Die Deutschen Bank steckt mitten im Konzernumbau und hat noch milliardenschwere Rechtsstreitigkeiten beizulegen. Gespräche über eine Fusion mit der Commerzbank waren im Sommer unter anderem deswegen im Sande verlaufen. Bei grenzüberschreitenden Fusionen wäre die größte deutsche Bank mit einem Börsenwert von 20 Milliarden Euro derzeit zumeist nur der Juniorpartner.

Außerhalb Deutschlands wird über eine Konsolidierung schon intensiver spekuliert. Die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete von Spekulationen an den Finanzmärkten, wonach die HVB-Mutter UniCredit sich mit der französischen Societe Generale (SocGen) zusammentun könnte. Beide Institute wollten sich dazu nicht äußern. An der Börse beruhigte sich die Fusionsfantasie aber schnell wieder.

Der neue UniCredit-Chef Jean-Pierre Mustier hatte vorher für SocGen gearbeitet. Er bereitet derzeit Finanzkreisen zufolge eine Kapitalerhöhung über 10 bis 13 Milliarden Euro vor, die Anfang 2017 über die Bühne gehen könnte. Ein Investmentbanker sagte, Mustier wolle dabei mehr Geld einsammeln als eigentlich nötig, um die Mailänder Bank mit Blick auf einen Zusammenschluss mit SocGen stärker zu machen. Doch bis es dazu komme, könne es 12 bis 18 Monate dauern.

"GRÖSSE SPIELT EINE ROLLE"



"Ich glaube, dass in unserem Geschäft Größe eine Rolle spielt", sagte Deutsche-Bank-Finanzchef Schenck. Die Regulierer erlegten Banken zwar umso höhere Kapitalpuffer auf, je größer sie seien. Doch ein "Hemmschuh" sei das nicht: Denn je größer ein Institut sei, desto leichter könne es etwa die Digitalisierung bewältigen. Dann ließen sich die Investionen auf eine größere Zahl von Kunden umlegen.

DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch sieht das anders: "Regulierung verhindert schon solche Schritte." Andererseits wünsche sich auch die Europäische Zentralbank (EZB), die die großen Banken in der Euro-Zone beaufsichtigt, Fusionen. Die Überkapazitäten in der Branche ließen aber viele Häuser bei Zukäufen zögern. "Von den Kaufpreisen her dürften wir bessere Zeiten als heute nicht mehr erleben."

Commerzbank-Chef Martin Zielke ist Übernahmen grundsätzlich nicht abgeneigt. "Anschauen muss man sich das immer." Insidern zufolge interessiert sich die Commerzbank für die Übernahme der kleinen Oldenburgischen Landesbank (OLB) im Nordwesten Deutschlands, die mehrheitlich der Allianz gehört und die an der Börse knapp 400 Millionen Euro wert ist. Doch auch der Finanzinvestor Apollo hat seinen Hut in den Ring geworfen. Verbindliche Gebote waren laut "Handelsblatt" Anfang der Woche fällig.

rtr