleichzeitig um 50 Prozent unter dem historischen Hoch. Hinzu kommen derzeit gut absehbare Gewinnentwicklung mit einer prognostizierten Gewinnwachstumsrate pro Aktie von neun Prozent p.a. von 2015 bis 2020.

Die Pharma-Aktien aus Europa werden von der Société Générale als Branche mit Übergewichten eingestuft. Zur Begründung werden vier Argumente angeführt. Erstens seien die Aussichten für Umsatz- und Gewinnentwicklung nachhaltig und gut vorhersehbar, zweiten seien die Erwartungen zurückhaltend, was neue Mittel aus der Medikamenten-Pipeline angehe, drittens werden wie erwähnt die Bewertung als vertretbar eingestuft und viertens werden die Generierung von Cash Flow als exzellent bezeichnet, was mittelfristig eine Kapitalrückführungen an die Aktionäre nach sich ziehen könnte.

Unter den sieben Hauptempfehlungen zu europäischen Pharma-Aktien werden GlaxoSmithKline PLC (WKN: 940561, 13,97 Pfund) und Novo Nordisk AS (WKN: A1XA8R , 363,50 dänische Kronen) mit Kurszielen von 12,50 Pfund und 320 Kronen als Verkauf eingestuft. Von den anderen fünf europäischen Pharma-Aktien, darunter Bayer und Novartis, werden zwei mit Halten und drei mit Kaufen eingestuft. Das Aufwärtspotenzial gemessen an den Kurszielen beträgt dabei bis zu 58 Prozent.

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