Die etwa 130 von anderen Betreibern übernommenen Baumärkte seien allerdings stärker als zuvor, weil sie nun in besseren Händen seien. Hornbach selbst hatte sechs Standorte übernommen, vier davon sind bereits als Hornbach-Märkte wieder eröffnet worden. Insgesamt betreibt Hornbach 144 Häuser, davon 95 in Deutschland.

Der Baumarktkonzern aus der Pfalz sieht sich trotz eines flauen Sommer-Geschäfts auf Kurs zu einem Umsatzwachstum und höheren Renditen. Nach einem warmen Frühjahr und einem deshalb fulminanten ersten Quartal stagnierten die Umsätze von Mai bis August, wie das Unternehmen aus Neustadt an der Weinstraße erklärte. Nach der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2014/15 liegt der Umsatz mit 1,98 Milliarden Euro um fast acht Prozent über Vorjahr. Neueröffnungen und Schließungen herausgerechnet waren es dank des Deutschland-Geschäfts 6,7 Prozent mehr. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg sogar um 10,4 Prozent auf 152,7 Millionen Euro. Im zweiten Quartal brach es auch wegen der Investitionen in den Umbau der Märkte aber um ein Viertel ein.

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Nach der ersten Jahreshälfte kann für das Gesamtjahr von Hornbach eigentlich nichts mehr schief gehen: "Diese sechs Monate sind entscheidend für das Gesamtjahr", sagte Vorstandschef Hornbach. Bis Ende Februar 2015 gehe Hornbach weiterhin von einem Umsatzzuwachs aus, der größer sein soll als die im Vorjahr erreichten 4,3 Prozent. Der Anstieg des Ebit soll noch steiler ausfallen. Doch die Konjunktur und die Krisen in der Welt sorgten für mehr Unsicherheit als zu Jahresanfang. Noch gebe es im Konzern aber keine Anhaltspunkte für eine Eintrübung des Geschäfts.

Das Geschäft der Bau- und Gartenmärkte ist in der ebenfalls im SDax gelisteten Hornbach Baumarkt AG gebündelt, die mehr als 90 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht. An der Konzernstruktur mit zwei börsennotierten Unternehmen will Hornbach "kurz- und langfristig nichts ändern", wie der Vorstandschef und Großaktionär bekräftigte. "Das schützt unsere Mitarbeiter vor einer feindlichen Übernahme", sagte Hornbach. Die Stammaktien an der Hornbach Holding AG sind komplett in Familienhand, nachdem sie die Anteile des ehemaligen britischen Partners Kingfisher zurückgekauft hat. Kingfisher drängt mit einem eigenen Eisenwaren- und Baustoffhandel nach Deutschland. Hornbach erwartet, dass die Briten in größerem Stil auch ins deutsche Baumarkt-Geschäft einsteigen. "Das empfänden wir aber nicht als Bedrohung", gab er sich gelassen.

Reuters