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Geely-Aktie: Deutliche Verbesserungen in Sicht

Geely-Aktie: Deutliche Verbesserungen in Sicht
19.01.2015 08:47:00

Als der chinesische Autohersteller 2010 Volvo übernahm, sahen viele Experten das Ende der schwedischenTraditionsmarke gekommen. Jetzt sind die Skandinavier der Hoffnungsträger des Konzerns. Von Christiane Habrich-Böcker



Die Gewinnwarnung war deftig. Geely erwartet 50 Prozent Einbruch für 2014 beim Nettoergebnis. Schon die ersten neun Monate waren nicht gut gelaufen. Das Absatzvolumen ging um 26 Prozent zurück, auf den Auslandsmärkten sogar um 49 Prozent. Markenvorstand Sun Xiaodong nahm seinen Hut. Als dann im Zuge der Russland-Sanktionen auch noch der Rubel abschmierte, war die Katastrophe perfekt. Innerhalb weniger Tage fiel der Kurs von 38 auf 26 Cent. Damit ist die massive Unterstützung bei 24 Cent in greifbare Nähe gerückt, was das Papier für spekulative Investoren interessant macht. Denn schon mehrfach markierte dieses Tief einen Wendepunkt.

Zudem ist nach der Flut an Horrormeldungen das Sentiment so negativ, dass gute Nachrichten schlicht ignoriert werden - vorerst jedenfalls. Vergessen scheint, dass Geely-Chef Li Shufu bei seinem Auftritt auf dem Global Automotive Forum im Oktober in Wuhan von Chinas Branchenvertretern noch mit lautem Applaus gefeiert wurde - für die erfolgreiche Übernahme einer europäischen Premiummarke, die jetzt wieder vorn mitfährt. 1,3 Milliarden Euro zahlte Geely 2010 für Volvo, was sich langsam, aber sicher amortisiert. "2014 haben wir den Rekordverkaufswert aus dem Jahr 2007 getoppt", so Volvo-Chef Hakan Samuelsson. 467 000 neu zugelassene Volvos waren es per 31. Dezember weltweit (bisheriger Rekord 2007: 458 000).

Wichtiger noch als Absatzrekorde ist Samuelssons Botschaft, dass Volvo im soeben abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals seit Langem wieder schwarze Zahlen geschrieben haben dürfte. Auch für 2015 zeigt sich der einstige MAN-Boss vorsichtig optimistisch. Zumindest will er trotz weltweiter Krisen das 2014er-Niveau halten. Der Grund für das gelungene Comeback: Geely lässt dem Volvo-Management freie Hand. "Wir lernen voneinander und miteinander", sagt Samuelsson. "Die Chinesen bringen uns in Sachen Einkauf einiges bei, während wir Technologien beisteuern."

Zum Lernprozess gehört auch eine neue Modellplattform, die in vier Jahren in alle Modelle integriert sein soll und die Kosten weiter drücken wird. Die Sparstrategie in der Produktion geht auf. Dank verbesserter Effizienz kann Volvo die Modellpalette bis 2020 komplett erneuern.

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Bildquelle: Jason Lee / Reuters

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