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RWE-Aktie nach der Gewinnwarnung bei Innogy: Wie Anleger sich jetzt aufstellen

RWE-Aktie nach der Gewinnwarnung bei Innogy: Wie Anleger sich jetzt aufstellen

WKN: 703712 ISIN: DE0007037129 RWE AG St.

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19.01.2018 - 18:58
18.12.2017 03:20:00

Eine Gewinnwarnung sowie ein schwacher Ausblick für 2018 bei der Ökostromtochter Innogy zogen am Mittwoch auch den Kurs der RWE-Aktie mit nach unten. Am Donnerstag verlor die Aktie weiter. Was die Nachrichten der Tochter für RWE bedeuten, welche Signale die Charttechnik gibt und wie Anleger sich jetzt aufstellen. Von Julia Pfanner

Versorger RWE hält trotz der Gewinnwarnung bei Tochter Innogy an der Prognose für 2017 fest. Auch bei der geplanten Dividende für dieses Geschäftsjahr sowie den Ausschüttungszielen für die beiden folgenden Jahre solle es bleiben, sagte eine Sprecherin des Versorgers am Mittwoch. Danach soll das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei 5,4 bis 5,7 Milliarden Euro liegen und damit mindestens auf Vorjahresniveau. Das bereinigte Nettoergebnis soll das Vorjahresergebnis von 777 Millionen Euro deutlich toppen und in der Spanne von 1,0 bis 1,3 Milliarden Euro liegen. Die Gewinne erwartet RWE dabei jeweils am oberen Ende der Brandbreite.



Die Aktie von RWE war am Mittwoch nach der Gewinnwarnung bei Innogy um mehr als 13 Prozent eingebrochen. Die Ökostromtochter senkte die Prognose für das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) für 2017 von 2,9 Milliarden auf 2,8 Milliarden Euro. Die Prognose für das bereinigte Nettoergebnis beließ Innogy bei "über 1,2 Milliarden Euro". Auch die Prognose fürs kommende Jahr kam bei den Anlegern nicht gut an: Innogy erwartet, dass das bereinigte Ebit 2018 mit 2,7 Milliarden Euro noch einmal niedriger liegen soll. Gründe dafür seien höhere Ausgaben etwa für die Digitalisierung oder Investitionen in Wachstumsgeschäfte. Die Innogy-Aktien brachen ähnlich stark ein.


RWE hält noch etwa 77 Prozent an Innogy und die Tochter trägt einen Großteil zum Ergebnis der Muttergesellschaft bei. Deshalb sei es laut Stephan Wulf, Analyst bei Oddo BHF, folgerichtig gewesen, dass der Kurs der RWE-Aktie so stark von der Gewinnwarnung bei Innogy in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Hintergrund der Gewinnwarnung waren ein andauerndes schwächeres Geschäft mit Strom und Gas in Großbritannien. In diesem Jahr musste RWE wegen des britischen Vertriebsgeschäfts bereits 480 Millionen Euro auf den Firmenwert abschreiben. Das Geschäft soll jetzt in ein Joint Venture mit dem Konkurrenten SSE eingebracht werden.

In diesem Jahr stützten bereits Spekulationen über einen möglichen Verkauf von Innogy den Kurs der RWE-Aktien. Dass der Konzern Teile der Ökostromtochter zeitnah zu Geld macht, halten Experten aber eher für unwahrscheinlich. "Es ist aus unserer Sicht zwar nur eine Frage der Zeit, bis RWE Anteile an Innogy verkauft", sagt Wulf. Das Thema sei nach Äußerungen möglicher Interessenten aber erst einmal für eine gewisse Zeit vom Tisch. Zudem habe RWE auch keinen Druck, Teile der Tochter zu verkaufen. "Auch wenn sich die Gewinnwarnung bei Innogy auf die Ausschüttung an die Aktionäre auswirken könnte, ist die Tochter dennoch ein guter Dividendenbringer für RWE."

RWE hat 2016 mit Innogy die regenerative Energiegewinnung, vor allem aus Wind- und Wasserkraft, ausgelagert, ebenso den Vertrieb und den Betrieb von Verteilernetzen. Der Konzern selbst hat Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke behalten. Dazu kommt bei RWE der Energiehandel.

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Bildquelle: RWE AG

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