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E.ON: Wette auf den RWE-Nachzügler

E.ON: Wette auf den RWE-Nachzügler

WKN: ENAG99 ISIN: DE000ENAG999 E.ON SE

9,39 EUR
-0,21 EUR -2,15 %
21.08.2017 - 17:49
20.06.2017 16:10:00

Langsam wird die Luft am Aktienmarkt dünn: Die Börsen sind gut gelaufen, fundamental haben Investoren bei den meisten Werten eine gute Geschäftsentwicklung längst eingepreist. Neue Kursfantasie entfachen jetzt noch nur Übernahmegerüchte. Vor allem die Energiebranche dürfte vor einer Neuordnung stehen. Bei E.ON könnte es sogar doppelt spannend werden.



Einen solchen Anblick haben Anleger schon lange nicht mehr gesehen: Die beiden Versorger aus dem DAX schmücken die Liste der Top-Performer seit Anfang Januar. RWE kletterte bereits um 70 Prozent, für E.ON ging es um gut 30 Prozent aufwärts. Beste Aussichten für die beiden Turnaround-Spekulationen, auch im Gesamtjahr weit oben zu stehen. Die Erfahrung zeigt: Aktien die in den ersten Monaten des Jahres gut gelaufen sind, rangieren meist auch in der Schlussabrechnung Ende Dezember unter den Spitzenplätzen. Schließlich will jeder Fondsmanager die Gewinner im Depot ausweisen.



Der Performance-Vergleich zeigt aber auch, dass die RWE-Aktie zuletzt wesentlich besser gelaufen ist als E.ON. Die Essener sind bei der Restrukturierung deutlich weiter, doch der Aufschlag scheint etwas übertrieben. E.ON ist zwar wie erwartet mit rückläufigen Geschäftszahlen in das Jahr gestartet, die 2017er-Ziele wurden aber bestätigt. Sowohl die Kapitalerhöhung im März und die Anleiheplatzierung im Mai kamen gut an, auch die Dividenden sollen künftig wieder steigen. Gut drei Mrd. Euro dürfte zudem die Rückerstattung der Brennelementesteuer einbringen, gute Nachrichten für die Eigenkapitalausstattung.


Uniper und E.ON im Fadenkreuz



Große Sprünge sind aber aus operativer Sicht kurzfristig nicht zu erwarten, die Wachstumsperspektiven im wichtigen Netzgeschäft bleiben limitiert. Unter Starkstrom dürfte die Aktie vor allem wegen der laufenden Branchenkonsolidierung stehen. In den Fokus rückt zunächst die Tochter Uniper, in der E.ON die konventionellen Kraftwerke eingegliedert hat. Anders als von vielen erwartet ist der Konzern an der Börse begehrt, seit dem Börsengang Mitte September 2016 legte der Kurs um rund 70 Prozent zu. Rund 6,4 Mrd. Euro bringt Uniper auf die Waage, E.ON hält noch knapp 47 Prozent. Ab 2018 will das Management aber wohl einen Schlussstrich ziehen, Interessenten gibt es genug. Zuletzt wurde dem finnischen Branchenkollegen Fortum Interesse nachgesagt, andere Anbieter wie EPH und Engie dürften die Tochter ebenfalls im Blick haben.

Natürlich wäre Uniper auch für Finanzinvestoren ein lukratives Ziel. E.ON könnte allerdings auch selbst ins Visier geraten. Der Konzern mit seinen Geschäften Ökostrom, Netze und Vertrieb ist vor allem deshalb interessant, weil nur wenige grüne Versorger auf dem Markt sind. Mit einem Börsenwert von knapp 20 Mrd. Euro müssten Käufer zwar tief in die Tasche greifen, für die Branchenriesen wie Engie oder schlagkräftige Finanzinvestoren wie Cinven und CVC wäre dies aber machbar. Vor allem bei einem Verkauf der Einzelteile könnte sich der Deal lohnen. Einziger Haken: Ohne die Zustimmung der Bundesregierung wird wohl kein Bieter Erfolg haben.

Etwas Luft bleibt noch



Gerade mit dem jüngsten Anstieg hat sich auch die charttechnische Situation deutlich aufgehellt. Der volumenstarke Sprung über den Widerstand bei rund acht Euro dürfte nachhaltig sein, die nächsten Barrieren lauern bei rund 9,50 / 9,70 Euro und darüber 10,30 Euro. Kurzfristig ist die Aktie heiß gelaufen, in den vergangenen Monaten folgte meist ab einem Abstand von rund sieben Prozent zur 21-Tage-Linie eine Konsolidierung. Selbst ein Rücklauf an den Monatsmittelwert bei derzeit 8,10 Euro wäre unbedenklich und dürfte sich als Erstklassige Nachkaufchance für mutige Anleger erweisen.

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Für Trader mit längeren Horizont bleibt die E.ON-Aktie einer der interessantesten Basiswerte in der ersten Liga. Fundamental wie auch charttechnisch passt das Bild, gegenüber RWE bietet der Wert noch Nachholpotenzial. Angesichts der zuletzt gestiegenen Nervosität am Gesamtmarkt sollten Hebel und Kapitaleinsatz aber eher klein ausfallen. Passend dafür eignet sich der Bull mit der WKN HU8B7U. Der Schein verstärkt bei einem Basispreis von 6,66 Euro Kursveränderungen der Aktie um den Faktor 3,8. Bereits bei einem Anstieg bis zur nächsten Barriere bei rund 9,70 Euro würde das Papier um rund 30 Prozent zulegen.


Basiswert


E.ON

Kurs Basiswert


8,99 EUR

Produkt


Knock out Bull

WKN


HU8B7U

Emittent


UniCredit

Fälligkeit


endlos

Hebel

3,8

Basispreis


6,66 EUR

Knock Out


6,66 EUR

Kurs Zertifikat


2,33 EUR

Spread


0,43 %

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Bildquelle: Thilo Schmuelgen / Reuters

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Engie SA (spons. ADRs) 13,86 0,00% Engie SA (spons. ADRs)
E.ON SE 9,40 -2,28% E.ON SE
Fortum Oyj 14,84 0,00% Fortum Oyj
RWE AG St. 20,45 -0,78% RWE AG St.
Uniper 20,50 -0,24% Uniper

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