Bet-at-home.com hat gute Halbjahreszahlen vorgelegt. Der Brutto-Wett- und Gamingertrag überzeugt besonders. Damit - auch Rohertrag genannt - geben Wettanbieter an, was von den Einsätzen nach den Gewinn-Auszahlungen übrig bleibt. Bei dem SDax-Konzern stieg dieser Wert um 17,5 Prozent auf 76,8 Millionen Euro (1. Halbjahr 2016: 65,4 Millionen).



Die Sparte eGaming (Casino, Games, Poker und Virtual Sports) trug zum Rohertrag 42,3 Millionen Euro bei. Aus dem Sportwetten-Geschäft blieben 34,5 Millionen Euro im Unternehmen. Das Wett- und Spielvolumen nahm insgesamt um gut 23 Prozent auf 1,69 Milliarden Euro zu.

Bet-at-home.com verdiente im ersten Halbjahr gut - obwohl es 2017 keine wichtigen Großereignisse im Fußball gibt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) verdoppelte sich nahezu auf 17,4 Millionen Euro (neun Millionen). Der Konzern hat den Ausblick bestätigt.

Weniger Kosten für Marketing



Da im laufenden Jahr außer der Fußball-EM der Frauen kein großes Tunier stattfindet, gab bet-at-home.com weniger für Marketing aus. Im ersten Halbjahr sanken die Ausgaben dafür auf 24,2 Millionen Euro (26,6 Millionen).

Doch die Nutzerzahl blieb im zweiten Quartal konstant. Zum 30. Juni zählte der SDax-Konzern 4,7 Millionen registrierte Kunden - genauso viel wie noch Ende März und nur 200.000 mehr als im ersten Halbjahr 2016.

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Einschätzung der Redaktion



Anleger feierten die Bilanz von bet-at-home.com. Der Kurs stieg am Montag um mehr als fünf Prozent.

Die Halbjahreszahlen können sich sehen lassen. Vor allem sticht dabei der deutliche Gewinnsprung heraus. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2016 war der Rohertrag schon besonders stark - Grund dafür war aber die Fußball-Europameisterschaft.

Anleger sollten sich die Freude nicht von der stagnierenden Kundenzahl nehmen lassen. Die bereits registrierten Wettteilnehmer setzten mehr Geld ein. Zudem gab es allgemein wenig Veranstaltungen, auf die Nutzer wetten hätten können: Die Fußball Bundesliga war im zweiten Quartal schon fast vorbei. In der Champions League sind die deutschen Vereine in dieser Saison früh ausgeschieden. Durch die Fußball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr dürfte die Kundenzahl wieder steigen.

Bet-at-home.com ist auf einem guten Weg, seine Ziele für das laufende Jahr zu erreichen. Der Konzern erwartet, dass der Brutto-Wett- und Gamingertrag auf 144 Millionen Euro steigt - nach 139 Millionen im Vorjahr. Das Ebitda soll zwischen 34 und 38 Millionen liegen (2016: 33 Millionen).

Charttechnisch ist das Papier vielversprechend. Mit dem Kursgewinn vom Montag bekommt die Aktie wieder Aufwärtspotential. Der Kurs korrigierte zuletzt um gut 30 Prozent vom Allzeithoch bei 149,50 Euro. Wenn das Papier jetzt den Widerstand bei 112 Euro durchbricht, ist der Weg nach oben frei.

Empfehlung: Kaufen.
Kursziel: 120,00 Euro
Stoppkurs: 100,00 Euro