Die Zahlung werde sich auf den Jahresgewinn von Fraport positiv auswirken. Im Gegenzug verzichte Fraport auf alle weiteren Ansprüche aus der rechtlichen Auseinandersetzung.

Der Beginn des Geschichte reicht zwei Dekaden zurück. Im Jahr 1997 hatte die philippinische Betreibergesellschaft Piatco, an der Fraport mit 30 Prozent beteiligt war, Verträge mit der Regierung in Manila geschlossen, nach denen ein neues Terminal am Flughafen der Hauptstadt errichtet und betrieben werden sollte. Nach der Fertigstellung 2002 erklärte die neu gewählte Regierung den Kontrakt für ungültig und enteignete Piatco. Seitdem stritt Fraport um eine Entschädigung. Vor einem Jahr hatte der oberste Gerichtshof der Philippinen Piatco 510 Millionen Dollar Entschädigung zugesprochen. Der überraschende Geldsegen kommt für Fraport zum richtigen Zeitpunkt: Aufgrund der Anschläge in einigen Ländern wird die Passagierzahl in Frankfurt erstmals seit sieben Jahren sinken. Die Fraport-Aktie drehte nach der Nachricht über die Zahlung ins Plus und notierte drei Prozent höher.

Die Entschädigung von über 240 Millionen Euro fließt aber nicht Eins-zu-Eins in die Kassen von Fraport. Der Konzern müsse bis zu 40 Millionen Euro an den Bund zurückzahlen. Der hatte über eine Exportversicherung für die Investitionen gebürgt und Fraport teilweise entschädigt. Der verbleibende Betrag werde sich auf die Gewinnhöhe in diesem Jahr positiv niederschlagen. Bislang erwartet Fraport-Chef Stefan Schulte für 2016 ein Betriebsergebnis von 850 bis 880 Millionen Euro nach 848,8 Millionen Euro im Vorjahr. Genaueres über die finanziellen Auswirkungen werde das Unternehmen in etwa einem Monat mit den Quartalsergebnis veröffentlichen, sagte ein Konzernsprecher. Ob gleichzeitig auch die Dividende erhöht werde, werde der Aufsichtsrat zu gegebener Zeit entscheiden. Bislang stellt das Unternehmen mit 21.000 Mitarbeitern für 2016 wie im Vorjahr eine Ausschüttung von mindestens 1,35 Euro je Aktie in Aussicht.

rtr