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Deutsche Bank-Aktie: BaFin lässt Geldhaus bei einigen Skandalen vom Haken

WKN: 514000 ISIN: DE0005140008 Deutsche Bank AG
12,41 EUR
-0,25 EUR -1,94 %
30.06.2016 - 10:07
26.02.2016 07:49:56

Der neue Deutsche-Bank-Chef John Cryan kommt beim Aufräumen der milliardenschweren Rechtsstreitigkeiten voran. Wegen der Manipulation von Zinssätzen sowie umstrittener Derivate- und Edelmetallgeschäfte muss Deutschlands größtes Geldhaus keine Auflagen der deutschen Finanzaufsicht BaFin mehr fürchten.

Beide Seiten bestätigten am Donnerstag, dass die Behörde alle Sonderprüfungen dazu abgeschlossen hat. Die Kooperationsbereitschaft des Instituts spielte dabei offenbar eine wichtige Rolle: "Wir haben zahlreiche Schritte unternommen, um unsere Kontrollen und Prozesse sowie die Führung der Bank zu verbessern", erklärte Cryan.



Der Brite trat im Juli die Nachfolge des glücklosen Anshu Jain an, der bei Investoren und Regulierern gleichermaßen in Ungnade gefallen war. Als erstes tauschte Cryan die Führungsmannschaft aus und schaffte den erweiterten Vorstand ab. Dazu zählten auch etliche Manager, die die BaFin in ihrem Bericht zum Zinsskandal heftig kritisiert hatte. Prominentester Kopf im sogenannten Libor-Bericht war allerdings Jain selbst, dessen Abgang kurz nach der Hauptversammlung besiegelt war. BaFin-Chef Felix Hufeld signalisierte wenig später Zufriedenheit: "Die Frage nach Anshu Jain stellt sich für uns nicht mehr."


Cryan hatte erst Ende Januar betont, er werde sich jetzt persönlich einschalten, um die verbliebenen Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank schnell abzuräumen und das Verhältnis zu den Regulierern zu reparieren. Für die Aufarbeitung seiner Skandale hat das Institut seit 2012 fast 13 Milliarden Euro aufgewendet - und ein Ende ist nicht in Sicht. Die erdrückend hohen Rückstellungen zehren Erfolge im Tagesgeschäft immer wieder auf.

Allein der Zinsskandal kostete mehrere Milliarden. Die Bank prüft deshalb Insidern zufolge auch, ob sie frühere Manager wegen mangelnder Kontrollen persönlich haftbar machen und zur Kasse bitten kann. Etliche Boni früherer Vorstände sind demnach eingefroren, bis die Juristen mehr Klarheit haben, wie die Chancen stehen.

Die BaFin wiederum erachtet es nicht als notwendig, "weitergehende Maßnahmen aus den abgeschlossenen Sonderprüfungen gegen die Deutsche Bank oder einzelne frühere und gegenwärtige Mitglieder des Vorstands zu ergreifen", wie das Geldhaus erklärte. Anleger reagierten erleichtert: Im Frankfurter Späthandel notierten die Deutsche-Bank-Aktien 0,8 Prozent über dem Schlusskurs im Handelssystem Xetra.

Welche möglichen anderen Prüfungen bei der Bank noch laufen, dazu wollte sich eine BaFin-Sprecherin nicht äußern. Größtes Thema der jüngeren Vergangenheit ist beispielsweise der Geldwäsche-Skandal in Russland, den sich mehrere Aufsichtsbehörden anschauen, darunter auch die BaFin.

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Bildquelle: Kai Pfaffenbach/Reuters

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