Die Energiewende macht dem zweitgrößten deutschen Energieversorger RWE weiter zu schaffen. Im vergangenen Jahr schrieb das Unternehmen einen Verlust von 170 Millionen Euro. Ohne Sondereffekte wäre der Verlust noch größer ausgefallen. "Hauptgrund für die rückläufigen Erträge ist der Margenverfall im konventionellen Kraftwerksgeschäft", erläutert Konzernchef Peter Terium. Aus diesem Grund musste das Unternehmen den Wert deutscher und britischer Kraftwerke um 2,1 Milliarden Euro abschreiben. Es sei nicht damit zu rechnen, "dass sich diese dramatische Situation in absehbarer Zeit nachhaltig verbessert". Teriums Fazit: Klassische Vollversorger wie RWE "sind chancenlos auf dem Energiemarkt der Zukunft", sagt Terium.

Aus diesem Grund hat das RWE - wie bereits zuvor schon Konkurrent E.ON - eine Aufspaltung des Geschäfts beschlossen. RWE selbst wird dabei weiter auf konventionelle Energieerzeugung und Energiehandel setzen. Die neue Tochtergesellschaft soll die Chancen Erneuerbarer Energie nutzen. Sie soll Ende des Jahres an die Börse gehen, RWE will jedoch weiter die Mehrheit an der Tochter halten.

Fazit der Redaktion:



Im vergangenen Jahr hat der zweitgrößte deutsche Energieversorger einen Millionenverlust geschrieben. Für 2016 rechnet Konzernchef Peter Terium erneut mit einem deutlichen Rückgang im operativen Geschäft, auch weil Sondereffekte wegfallen. Aufgrund des Verlustes strich das Unternehmen die Dividende für alle Stammaktionäre. Damit fällt auch der letzte Grund weg, der bislang dafür sprach, die Aktie noch zu halten. Anleger sollten das weiterhin Papier meiden. Die Unsicherheiten sind zu groß.

Das Geschäftsmodell der klassischen Energieversorger funktioniert nicht mehr. Aus diesem Grund soll RWE nun aufgespaltet werden. Allerdings gesteht Konzernchef Peter Terium ein: "Mit der Entscheidung zur Neustrukturierung des Konzerns sind nicht alle Probleme vom Tisch".