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Commerzbank-Aktie vor den Quartalszahlen: Was Anleger erwarten können

Commerzbank-Aktie vor den Quartalszahlen: Was Anleger erwarten können

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG

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29.09.2016 - 17:58
06.08.2014 16:20:00

Das zweitgrößte deutsche Geldhaus bringt morgen (7.8.) die Quartalszahlen. Die Erwartungen ans operative Geschäft sind sehr überschaubar, die Aktie kommt nicht vom Fleck. Derweil drängen manche auf Eile beim Verkauf des Staatsanteils. Von Wolfgang Ehrensberger

Hohe Belastungen aus Rechtsrisiken sind eine Domäne der Deutschen Bank. Dass die Commerzbank dem Branchenprimus auf diesem Gebiet noch das Wasser abgräbt, ist zwar nicht zu befürchten. Dennoch haben Meldungen über eine drohende Strafzahlung wegen Verstoßes gegen US-Sanktionen zwei Wochen vor Veröffentlichung der Quartalszahlen am 7.8. die Commerzbank-Aktionäre verschreckt. Medienberichten zu Folge steht eine Geldbuße von 450 bis 600 Millionen Euro im Raum, die noch im Dritten Quartal fällig werden könnte. Unklar ist, wieviel davon tatsächlich durch bereits gebildete Rückstellungen von knapp einer Millarde Euro abgedeckt sind.

Analysten rechnen jedenfalls mit einer zusätzlichen Ergebnisbelastung von 150 bis 300 Millionen Euro für 2014. Das ist kein Klacks für ein Institut, das sich nach Finanzkrise und Rettung durch den Staat gerade mühsam wieder in die Spur bringt und mit mageren Erträgen kämpft. Was die Staatsbeteiligung angeht, sorgte gerade der Chef der Monopolkommission, Daniel Zimmer, für Wirbel: Er hat die Bundesregierung Anfang Juli aufgefordert, die verbliebenen Anteile des Bundes von 17 Prozent so schnell wie möglich zu verkaufen und nicht auf einen besseren Aktienkurs zu hoffen. Davon will man in Berlin allerdings derzeit nichts wissen - beim Ausstieg sollten schließlich die Verluste der Steuerzahler begrenzt werden. Zumindest will man die Ergebnisse des laufenden Bankenstresstests der EZB abwarten, der Aufschlüsse über die faire Bewertung der Bank geben soll.

Im vergangenen Jahr hatten Spekulationen über den Einstieg europäische Geldhäuser wie Santander (Spanien) und BNP Paribas (Frankreich) die Kursrally bei der Commerzbank befeuert. Die Banken hatten jedoch abgewunken. Schließlich ist das Frankfurter Geldhaus samt Altlasten noch zu unattraktiv. Ein europäische Großbank, die Zugang zum deutschen Markt sucht und nicht nur den Firmenkundenstamm ausschlachten will, gilt in Berlin grundsätzlich als willkommener Käufer. Auch eine breite Platzierung der Anteile im Markt will man sich als Option offenhalten. Dagegen komme ein Verkauf an einen staatlichen Investor, also etwa an einen chinesischen Staatsfonds, aus ordnungspolitischen Gründen kaum in Frage. "Da käme man ja vom Regen in die Traufe", heißt es im Finanzmarktgremium des Bundestags.

Auf Seite 2: Wie Analysten die Chancen für Aktionäre einschätzen

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Bildquelle: Lisi Niesner/Reuters, Julia Schwager/Commerzbank AG

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